Gini Müller

Gini Müller (* 1971 in Wien) ist eine österreichische Theaterwissenschaftlerin, Performance-Künstlerin und Dramaturgin.

Sie studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Musikwissenschaft an der Universität Wien.

Von 1998 bis 2000 arbeitete sie als Dramaturgin am Schauspielhaus Wien. Dort war sie unter anderem an der Inszenierung von Mark Ravenhills "Shoppen und Ficken" beteiligt, bei der die Darstellerinnen und Darsteller mitten im auf Sofas und Liegematten gebetteten Publikum agierten. Als Dramaturgin des Schauspielhauses trug sie dazu bei, dass das Volxtheater Favoriten dort die wöchentliche Performance-Reihe "Theme Attack" realisieren konnte. Im Jahr 2000 wurde ihr aus politischen Gründen von Schauspielhaus-Intendant Hans Gratzer gekündigt und sie mit Hausverbot belegt.

Ab 2001 engagierte sie sich als Mitbegründerin der Volxtheaterkarawane, die sie bis 2005 maßgeblich mitprägte. Seit 2002 arbeitet Müller zudem kontinuierlich mit dem Theaterkombinat Wien zusammen. Im Jahr 2003 erhielt sie einen einjährigen Lehrauftrag für "Performative Praktik" an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Im gleichen Jahr gründete sie gemeinsam mit Sabine Marte, Katrina Daschner und Christina Nemec die feministische Performance-Band SV Damenkraft. Gemeinsam mit SV Damenkraft gestaltete sie 2008 die Burlesque-Performance "Orlanding the Dominant" im Kellertheater des Wiener Konzerthaus.

Im Oktober 2009 inszenierte Müller die auf Texten von Pier Paolo Pasolini und Hermes Phettberg basierende Performance "Transkatholische Vögel" im Künstlerhaus-Theater. Ebendort führte sie 2010 die Performance "Who shot the Princess" auf, die sich an dem Genre Telenovela abarbeitet und auf abgewandelten Texten von Elfriede Jelinek basiert.

Müller ist Lehrbeauftragte am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.

Literatur

Gini Müller: "Possen des Performativen. Theater, Aktivismus und queere Politiken" Wien 2008, Verlag Turia + Kant, ISBN 978-3-85132-496-9

Weblinks