Grünau im Almtal

Grünau im Almtal
Wappen von Grünau im Almtal
Grünau im Almtal (Österreich)
Grünau im Almtal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Fläche: 230,18 km²
Koordinaten: 47° 51′ N, 13° 57′ O47.85277777777813.955555555556528Koordinaten: 47° 51′ 10″ N, 13° 57′ 20″ O
Höhe: 528 m ü. A.
Einwohner: 2.115 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 9,19 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4645
Vorwahl: 07616
Gemeindekennziffer: 4 07 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Dorf 17
4645 Grünau im Almtal
Website: www.gruenau.at
Politik
Bürgermeister: Alois Weidinger (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
10 ÖVP, 9 SPÖ, 4 FPÖ, 2 Grüne
Lage der Gemeinde Grünau im Almtal im Bezirk Gmunden
Altmünster Bad Goisern Bad Ischl Ebensee Gmunden Gosau Grünau im Almtal Gschwandt Hallstatt Kirchham Laakirchen Obertraun Ohlsdorf Pinsdorf Roitham St. Konrad (Oberösterreich) St. Wolfgang im Salzkammergut Scharnstein Traunkirchen Vorchdorf OberösterreichLage der Gemeinde Grünau im Almtal im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ort Grünau.jpg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Grünau im Almtal ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel mit 2115 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Gmunden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Grünau im Almtal liegt auf einer Höhe von 528 m ü. A. im Salzkammergut (Traunviertel). Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 18,2 km, von West nach Ost 21,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 230 km², damit ist Grünau die größte Gemeinde Oberösterreichs. 74,5 % der Fläche sind bewaldet. Neben dem Almsee im Süden des Gemeindegebietes, liegen nordöstlich davon der Kleine und der Große Ödsee in einem Seitental (Hetzautal) des Almtals. Südlich der Seen überragt der Große Priel, der höchste Gipfel des Toten Gebirges die kalkweiße Gebirgskette.

Es gibt nur die Katastralgemeinde Grünau im Almtal.

Nachbargemeinden

Die einzige Gemeinde, durch die Grünau durch das Almtal und auch verkehrstechnisch verbunden ist ist Scharnstein (Bezirk Gmunden) im Norden. Außerdem grenzt Grünau noch an die ebenfalls zum Bezirk gehörenden Gemeinden Ebensee und Gmunden, an die Gemeinden Steinbach am Ziehberg, Micheldorf in Oberösterreich, Klaus an der Pyhrnbahn und Hinterstoder im Bezirk Kirchdorf an der Krems sowie an die Gemeinden Altaussee und Grundlsee im Bezirk Liezen (Steiermark).

Gmunden Scharnstein Steinbach, Micheldorf
Ebensee Nachbargemeinden Klaus
Altaussee, Grundlsee Hinterstoder

Geschichte

Mit der Gründung des Benediktinerstiftes Kremsmünster durch Herzog Tassilo III. 777 wird allmählich auch die Landschaft an der Alm in den Blickpunkt der Geschichte gerückt. Als das Stift im 10. Jahrhundert durch die Ungarneinfälle schwer in Mitleidenschaft gezogen wird, verliert es auch die Gegend am Almsee. Im Jahr 992 stellt nämlich Graf Arnold von Lambach dem Stift unter anderem die Fischerei im Almsee sowie die Weiden am Kasberg zurück. Nach den Ungarnstürmen gründete ein Nachkomme dieses Grafen, der heilige Adalbero, 1056 das Stift Lambach. Er hatte das Gebiet um Grünau geerbt und machte es mit seinen Mönchen urbar.

Grünau im Almtal, Luftbild

Im Jahr 1160 erscheint erstmals der Name „Gruona“. Kremsmünster ließ nichts unversucht, das verlorengegangene Gebiet zurückzugewinnen. Der Pfarrzehent aus Grünau fiel 1224 an Lambach.

Dieser Umstand lässt auf das Bestehen einer Kirche, vielleicht sogar schon einer eigenen Pfarre Grünau um 1250 schließen. Die erste Kirche von Grünau war dem heiligen Kilian, dem Bischof von Würzburg und Lambacher Stiftspatron, geweiht.

1418 ging Grünau durch Tausch von Lambach an Reinprecht II. von Walsee über, den Besitzer der Herrschaft Scharnstein. Die Kirche ist seither dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Patronat und Vogtei waren seitdem an Scharnstein gebunden. Die Selbständigkeit der Pfarre wurde während der nächsten Zeit geschmälert, weil sie die Scharnsteiner Schlosskapläne geistlich nur mitbetreuten.

Erst nach dem Aussterben der Walseer (1483) erlangte die Pfarre ihre Selbständigkeit zurück. Das Besetzungsrecht blieb freilich weiterhin in der Herrschaft Scharnsteins bis zum Sturz der Jörger im Jahre 1620. Bereits im Jahre 1625 erwarb das Stift Kremsmünster die Herrschaft Scharnstein und damit auch die Grundobrigkeit über die Pfarre Grünau. Auf Wunsch der Pfarrangehörigen wurde Grünau 1964 dem Kremsmünsterer Seelsorgebereich eingegliedert. Bis heute wird Grünau vom Stift Kremsmünster betreut.

Grünau gehörte zu folgenden Grundherren: Starhemberger, Jörger, Kaiser Maximilian I., Fernberger sowie das Stift Kremsmünster.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Nach 1866 wurde der Ort zum Exil des Welfenherzogs König Georg V. von Hannover.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Grünau im Almtal, Kirche mit Hauptaltar
  • Pfarrkirche: Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten zählt die barocke Pfarrkirche "St. Jakobus der Ältere" von 1695 mit ihrem Hochaltar, der von der Stiftskirche Kremsmünster stammt. Die Figurengruppe im oberen Teil des barocken Altares stammt von dem Nürnberger Renaissancebildhauer Hans Peisser (nachrichtlich bezeugt), einem Schüler oder Nachfolger des Veit Stoß, und wurde 1531 vollendet. Sie stellt Christus als Erlöser mit den Heiligen Benedikt und Agapitus dar und gehört zu den wenigen monumentalen Meisterwerken der Renaissance nördlich der Alpen.
  • Natur: Landschaftlich hat Grünau sehr viel zu bieten. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählen neben dem Almsee und das umgebene Landschaftsschutzgebiet mit seiner faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt, die Ödseen, der Cumberland Wildpark sowie die Kasbergalm.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Echoblasen: Von Mitte Juni bis Mitte September findet jeden Mittwoch das berühmte 'Echoblasen' am Almsee statt.
  • Bläserfest: Ein weiterer kultureller Höhepunkt ist das jährliche Bläserfest, an dem Bläsergruppen aus ganz Österreich teilnehmen.

Wappen

Beschreibung des 1992 verliehenen Gemeindewappens: Gespalten von Grün und Silber mit einem Nadelbaum in gewechselten Farben. Die Gemeindefarben sind Weiß-Grün.

Der je zur Hälfte im "Schneekleid" des Winters bzw. im sommerlichen Grün dargestellte, den Wappenschild dominierende Nadelbaum spricht für den landschaftlichen Reichtum der Tourismusgemeinde mit dem Almtal und den unter Naturschutz stehenden Gewässern Almsee und Ödseen, dem Cumberland-Wildpark und Einrichtungen des zu allen Jahreszeiten prosperierenden Alpinismus.

Politik

Bürgermeister ist Alois Weidinger von der SPÖ. Vizebürgermeister ist Johann Ettinger von der ÖVP. Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen: ÖVP 10 Mandate, SPÖ 9 Mandate, FPÖ 4 Mandate, GRÜNE 2 Mandate

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2.137 Einwohner, 2001 dann 2.115 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft ist geprägt vom zweisaisonalen Tourismus mit rund 138.000 Übernachtungen pro Jahr, sowie ferner von der Forstwirtschaft und Holzverarbeitung.

In Grünau im Almtal ist die Konrad Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien ansässig.

Verkehr

Grünau ist auf Straßen von Gmunden bzw. Wels erreichbar. Mit beiden Städten gibt es eine Linienbus-Verbindung. Eine Bus-Verbindung mit niedriger Frequenz verbindet Grünau mit dem Almsee (14 km). Grünau ist der Endbahnhof der Almtal-Lokalbahn mit dem Ausgangspunkt Wels Hauptbahnhof.

Persönlichkeiten

Personen mit Bezug zum Ort

  • Konrad Lorenz (1903–1989), Mitbegründer der vergleichenden Verhaltensforschung, Nobelpreisträger, gründete und betrieb in Grünau die nach ihm benannte Forschungsstelle der Verhaltensforschung an Graugänsen (1974)

Ehrenbürger:

Weblinks

 Commons: Grünau im Almtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien