Gerhard Dorfer

Gerhard Dorfer (* 23. November 1939 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler, der mit Josef Lang k. u. k. Scharfrichter auch als Dramatiker Beachtung fand.

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Leben

Zunächst zum Tiefbauingenieur ausgebildet, ließ er sich nach seiner Matura im Jahr 1959 neben dem Beruf am Wiener Preiner-Konservatorium zum Schauspieler ausbilden. Seit 1962 ist Dorfer verheiratet. Er hat vier Kinder.

Schauspieler

Theater

Im Jahr seiner Heirat erhielt Dorfer auch sein erstes festes Engagement als Schauspieler am Theater der Altstadt in Stuttgart. Viele Rufe, z.B. an das E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg, die Städtischen Bühnen Frankfurt, das Zürcher Theater am Neumarkt wie auch das dortige Schauspielhaus und an das Theater in der Josefstadt, folgten. Engagements an Volkstheater und die Landes- oder Stadttheater von Salzburg, Bregenz, St. Gallen, St. Pölten und Baden bei Wien zeigen des Weiteren Dorfers Aufstieg zum vielgefragten Schauspieler.

Film und Fernsehen

Auch der Film und das Fernsehen boten Dorfer zahlreiche Aufgaben. Nach ersten Auftritten in Kinofilmen der 70er Jahre, war Dorfer von den 80er Jahren an hauptsächlich in Fernsehfilmen und Serien zu sehen. Ein Dauerbrenner wurde seine Darstellung des Hofrates Putner im Tatort des ORF: zwischen 1982 und 1996 wirkte er in dieser Rolle an mehr als zwanzig Folgen mit, nachdem er für die Reihe bereits 1978 einmal als Funkstreifenbeamter an der Seite des legendären Fritz Eckhardt ermittelt hatte.

Dramatiker

Mit seinem Schauspielkollegen Anton Zettel dramatisierte Dorfer bereits Anfang der 70er Jahre das Leben des bekannten Wiener Scharfrichters Josef Lang als satirisches Einpersonenstück mit dem Titel Josef Lang k. u. k. Scharfrichter. Die Historie von eines ehrsamen Bürgers Leben und Wirken zwischen Schlachthaus und Zentralfriedhof der weiland k. u. k. Haupt- und Residenzstadt Wien aus alten Quellen wahrheitsgemäß nacherzählt von Gerhard Dorfer und Anton Zettel, so der Untertitel des Schauspiels, wurde am 15.April 1971 am Theater am Neumarkt in Zürich uraufgeführt. Den Josef Lang spielte Gerhard Dorfer, Regie führte Peter Schweiger. Noch im gleichen Jahr gab es die österreichische Erstaufführung in Graz mit Fritz Holzer in der Titelrolle, Regie führen Heinz Dieter Clausen und der Co-Autor Anton Zettel. Die Wiener Erstaufführunf fand schließlich am 13. Oktober 1972 im Kellertheater des Theaters in der Josefstadt mit Felix Dvorak in der Hauptrolle unter der Regie von Peter Lodynski statt. Diese Produktion wurde vom Österreichischen Fernsehen aufgezeichnet und am 4.April 1973 erstmals auf FS2 gesendet. Das ZDF produzierte gleichzeitig das Stück als Fernsehspiel mit Georg Corten in der Titelrolle und Lotte Ledl, Franz Kutschera und Edd Stavjanik in weiteren Rollen. Dieses Fernsehspiel ging in Deutschland erstmals am 9.Mai 1973 über die Sender des ZDF. Eine Funkfassung des Stücks spielte Radio Wien mit Helmut Qualtinger unter der Regie von Hans Krendlesberger ein.Diese ist auch als CD bei Spray Records erschienen. Heute hat das Monodrama den Rang eines vielgespielten Klassikers des Volkstheaters.

Später bearbeitete Dorfer mit geringerem Erfolg noch Vrat mi to pyzamo (1977), deutsch Gib mir den Pyjama zurück, des Prager Autors Vlastimil Venclik zu Der Krankenkontrollor.

Im Jahre 1981 brachte das Theater für Vorarlberg im Bregenzer Kornmarkttheater Gerhard Dorfers Stück "Toleranz ist nur ein Übergang" zur vielbeachteten und erfolgreichen Uraufführung. Der Direktor des Theaters Bruno Felix hat dieses Auftragswerk zum 200. Jahrestag des Toleranzpatents von Kaiser Joseph II. selbst in Szene gesetzt.

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