Gertrude Brinek

Gertrude Brinek (2008)

Gertrude Brinek (* 4. Februar 1952 in Hollabrunn) ist eine österreichische Politikerin (ÖVP), Assistenzprofessorin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien und Volksanwältin.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Gertrude Brinek wuchs in Weyerburg, einem Ort der Stadt Hollabrunn, auf und besuchte in Hollabrunn die Schulen. Von 1971 bis 1973 besuchte Gertrude Brinek die Pädagogische Akademie des Bundes in Wien und studierte dort Pädagogik, Psychologie und Kunstgeschichte. In den Jahren 1973 bis 1983 unterrichtete sie an Wiener Volks- und Hauptschulen. Zwischen 1973 und 1983 war sie Studienassistentin am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Wien. Nach ihrer Promotion [1] wirkte sie von 1987 bis 2004 als Universitätsassistentin und von 2004 bis 2008 als Assistenzprofessorin am Institut für Bildungswissenschaft.

Im Juli 2008 wurde sie vom Parlament zur Volksanwältin gewählt.

Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit waren Bildungstheorie und Bildungsforschung einschließlich Schulforschung.

Sie ist Mitglied der christlichen, farbentragenden Studentinnenkorporationen Vindobona Nova Wien im VFM und Koinonia Wien im VCS.

Politische Laufbahn

Von 1983 bis 1988 war Gertrude Brinek Bezirksrätin von Wien/Leopoldstadt, von 1988 bis 1990 Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat, von 1991 bis 1994 Abgeordnete zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderates. Von 1994 bis Juli 2008 war sie wieder Abgeordnete zum Nationalrat. Ihre politischen Schwerpunktthemen waren Wissenschafts- und Bildungspolitik, Kultur- und Justizfragen und Genderthemen. Bis Juli 2008 war sie Bezirksparteiobfrau der ÖVP Leopoldstadt.

Am 14. Juli 2008 folgte Brinek Maria Fekter als Volksanwältin nach.[2]

Definitivstellung

Gertrude Brinek wurde 2003 an der Universität Wien definitiv gestellt (d.h. unbefristet und unkündbar angestellt). Zuvor hatte sich sowohl die Fakultätsleitung als auch das Fakultätskollegium (mit 27 gegen 5 Stimmen) aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Leistungen gegen die Definitivstellung ausgesprochen. Das Wissenschaftsministerium unter der Leitung von Elisabeth Gehrer entschied aber für Brinek.[3][4]

Diese Vorgänge lösten an der Universität einigen Unmut aus und waren auch Inhalt einer parlamentarischen Anfrage der oppositionellen SPÖ an Gehrer.[5][6]

Auszeichnungen

Publikationen

  • Erziehung des Staunens. Zur pädagogischen Bedeutung eines emotiven Phänomens, WUV-Universitätsverlag, Wien 1991
  • Bildung zwischen Glaube und Wissen. Grundfragen der Pädagogik der Gegenwart (hg. gem. m. Gerhard Schaufler), Tyrolia Innsbruck; Wien, 1991
  • Pädagogik im Pluralismus (hg. gem. m. Alfred Schirlbauer), WUV, Wien 1993
  • Staatsschule am Ende? Perspektiven auf den Bildungsmarkt (hg. gem. m. Nikolaus Severinski), WUV, Wien 1995
  • Vom Sinn und Unsinn der Hochschuldidaktik (hg. gem. m. Alfred Schirlbauer) WUV, Wien 1996
  • Jugendtheorie und Jugendarbeit (hg. gem. m. Ines M. Breinbauer), WUV 1997
  • Universitäten wohin? Beiträge zur Suche nach einer adäquaten Identität (hg. gem. m. Hans Mikosch) Zeitschrift für Hochschuldidaktik (erscheint Aug. 2001), Studienverlag, Innsbruck 2001
  • Lob der Schule (gem. m. Alfred Schirlbauer; Nov. 2001), WUV 2001
  • PISA zufolge PISA. PISA According to PISA. Hält PISA, was es verspricht? - Does PISA keep, what it promises? LIT-Verlag, Wien 2007. ISBN 3-8258-0946-3 (Zweisprachiger Sammelband mit Beiträgen von siebzehn Forschern, hg. gem. m. Stefan Hopmann und Martin Retzl)
  • Vom wahren Leben im Rechtsstaat, Styria Verlag, 2012 ISBN 978-3-222-13352-7

Einzelnachweise

  1. Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek
  2. Der Standard: Brinek wird neue Volksanwältin, 10. Juli 2008
  3. Profil, Ausgabe Nr. 40 vom 29. September 2003
  4. ORF: ÖH-Kritik an Pragmatisierung Brineks
  5. Anfrage des Abgeordneten Broukal und Genossinnen an die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffend Definitivstellung von Universitätsbediensteten (979/AB XXII. GP) vom 22. Oktober 2003 auf der Homepage des Österreichischen Parlaments
  6. Anfragebeantwortung des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (979/AB XXII. GP) vom 22. Dezember 2003 auf der Homepage des Österreichischen Parlaments
  7. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952

Weblinks