Gerichtsbezirk Bruck an der Mur

Gerichtsbezirk Bruck an der Mur
Karte des Gerichtsbezirks Bruck an der Mur
 Gerichtsbezirk Bruck an der Mur
 Landesgericht Leoben
Basisdaten
Bundesland Steiermark
Bezirk Bruck an der Mur
Sitz des Gerichts Bruck an der Mur
Kennziffer 6021
zuständiges Landesgericht  Leoben
Fläche 1306.33 km2
Einwohner 62.155 (1. Jänner 2012)

Der Gerichtsbezirk Bruck an der Mur ist ein dem Bezirksgericht Bruck an der Mur unterstehender Gerichtsbezirk im Bundesland Steiermark. Er umfasst seit 2002 den gesamten politischen Bezirk Bruck an der Mur.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Gerichtsbezirk Bruck wurde durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen und umfasste ursprünglich die 14 Gemeinden Breitenau, Bruck, Frauenberg, Hafendorf, Kapfenberg, Katharein, Kirchdorf, Lorenzen, Oberaich, Parschlug, Picheldorf, Pischk, Schaldorf und Tragöß.[1][2] Der Gerichtsbezirk Bruck an der Mur bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[3] ab 1868 gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Aflenz, Mürzzuschlag, Kindberg und Mariazell den Bezirk Bruck.[4]

Per 1. Jänner 1902 wurden die Gerichtsbezirke Mürzzuschlag und Kindberg vom Bezirk Bruck an der Mur abgetrennt und unter dem Namen Mürzzuschlag zu einem neuen Bezirk zusammengefasst.[5] Durch die Auflösung des Gerichtsbezirkes Aflenz im Jahr 1923 wurden dessen sieben Gemeinden Aflenz Markt, Aflenz Land, Etmißl, Fölz, Sankt Ilgen, Thörl und Turnau dem Gerichtsbezirk Bruck an der Mur zugeschlagen, wodurch sich die Größe des Gerichtsbezirks von 537,7 km² im Jahr 1910[6] auf 893,35 km² (1923).[7]

Im Zuge der nationalsozialistischen Verwaltungsänderungen wurde der Gerichtsbezirk Mariazell vom Bezirk Bruck an der Mur abgetrennt und dem Bezirk Mürzzuschlag zugeschlagen,[8] diese Änderung wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder rückgängig gemacht. 2002 wurde der Gerichtsbezirk Bruck an der Mur durch die Auflösung des Gerichtsbezirks Mariazell erneut vergrößert. Durch diese Maßnahme übernahm der Gerichtsbezirk Bruck an der Mur per 1. Juli 2002 die Gemeinden Gußwerk, Halltal, Mariazell und Sankt Sebastian[9], wodurch sich das Gerichtsbezirksgebiet auf 1306,33 km² vergrößerte und seitdem den gesamten politischen Bezirk Bruck an der Mur umfasst.

Im Zuge der sogenannten Reformpartnerschaft zwischen SPÖ und ÖVP soll der Gerichtsbezirk bzw. politische Bezirk Bruck an der Mur ab 2013 gemeinsam mit dem Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Mürzzuschlag den Bezirk Bruck-Mürzzuschlag bilden.[10]

Gerichtssprengel

Der Gerichtsbezirk Bruck an der Mur umfasst seit 2002 mit den 21 Gemeinden Aflenz Kurort, Aflenz Land, Breitenau am Hochlantsch, Bruck an der Mur, Etmißl, Frauenberg, Gußwerk, Halltal, Kapfenberg, Mariazell, Oberaich, Parschlug, Pernegg an der Mur, Sankt Ilgen, Sankt Katharein an der Laming, Sankt Lorenzen im Mürztal, Sankt Marein im Mürztal, Sankt Sebastian, Thörl, Tragöß, Turnau den gesamten politischen Bezirk Bruck an der Mur.

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
  2. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Bruck)
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  4. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  5. Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Herzogthum Steiermark. 1902, XXVI. Stück, Nr. 63: „Kundmachung des k. k. Statthalters in Steiermark, betreffend die Theilung des dermaligen politischen Bezirkes Bruck a. d. Mur in zwei Bezirke und die Errichtung einer Bezirkshauptmannschaft in Mürzzuschlag“
  6. k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Steiermark. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1917
  7. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Wien 1930, S. St. 2
  8. Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes für Steiermark. Jahrgang 1938, Stück 6, Nr. 11: Verordnung des Landeshauptmannes über die Einteilung des Landes Steiermark in Verwaltungsbezirke
  9. BGBl. II Nr. 82/2002: Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung von Bezirksgerichten und über die Sprengel der verbleibenden Bezirksgerichte in der Steiermark (Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark)
  10. ORF Steiermark „Weitere Bezirksfusionen: Aus 6 werden 3“, 19. April 2012

Literatur