Gerichtsbezirk Bad Radkersburg

Gerichtsbezirk Bad Radkersburg
Karte des Gerichtsbezirks Bad Radkersburg
 Gerichtsbezirk Bad Radkersburg
 Landesgericht Graz
Basisdaten
Bundesland Steiermark
Bezirk Radkersburg
Sitz des Gerichts Bad Radkersburg
Kennziffer 6152
zuständiges Landesgericht  Graz
Fläche 338.37 km2
Einwohner 22.747 (1. Jänner 2012)

Der Gerichtsbezirk Bad Radkersburg (bis 31. Dezember 1975 Radkersburg; slowenisch: Radgona) ist ein Österreichischer Gerichtsbezirk und untersteht dem Bezirksgericht Bad Radkersburg im Bundesland Steiermark. Er umfasst seit 2002 den gesamten Bezirk Radkersburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Gerichtsbezirk Radkersburg wurde durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen. Ursprünglich umfasste er die 41 Gemeinden Abstall, Dedenitz, Dietzen, Donnersdorf, Dörfl, Dornau, Drauchen, Goritz, Größing, Gruisla, Halbenrain, Haselbach, Haseldorf, Hof, Hummersdorf, Hürth, Jörgen, Karla, Klöch, Laasen, Laafeld, Leitersdorf, Neusetz, Oberpurkla, Patzen, Pfarrsdorf, Pichla (Halbenrain), Plipitz, Plipitzberg, Pölten, Pridahof, Radkersburg, Radochen, Schirmdorf, Schöpfendorf, Sicheldorf, Sögersdorf, Tieschen, Unterpurkla, Weichselbaum und Zelting.[1][2] Der Gerichtsbezirk Radkersburg bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[3] ab 1868 gemeinsam mit dem Gerichtsbezirk Mureck den Bezirk Radkersburg.[4]

Umfasste der Gerichtsbezirk 1910 noch 158,3 km²,[5] so musste Österreich nach dem Ersten Weltkrieg durch den Vertrag von Saint-Germain rund 31,6 km² des Gerichtsbezirks an das neu errichtete Königreich Jugoslawien abtreten.[6] Hiervon waren die Gemeinden Abstall/Apace, Leitersdorf/Lutverci, Plippitz/Plitvica, Plippitzberg/Plitvički Vrh, Schirmdorf/Črnec, Schöpfendorf/Žepovci, Sögersdorf/Segovci sowie der Stadtteil Unterer Gries (Gornja Radgona) der Stadt Radkersburg teilweise oder zur Gänze betroffen.[7] Im Zuge der Verleihung des Status eines Kurortes an Radkersburg wurde neben der Stadt Radkersburg auch der Gerichtsbezirk per 1. Jänner 1976 in Bad Radkersburg umbenannt.[8]

Zu einer neuerlichen, grundlegenden Änderung kam es nach 1919 erstmals wieder im Jahr 2002. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Gerichtsbezirk Radkersburg nach zahlreichen Gemeindezusammenlegungen nur noch aus den Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Hof bei Straden, Klöch, Radkersburg Umgebung und Tieschen. Im Zuge der „Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark“ der Bundesregierung mit der mehrere Gerichtsbezirke zusammengelegt wurden, wurde der Gerichtsbezirk Mureck per 1. Juli 2002 aufgelöst und die 13 Gemeinden des Gerichtsbezirks Bierbaum am Auersbach, Deutsch Goritz, Dietersdorf am Gnasbach, Eichfeld, Gosdorf, Mettersdorf am Saßbach, Mureck, Murfeld, Ratschendorf, Sankt Peter am Ottersbach, Straden, Trössing und Weinburg am Saßbach dem Gerichtsbezirk Bad Radkersburg zugeschlagen.[9] Seitdem besteht der Gerichtsbezirk Bad Radkersburg aus 19 Gemeinden.

Mit 1. Juli 2014 wird der Gerichtsbezirk aufgelöst und die Gemeinden werden dem Gerichtsbezirk Feldbach zugewiesen.[10]

Gerichtssprengel

Der Gerichtsbezirk Bad Radkersburg umfasst seit 2002 mit den 19 Gemeinden Bad Radkersburg, Bierbaum am Auersbach, Deutsch Goritz, Dietersdorf am Gnasbach, Eichfeld, Gosdorf, Halbenrain, Hof bei Straden, Klöch, Mettersdorf am Saßbach, Mureck, Murfeld, Radkersburg Umgebung, Ratschendorf, Sankt Peter am Ottersbach, Straden, Tieschen, Trössing, Weinburg am Saßbach den gesamten politischen Bezirk Radkersburg.

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
  2. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Gratz)
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  4. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  5. k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Steiermark. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1917
  6. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Wien 1930
  7. Arnold Suppan: Jugoslawien und Österreich 1918-1938. Bilaterale Außenpolitik im europäischen Umfeld. Verlag für Geschichte und Politik, München, Oldenburg 1996 ISBN 3-486-56166-9
  8. BGBl. Nr. 621/1975, Stück 207: „Änderung des Sprengels des Bezirksgerichts Judenburg, des Namens des Bezirksgerichts Radkersburg in „Bezirksgericht Bad Radkersburg“ und des Sprengels dieses Bezirksgerichts“
  9. BGBl. II Nr. 82/2002: Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung von Bezirksgerichten und über die Sprengel der verbleibenden Bezirksgerichte in der Steiermark(Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark)
  10. http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2012_II_243/BGBLA_2012_II_243.html Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark 2012

Literatur