Goldener Hahn (Werbepreis)

Logo des Goldenen Hahnes

Der Goldene Hahn (früher auch „Goldener Werbehahn“) ist der Niederösterreichische Landespreis für beispielhafte Werbung. Es ist der größte Werbepreis auf Landesebene in Österreich. Die Vergabe erfolgt durch den Niederösterreichischen Landeshauptmann gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Die jährlich erfolgende Vergabe teilt sich auf zwei Galaveranstaltungen: Die Nominierungsgala, die an wechselnden Orten stattfindet, sowie die Gala zum Goldenen Hahn, welche im Stadttheater in Baden bei Wien stattfindet.

Die Organisation und Abwicklung des Preises erfolgt vorwiegend durch die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer NÖ.

Preise dieser Art dienen Unternehmen oftmals zur Orientierung in der Auftragsvergabe, da Agenturen auf Landesebene meist keine umfassende Bekanntheit wie nationale Agenturen besitzen.

Inhaltsverzeichnis

Kategorien und Preise

Der Goldene Hahn wird derzeit in 13 Kategorien vergeben. In jeder Kategorie werden per Juryentscheid fünf Preisträger für den Silbernen Hahn (zwischenzeitlich auch nur als „Werbehahn“ bezeichnet) ermittelt. Diese stellen die Nominierten zum Goldenen Hahn dar. Aus den maximal 5 Nominierten wird per Juryentscheid (bzw. in der Kategorie Kampagne auch durch Publikumswertung) maximal ein Preisträger für den Goldenen Hahn ermittelt. In Sonderfällen kann die Jury abweichende Entscheidungen treffen oder die Vergabe von Auszeichnungen mangels geeigneter Arbeiten aussetzen.

Die Kategorien und Vergabemodalitäten unterliegen aufgrund der wechselnden Marktbedingungen dauernden Veränderungen und sollten bei einer Einreichung genau geprüft werden.

Die Kategorien im Jahr 2010[1]:

Neue Trophäe seit 2010
  1. Plakat
  2. Anzeige
  3. Broschüre/Folder
  4. Website
  5. Online-/Mobile-Marketing
  6. Hörfunk
  7. Film/Animation
  8. Kampagne (Jury- & Publikumswertung)
  9. Dialog-Marketing
  10. Public Relations
  11. Messe/Event/Promotion
  12. Verpackungsdesign
  13. Grafikdesign/Corporate Design

Das Aussehen der Trophäen wird regelmäßig verändert. Die letzte Änderung fand 2010 statt: Die aktuellen Trophäen bestehen aus Metall und stellen eine versal-typographische Lösung unter Einsatz des Begriffes "kikeriki" dar. Sie lösten die 2007 bis 2009 eingesetzten Trophäen aus Glas ab, welche durch die stilisierte Kontur eines Hahnenkammes (eigentlich die Umrisse eines dies symbolisierenden roten Handschuhes aus den Kampagnen zum Wettbewerb) charakterisiert waren.

Mit den Auszeichnungen gehen veranstalterseitig, wie für Werbepreise üblich, keine Geldpreise einher. Preisträger müssen vielmehr Kostenbeiträge zu den erhaltenen Trophäen entrichten. Je nach Jahr und Kategorie erhalten Preisträger manchmal sponsorenseitige Leistungen im geringeren Umfang.

Ablauf

Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenpflichtig. Üblicherweise beginnt die Einreichfrist im Februar oder im März und endet im April. Die Einreichung ist seit dem Jahr 2006 ausschließlich digital möglich und erfolgt über ein Online-Einreichsystem.[2]

Kurz nach Ende der üblicherweise um max. eine Woche nachträglich verlängerten Einreichfrist erfolgt die Jurierung durch eine Fachjury, welche meist als Veranstaltung auch in den Medien präsent ist. Das genaue Jurierungsprocedere unterliegt dem Ausschluss der Öffentlichkeit, die Entscheidungen betreffend der Goldenen Hähne werden bis zur Goldenen Hahn-Gala unter Verschluss gehalten. Die Preisträger der Silbernen Hähne werden bereits vor der Nominierungsveranstaltung schriftlich informiert.

Die Vergabe der Preise teilt sich seit 2006 auf zwei Veranstaltungen im Frühsommer (meist Mai und Juni) und lehnt sich in ihrem Procedere ein wenig an den Oscars an:

  • Die Nominierungs-Gala (früher auch „Nominierungsevent“), welche informelleren Charakter hat und meist an einem wechselnden Ort in Niederösterreich stattfindet. An der üblicherweise als geschlossene Veranstaltung angelegten Nominierungs-Gala nehmen in der Regel nur die Agenturvertreter ohne Kunden teil.
  • Die Goldene Hahn-Gala (in manchen Jahren auch „Werbegala“) als Hauptveranstaltung, deren Veranstaltungsort aufgrund des oscar-ähnlichen Ambientes seit 2009 auf das Stadttheater in Baden bei Wien fixiert wurde. Die Goldene Hahn-Gala ist öffentlich, Karten können von jedermann erworben werden. Oftmals werden die Agenturen von den Auftraggebern der nominierten Arbeiten begleitet.

Teilnahme

Die Teilnahme am Goldenen Hahn ist allen niederösterreichischen Werbeunternehmen (Sitz in Niederösterreich) gestattet. Eingereichte Arbeiten müssen gewissen Kriterien entsprechen, etwa:

  • Öffentlicher Einsatz in einem bestimmten vorangegangenen Zeitraum
  • Entsprechen der internationalen Richtlinien für die Lauterkeit von Werbung (gemäß den Richtlinien der CAAA-Zertifizierung)
  • Aufweisen einer klaren Zielvorgabe (Werbebriefing)
  • Erreichen der Zielsetzung (Werbeerfolg)

Darüber hinaus zeichnet die Jury nur Arbeiten von überdurchschnittlicher fachlicher Qualität und mit beispielgebendem Charakter aus. Bei Verstoß gegen Grundlagen ist eine Disqualifikation oder die spätere Aberkennung eines verliehenen Preises jederzeit möglich.

Die Ausschlusskriterien wurden zuletzt etwas gelockert. Ausgeschlossen sind nun:

  • Werbung für politische Parteien/Gruppierungen (aufgrund des Neutralitätsgebotes der Jury)
  • Arbeiten, die den guten Sitten widersprechen oder den Anstand verletzen
  • Sämtliche Arbeiten, die unter unmittelbarer Beteiligung eines Jurors oder eines Moderators der Veranstaltung entstanden sind

[3]

Jurierung und Jury

Die Jury bewertet primär nach den Kriterien, die in den Teilnahmebedingungen teils spezifisch für Kategorien genannt werden in einem nicht näher veröffentlichten Abstimmungsmodus in einer Kombination aus persönlicher Jurierung und Onlinejurierung.

Die Jury setzt sich aus diversen - neutralen - Fachleuten zusammen, etwa Werbe-Fachleute aus anderen Bundesländern, Vertreter aus der Medienbranche sowie einzelne Führungskräfte aus der Wirtschaft mit Marketing-Hintergrund.[4] Den Vorsitz führt der jeweilige Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation, dieser ist jedoch nicht stimmberechtigt.

Entwicklung

Der „Goldene Hahn“, damals auch „Landespreis für vorbildhafte Werbung“, wurde 1977 von der Innung für das wirtschaftliche Werbewesen, der heutigen Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation initiiert. 1993 wurde weiters die Werbefotografie in den Wettbewerb aufgenommen.[5] Bis zum Jahr 2006 erfolgte die Organisation des Werbepreises neben der bis heute andauernden Zusammenarbeit mit der NÖ Landesregierung gemeinsam mit der Landesinnung der Fotografen.

Im Laufe der Jahre wurden die Kategorien, Einreich- und Bewertungsbestimmungen sowie die Auszeichnungsmodalitäten vielfach geändert. So gab es - mehr oder weniger analog zum Cannes Lions International Advertising Festival bis 2005 ein dreistufiges System mit bronzenen, silbernen und goldenen Werbehähnen ohne eine bestimmte Ziel-Anzahl an Auszeichnungen je Kategorie sowie die Auslobung von Anerkennungspreisen bzw. -urkunden. Ein Schüler- und Studentenpreis, der „Junior-Hahn“, wurde 2010 u.a. aufgrund wiederholter Probleme mit Einreichungen sowie Regelverstößen, die eine objektive Beurteilung unmöglich machten, eingestellt.

Vor allem seit 2006 ist die Entwicklung des Goldenen Hahnes als Werbepreis sowohl von der Qualität der eingereichten Arbeiten als auch von der Anzahl der eingereichten Arbeiten stark wachsend, nicht zuletzt aufgrund der ebenso stark wachsenden NÖ Werbewirtschaft. Der Wettbewerb ist zunehmend kompetitiv, dies aufgrund der umfassenden medialen Präsenz der Auszeichnung und auch der in den letzten Jahren erfolgten Reduktion der Auszeichnungen. Der Preis wird aus diesen Gründen auch auf nationaler Ebene immer stärker von Medien und Fachmedien aufgenommen.

Im Jahr 2009 wurde der bisherige Spitzenwert von 439 Einreichungen mit rund 1.000 Einzelarbeiten erreicht[6], was laut Information der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation NÖ den größten Werbepreis auf Österreichischer Landesebene darstellt[7][8]. 2010 wurde trotz schwieriger Branchenbedingungen mit 390 Einreichungen und ca. 950 Einzelarbeiten eine ähnlich hohe Anzahl an Einreichungen erzielt[9].

Quellen

  1. Aktuelle Teilnahmebedingungen zum Goldenen Hahn, http://www.goldenerhahn.or.at/teilnahmebedingungen.php
  2. Aktuelle Teilnahmebedingungen zum Goldenen Hahn, http://www.goldenerhahn.or.at/teilnahmebedingungen.php
  3. Aktuelle Teilnahmebedingungen zum Goldenen Hahn, http://www.goldenerhahn.or.at/teilnahmebedingungen.php
  4. Aktuelle Jury des Goldenen Hahnes, http://www.goldenerhahn.or.at/jury.php
  5. Presseaussendung der NÖ Landesregierung aus 2007, http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20070227_OTS0103/goldener-hahn-fuer-vorbildhafte-werbung-in-niederoesterreich
  6. Artikel in „Niederösterreichische Wirtschaft“ 2008, Seite 38, http://wko.at/wknoe/presse/nowi/n0815.pdf
  7. Presseaussendung der Fachgruppe Werbung aus 2009, http://www.pressetext.at/news/090506029/goldener-hahn-09-hahnsinns-werbung-in-noe/
  8. Berichterstattung über Nominierung in der "Badener Zeitung" 2010, http://www.badenerzeitung.at/artikel/20102023.htm
  9. Berichterstattung über Einreichungen in "Bezirksblätter" 2010, http://archiv.print-gruppe.com/data/47/2010/15/tmp/14_47_2010_15.pdf

Weblinks