Gerichtsbezirk Waschkoutz am Czeremosch

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Ehemaliger Gerichtsbezirk Waschkoutz am Czeremosch
(rumänisch: Văşcăuţ lângă Ceremuş)
(ruthenisch: Waszkiwci nad Czeremoszem)
Basisdaten
Kronland Herzogtum Bukowina
Bezirk Wiznitz
Sitz des Gerichts Waschkoutz
zuständiges Landesgericht  Czernowitz
Fläche 211.18 km2 (1900)
Einwohner 21.346 (1900)
Aufgelöst 1919
Abgetreten an Rumänien

Der Gerichtsbezirk Waschkoutz am Czeremosch (auch: Waszkoutz am Czeremosch;rumänisch: Văşcăuţ lângă Ceremuş; ruthenisch: Waszkiwci nad Czeremoszem) war ein dem Bezirksgericht Waschkoutz am Czeremosch unterstehender Gerichtsbezirk im Herzogtum Bukowina. Der Gerichtsbezirk umfasste Gebiete im Nordwesten der Bukowina bzw. in der heutigen Ukraine. Das Gebiet wurde nach dem Ersten Weltkrieg Rumänien zugeschlagen und kam nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion. Das Gebiet gehört heute zum ukrainischen Anteil der Bukowina im Südwesten der Ukraine (Oblast Tscherniwzi).

Geschichte

Um 1850 wurde im Kaisertum Österreich die ursprüngliche Patrimonialgerichtsbarkeit aufgelöst. In der Folge wurden in der Bukowina durch eine kaiserliche Verordnung vom 6. November 1850 die neuen Gerichtsbezirke geschaffen und dem Landesgericht Czernowitz bzw. dem Oberlandesgericht Lemberg unterstellt.[1] Das Gebiet des späteren Gerichtsbezirks Waschkoutz am Czeremosch gehörte zunächst zum Gerichtsbezirk Wiznitz. Dieser bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] ab 1868 gemeinsam mit dem Putilla den Bezirk Wiznitz.[3] Aus Teilen des Gerichtsbezirks Wiznitz, den Gemeinden sowie zugehörigen Gutsgebieten Waszkoutz am Czermosz, Russisch-Banilla, Słobodiza-Banilla, Karapcziu, Willawcze sowie Zamostie entstand per 1. November 1898 schließlich der Gerichtsbezirk Waschkoutz am Czeremosch.[4] Der Gerichtsbezirk Waschkoutz am Czeremosch wurde jedoch per 1. Oktober 1903 aus dem Bezirk Wiznitz ausgeschieden und mit dem Gerichtsbezirk Stanestie aus dem Bezirk Storozynetz zum Bezirk Waschkoutz am Czeremosch zusammengefasst.[5]

Der Gerichtsbezirk Waschkoutz am Czeremosch wies 1900 eine Bevölkerung von 21.346 Einwohnern auf einer Fläche von 211,18 km² auf. Von der Bevölkerung hatten 1900 16.656 Ruthenisch (78,0 %) als Umgangssprache angegeben, 3.478 Personen sprachen Deutsch (16,3 %), 55 Rumänisch (0,3 %) und 1.151 eine andere Sprache (5,4 %).

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Reichs-Gesetz- und Regierungsblatt für das Kaiserthum Österreich 1850, CLXV. Stück, Nr 497: „Kaiserliche Verordnung, wodurch die Gerichts-Organisation in den Kronländern Galizien und Lodomerien mit Krakau, Auschwitz und Zator und in der Bukowina festgesetzt wird“
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  4. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder, 1893, Nr. 111: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend die Errichtung des Bezirksgerichtes Waszkoutz am Czeremosz in der Bukowina“ bzw. 1898, Nr. 144: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend die Activirung des Bezirksgerichtes in Waszkoutz am Czeremosz in der Bukowina“
  5. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1903, LXXXVIII. Stück, Nr. 182: „Kundmachung des Ministeriums des Innern, betreffend die Errichtung einer Bezirkshauptmannschaft in Waszkoutz am Czeremosz in der Bukowina“

Literatur