Gerhard Vogel

Gerhard Vogel (* 9. Jänner 1944 in Wien) ist ein österreichischer Universitätsprofessor, der derzeit an der Wirtschaftsuniversität Wien lehrt. Er gilt als „‚Vater‘ der getrennten Sammlung von Altstoffen in Österreich.“[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gerhard Vogel lernte am Technologischen Gewerbemuseum Nachrichtentechnik und Elektronik und machte seinen Abschluss am 25. Juni 1964. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre auf Magister. Im Anschluss promovierte er in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zum Thema „Der Beitrag des Recycling zur Stabilisierung des techno-sozio-ökonomischen System“. 1982 wurde er an der Wirtschaftsuniversität Wien habilitiert und erhielt seine Venia docendi für „Allgemeine Technologie und Warenwirtschaftslehre unter besonderer Berücksichtigung der Abfallwirtschaft“ mit dem besonderen Habilitationsteil „Der Beitrag der Ressourcenökonomie zur Minimierung der Entropieproduktion der irreversiblen Wirtschaftsprozesse im offenen System Erde“.[2]

Von 1978 bis 1992 war Vogel als Mitarbeiter im Zellcheming-Fachausschuß für Altpapierverwertung des Verbands deutscher Papierfabriken e.V. tätig. Für Österreich war er als Vertreter in der Waste Management Policy Group des Environment Committee der OECD-Paris tätig. Neben seiner Lehrtätigkeit in Wien war er außerdem von 192 bis 1993 Lehrbeauftragter an der TU Innsbruck. Seit 1985 ist er Mitglied der Ökologiekommission der österreichischen Bundesregierung und Leiter des Arbeitskreises Entsorgung. 1990 wurde er Mitglied des wissenschaftlichen Beirates für Abfallwirtschaft und Altlastensanierung des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie. Als Konsulent der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) und OECD reiste er nach Hongkong, Peking und die Volksrepublik China. Im April 1994 wurde er Vorstand des Institutes für Technologie und Wirtschaftslehre.[3]

Vogel ist einer der führenden Experten der österreichischen Anfallwirtschaft mit etwa 600 Publikationen zu den Themen Abfallwirtschaft und Recycling.[1]

Seit 1968 ist Vogel Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.Ö.H.V. Mercuria Wien im ÖCV.

Auszeichnungen

  • Kaplan-Medaille des Österreichischen Patentinhaber- und Erfinderverbandes für das Patent auf Glassammelfahrzeuge[3]

Werke (Auswahl)

Ganzschriften

  • Grundsätze und Ziele der Abfallminimierung. Zusammen mit Heinz Rassaerts und Thomas Wiederstein. Wien 1999.
  • Household Hazardous Waste Survey. Wien 1994.
  • Die Verpackungsverordnung. Handbuch für Multiplikatoren Wien 1993.
  • Recycling – Möglichkeiten und Grenzen der Abfallverwertung Wien: Service-Fachverlag 1984.
  • Der Beitrag der Ressourcenökonomie zur Minimierung der Entropieproduktion der irreversiblen Wirtschaftsprozesse im offenen System Erde. Habilitationsschrift. Wien 1982.
  • Der Beitrag des Recyclings zur Stabilisierung des techno-sozio-ökonomischen Systems, Möglichkeiten und Grenzen der Abfallwirtschaft. Wien 1978 (Dissertation)

Herausgeberschriften

  • Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Umwelttechnologie: Die Haushaltsgeräte- und Waschmittelindustrie – Waschmaschinen und Waschprozesse im Spannungsfeld Technik, Wirtschaft und Ökologie. Seminararbeiten des WS 2008/2009. Zusammen mit Gerhard Heger. Wien: 2009.
  • Value and Recovery: From Waste to Resource, 9th International Conference on Waste Management, Vienna 16 – 18 November 2009 Zusammen mit Gerhard Heger und Marion Korwik. Wien 2009.
  • Commodity Science and Sustainable Development, Volume 2: Proceedings, 11th IGWT Symposion. Wien 1999.
  • Commodity Science and Sustainable Development, Volume 1: Proceedings, Keynotes, Appeals, Requests, 11th IGWT Symposion. Wien 1997.
  • 1992: Handbuch zur umweltschonenden Beschaffung in Österreich. Wien 1992.
  • Auf der Suche nach dem Gemeinsamen – Technik/Wirtschaft/Ökologie. Wien 1991.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Julia Schilly: Mehrwegflaschen als politisches Findelkind. Der Standard, 13. Oktober 2010, abgerufen am 21. April 2012.
  2. o. Prof Dr. Gerhard Vogel. Wirtschaftsuniversität Wien, abgerufen am 21. April 2012.
  3. a b Dr. Mag. o.Univ.-Prof.Ing. Gerhard Vogel. Algoprint, abgerufen am 21. April 2012.