Gerichtsbezirk Seletin

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Ehemaliger Gerichtsbezirk Seletin
(rumänisch: Seletin)
(ruthenisch: Seletyn)
Basisdaten
Kronland Herzogtum Bukowina
Bezirk Radautz
Sitz des Gerichts Radautz (Rădăuți)
zuständiges Landesgericht  Czernowitz
Fläche 962.29 km2 (1900)
Einwohner 12.137 (1900)
Aufgelöst 1919
Abgetreten an Rumänien

Der Gerichtsbezirk Seletin (rumänisch: Seletin; ruthenisch: Seletyn) war ein dem Bezirksgericht Seletin unterstehender Gerichtsbezirk im Herzogtum Bukowina. Der Gerichtsbezirk umfasste Gebiete im Westen der Bukowina bzw. im heutigen Rumänien. Das Gebiet wurde nach dem Ersten Weltkrieg Rumänien zugeschlagen undnach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Rumänien und der Ukraine (Bzw. der Sowjetunion geteilt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1850 wurde im Kaisertum Österreich die ursprüngliche Patrimonialgerichtsbarkeit aufgelöst. In der Folge wurden in der Bukowina durch eine kaiserliche Verordnung vom 6. November 1850 die neuen Gerichtsbezirke geschaffen und dem Landesgericht Czernowitz bzw. dem Oberlandesgericht Lemberg unterstellt.[1] Das Gebiet des späteren Bezirks Seletin gehörte zunächst zum Gerichtsbezirk Radautz. Im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] bildete der Gerichtsbezirk Radautz ab 1868 gemeinsam mit dem Gerichtsbezirk Solka (Solca)den Bezirk Radautz.[3] 1886 wurde die Errichtung eines weiteren Gerichtsbezirks bestimmt, wofür die drei Gemeinden Straza, Schipot und Seletin samt Gutsgebieten aus dem Gerichtsbezirk Radautz ausgeschieden und zum Gerichtsbezirk Seletin zusammengeschlossen wurden.[4] Die Verordnung wurde dabei per 1. Juni 1888 amtswirksam.[5] Per 1. Oktober 1893 wurden der Gerichtsbezirk Solka aus dem Bezirk Radautz herausgelöst und mit dem Gerichtsbezirk Gurahumora zum Bezirk Gurahumora vereint, woraufhin der Bezirk Radautz aus den beiden Gerichtsbezirken Seletin und Radautz bestand.[6]

Der Gerichtsbezirk beherbergte 1900 9.657 Einwohner, 1900 waren es 12.137 Von der Bevölkerung hatten 1900 5.890 Ruthenisch (88,2 %) als Umgangssprache angegeben, 3.394 Personen sprachen Rumänisch (9,5 %), 2.324 Deutsch (0,1 %) und 286 eine andere Sprache (2,1 %). Der Gerichtsbezirk umfasste 1900 eine Fläche von 962,29 km² und drei Gemeinden sowie zwei Gutsgebiete.

Jahr Ein-
wohner
Deutsch-
sprachige
Ruthenisch-
sprachige
Rumänisch-
sprachige
Anders-
sprachige
1890 9.657 1.376 5.202 2.738 105
1900 12.137 2.324 5.890 3.394 286

Gerichtssprengel

Der Gerichtsbezirk umfasste 1900 die drei Ortsgemeinden Schipoth (Șipot bzw. Szypit), Seletin (Seletin bzw. Seletyn) und Straza (Straja bzw. Straża) sowie die beiden Gutsgebiete Straza und Iswor (Isvor bzw. Izwor).

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Reichs-Gesetz- und Regierungsblatt für das Kaiserthum Österreich 1850, CLXV. Stück, Nr 497: „Kaiserliche Verordnung, wodurch die Gerichts-Organisation in den Kronländern Galizien und Lodomerien mit Krakau, Auschwitz und Zator und in der Bukowina festgesetzt wird“
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  4. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1886, XXVI. Stück, Nr. 75: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend die Errichtung des Bezirksgerichtes Seletin in der Bukowina“
  5. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1888, VI. Stück, Nr. 15: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend den Beginn der Amtswirksamkeit des Bezirksgerichtes Seletin in der Bukowina“
  6. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1893, XLI. Stück, Nr. 134: „Kundmachung des Ministeriums des Innern, betreffend die Theilung der politischen Amtsbezirke Radautz und Suczawa und Errichtung einer neuen Bezirkshauptmannschaft in Gurahumora in der Bukowina“

Literatur