Gerichtsbezirk Buje

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Ehemaliger Gerichtsbezirk Buje
(slowenisch: Buje)
(kroatisch: Buje)
Basisdaten
Kronland Marktgrafschaft Istrien
Bezirk Parenzo
Sitz des Gerichts Buje
zuständiges Landesgericht  Rovigno
Fläche 266.27 km2 (1910)
Einwohner 22.227 (1910)
Aufgelöst 1919
Abgetreten an Italien

Der Gerichtsbezirk Buje (italienisch: distretto giudiziario Buje; slowenisch: občina židovska Piran, kroatisch: kotarsko satničtvo Piran) war ein dem Bezirksgericht Parenzo unterstehender Gerichtsbezirk in der Marktgrafschaft Istrien. Der Gerichtsbezirk umfasste Gebiete im nordwestlichen Istrien. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich den gesamten Gerichtsbezirk an Italien abtreten, nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das Gebiet an Jugoslawien. Seit 1991 ist das zur Gespanschaft Istrien gehörende Gebiet Teil der Republik Kroatien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1850 wurde in Istrien so wie im gesamten Kaisertum Österreich die ursprüngliche Patrimonialgerichtsbarkeit aufgelöst. In der Folge wurde unter anderen der Gerichtsbezirk Buje geschaffen. Der Gerichtsbezirk unterstand dem für die gesamte Grafschaft zuständigen Landesgericht Rovigno, das wiederum dem Oberlandesgericht Triest, das am 1. Mai 1850 seine Tätigkeit aufnahm, unterstellt war.[1] Auch nachdem Istrien bzw. Triest sowie Görz und Gradisca vom ursprünglichen Kronland Küstenland ihre Selbständigkeit als Kronland erlangten, blieb das Oberlandesgericht Triest die oberste Instanz für den Gerichtsbezirk Buje.

Der Gerichtsbezirk Buje bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] ab 1868 gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Montona (Montovun) und Parenzo (Poreč) den Bezirk Parenzo.[3]

Der Gerichtsbezirk Buje wies 1869 eine Bevölkerung von 15.334 Personen auf. Bis 1910 wuchs die Einwohnerzahl auf 22.227 an. Von der Bevölkerung hatten 1910 19.728 Personen Italienisch (88,8 %) als Umgangssprache angegeben, 1.904 sprachen Kroatisch (8,6 %), 103 Slowenisch (0,5 %)und 14 Deutsch (0,1 %). Der Gerichtsbezirk umfasste zuletzt eine Fläche von 266,27 km² sowie fünf Gemeinden. Durch die Grenzbestimmungen des am 10. September 1919 abgeschlossenen Vertrages von Saint-Germain wurde der Gerichtsbezirk Buje zur Gänze Italien zugeschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das Gebiet des ehemaligen Gerichtsbezirks an Jugoslawien, wobei das Gebiet seit 1991 Teil der Republik Kroatien ist.

Jahr Ein-
wohner
Deutsch-
sprachige
Italienisch-
sprachige
Slowenisch-
sprachige
Kroatisch-
sprachige
1869 15.334
1880 17.150 12 16.173 562 202
1890 18.464 15 17.694 501 44
1910 22.227 14 19.728 103 1.904

Gerichtsbezirk

Der Gerichtsbezirk Priano umfasste Ende Februar 1918 die fünf Gemeinden Buje, Cittanova d'Istria (Novigrad), Grisignana (Grožnjan), Umago (Umag) und Verteneglio (Črni Vrh).

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Reichs-Gesetz- und Regierungsblatt für das Kaiserthum Oesterreich. 1850, XLI. Stück, Nr. 138: „Verordnung des Ministers der Justiz vom 6. April 1850 [...]“
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868

Literatur

  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Orts-Repertorium von Triest und Gebiet, Görz, Gradisca und Istrien. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1896 bearbeitet. Wien 1873
  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium vom Küstenlande. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1896 bearbeitet. Wien 1885
  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium des Österreichisch-Illyrischen Küstenlandes. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volskzählung vom 31. December 1890. Wien 1894
  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium für das Österreichisch-Illyrische Küstenland. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1918 (Spezialortsrepertorien der österreichischen Länder)