Grünbach (Oberösterreich)

Grünbach
Wappen von Grünbach
Grünbach (Oberösterreich) (Österreich)
Grünbach (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 36,08 km²
Koordinaten: 48° 32′ N, 14° 32′ O48.53861111111114.533611111111721Koordinaten: 48° 32′ 19″ N, 14° 32′ 1″ O
Höhe: 721 m ü. A.
Einwohner: 1.888 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 52,33 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4264
Vorwahl: 07942
Gemeindekennziffer: 4 06 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grünbach 71
4264 Grünbach
Website: www.gruenbach.at
Politik
Bürgermeister: Erwin Chalupar (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
4 SPÖ, 10 ÖVP, 4 FPÖ,
1 BZÖ
Lage der Gemeinde Grünbach im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Grünbach (Oberösterreich) im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Grünbach ist eine Gemeinde im oberösterreichischen Mühlviertel im Bezirk Freistadt mit 1888 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Freistadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Grünbach liegt auf 721 m ü. A., die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist der Heinrichschläger Berg mit 928 m. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,4 km und von West nach Ost 9,4 km. Die Gesamtfläche beträgt 36,1 km². 36,6 % der Fläche sind bewaldet und 60,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Auf der Hochebene in der Nähe von der Kirche St. Michael entspringt die Feldaist.

Ortsteile

  • Grünbach
  • Heinrichschlag
  • Helbetschlag
  • Lichtenau
  • Mitterbach
  • Oberrauchenödt
  • Schlag
  • Unterpaßberg
  • Unterrauchenödt

Nachbargemeinden

Leopoldschlag Windhaag
Rainbach Nachbargemeinden
Freistadt Lasberg St. Oswald

Geologie

Der Untergrund der Gemeinde besteht hauptsächlich aus Freistädter Granodiorit, in den sich von Südost ein Keil aus Perl- bzw. Schiefergneis schiebt. Weinsberger Granit kommt in kleinen Einsprengseln vor.

Geschichte

1270 bis 1286 erfolgt die erste Nennung von Grinpach, Lichtenowe, Plage und Rauchenödt. Da Grünbach innerhalb einer Meile (Meilenrecht) um Freistadt lag, konnten sich keine Bürgerhäuser und somit keine Marktgemeinde entwickeln. Die Pfarre Grünbach wird 1309 erstmals erwähnt, und war damals eine der größten Pfarren in Oberösterreich. Zwischen 1376 und 1380 erfolgt die erste Erwähnung von Gehöften im Raum Grünbach. 1387 wird Heinrichschlag erstmals erwähnt, 1392 folgt Paßberg und 1413 Helbetschlag. Die Hussiten zerstörten 1422 die Kirche in St. Michael ob Rauchenödt. 1483 verkauft Bernhard Graf von Tyernstein seine Besitzungen in und um Grünbach an Ulrich von Starhemberg. Mit der Zuwendung aus dem Testament des Freistädter Bürgers Georg Fuchsöder steht Geld für den Ausbau der Pfarrkirche und der Kirche St. Michael zur Verfügung. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Im Jahre 1526 besteht der Ort aus 6 Häusern, 16 Häuser stehen in Helbetschlag, 18 in Paßberg, 4 in Lichtenau und 2 in Schlag. 1578 erfolgt der Verkauf der Starhemberger Besitzungen in Grünbach an den Pfleger der Herrschaft Freistadt, Joachim Stängl. In den Jahren 1610/11 zieht das Hagersche Kriegsvolk mit 1500 Fußknechten durch das Gemeindegebiet und verursacht eine Hungersnot. Im OÖ Bauernkrieg 1626 kämpften Grünbacher Bauern in den Reihen der Aufsässigen. Mit dem Verkauf der Herrschaft Weinberg von den Zelkingern an die Thürheimer, änderten sich wieder die Besitzrechte, bevor 1636 die Ämter bis 1850 wieder an die Starhemberger kamen. 1656 kommt die Pfarre in die Zuständigkeit des Stifts St. Florian. 1705 folgte die Abtrennung der Pfarre Windhaag, 1738 wird die Pfarre Sandl abgetrennt. 1787 erfolgt die Errichtung des 1. Schulgebäudes. 1827 umfasst Grünbach 48 Häuser.

Nach der Grundentlastung 1850 entstehen auf heutigem Gemeindegebiet drei Gemeinden - Grünbach, Rauchenödt und Lichtenau. 1874 werden diese 3 Gemeinden zusammengelegt. Zwischen 1894 und 1904 erfolgt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Lichtenau, Grünbach und Rauchenödt. Da das alte Schulgebäude zu klein wurde, folgte 1912 der Bau der neuen Schule. 1929 besitzt der 1. Grünbacher ein Auto. 1936 wurde die Freiwillige Feuerwehr Helbetschlag gegründet.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1940 wurde der Strom in Grünbach eingeleitet. Nach 1945 gehörte Grünbach zur sowjetischen Besatzungszone und erhielt eine viermonatige Besatzung. 1954 wurde das Gemeindehaus neu errichtet, das bis 1968 zu klein wurde und daher neu errichtet wurde.

Im Jahr 1988 wurde der Freizeitteich nach nur dreijähriger Bau- und Planungszeit durch den Verein Freiwaldteich Grünbach errichtet. Der Teich prägt seither das gesamte Ortsbild.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[1]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.459   1951 1.465
1880 1.480   1961 1.440
1890 1.435   1971 1.569
1900 1.535   1981 1.570
1910 1.543   1991 1.641
1923 1.503   2001 1.816
1934 1.513   2008 1.853
1939 1.374

Entwicklung und Struktur

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1459 Menschen. Bis 2001 stieg die Bevölkerung auf 1816 Menschen an, der bisher höchste Stand bei Volkszählungen. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 1641 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 bereits 1816, was einem Anstieg von 10,6 % entspricht. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 1853 Einwohner.[1]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 16,2 %; 22,6 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 48,7 %.[2]

Von den 1406 Bewohnern Grünbachs, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 2,8 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 4,7 % hatten eine Matura absolviert, 47,5 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 45 % aller Grünbacher hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[3]

Herkunft und Sprache

Der deutsche Dialekt, der im Raum Grünbach sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 97,3 % der Grünbacher gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,8 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,4 % tschechisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Grünbacher mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 3 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 1,4 % der Grünbacher Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft der Türkei, 0,1 % eine aus Deutschland und 1 % entfiel auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 3 % der Grünbacher in einem anderen Land als in Österreich geboren.[2]

Politik

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Ab dem Jahr 1945 erreichte die ÖVP immer die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei wurde jeweils die SPÖ. Die FPÖ wurde bis 1997 immer drittstärkste Partei, 2003 erreichte die Bürgerliste Pro Grünbach den dritten Rang. 2003 wurde die ÖVP mit 48,2 % stimmenstärkste Partei und regiert mit absoluter Mandats-Mehrheit.[4] 2009 erreichte die ÖVP wieder die absolute Mehrheit, die Bürgerliste Pro Grünbach trat zu dieser Wahl nicht mehr an. Die FPÖ konnte ihre Mandate von zwei auf vier verdoppeln, das BZÖ erreichte beim ersten Antreten ein Mandat.[5]

Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 83,5 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
ÖVP 52,5 % +4,2 % 10 0
SPÖ 21,9 % -0,8 % 4 0
FPÖ 20,5 % +10,0 % 4 +2
BZÖ 5,2 % +5,2 % 1 +1

Bürgermeister der Gemeinde ist Erwin Chalupar von der ÖVP. Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern.

Die nächste Gemeinderatswahl wird 2015 abgehalten.

Partnerschaften

Seit 1998 besteht eine Partnerschaft zur Gemeinde Grünbach im Vogtland (Sachsen), nachdem 1994 die Freiwillige Feuerwehren eine Partnerschaft schlossen. Seit 2004 besteht eine zweite Partnerschaft mit der tschechischen Gemeinde Svatý Jan nad Malší im Maltschtal.

Wappen

Wappen Grünbach

Das Gemeindewappen zeigt in Silber über einem erniedrigten grünen Wellenbalken einen goldbewehrten schwarzen Birkhahn in Balzstellung. Der grüne Wellenbalken steht für einen Bach und versinnbildlicht den Ortsnamen. Der Birkhahn stellt die harten Lebensbedingungen im nördlichen Mühlviertel dar. Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß-Grün.

Die Verleihung des Gemeindewappens und der Gemeindefarben erfolgte am 29. Mai 1972.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Grünbach

Bauwerke

  • Sender Grünbach: Ein 200 Watt starker Sender zur Versorgung des umliegenden Gebiets mit Fernsehen und Radio.
  • Pfarrkirche Grünbach: Die Pfarrkirche wurde 1511 zur spätgotischen Hallenkirche ausgebaut. Das reich verzierte Südtor stammt aus der Zeit um 1512. Viel älter ist der frühgotische Altarraum der Kirche mit dem Kreuzrippengewölbe. Der Turm trägt ein gotisches Keildach.
  • St. Michael ob Rauchenödt: Die Filialkirche St. Michael ist eines der bekanntesten Kulturdenkmäler des Mühlviertels. Der gotische Innenraum besitzt ein zierliches Sterngewölbe und einen gotische Flügelaltar aus dem Jahre 1524.

Regelmäßige Veranstaltungen

Das Dorffest findet alle 2 Jahre, der Weihnachtsmarkt jedes Jahr statt.


Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 1999 existierten (lt. Statistik Austria) noch 83 Vollerwerbs- und 65 Nebenerwerbsbetriebe, welche eine durchschnittliche Größe von 28,4 bzw. 13,3 ha hatten. Die Höfe liegen zum großen Teil in den Erschwerniszonen 1 bis 3, somit sind sie Bergbauernbetriebe. 22 % der Gesamtbevölkerung ist nach wie vor in der Landwirtschaft tätig.

Der Trend geht zum tertiären Sektor (Dienstleistungen). In 59 Gewerbebetrieben arbeiten 35 % und im Dienstleistungsbereich 43 % der Bevölkerung. Von den rund 800 Erwerbstätigen sind nur 330 im Ort beschäftigt, der Rest pendelt hauptsächlich nach Freistadt oder nach Linz.

Verkehr

Die Böhmerwald Straße (B 38) führt südlich durch das Gemeindegebiet.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Im Ort stehen ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Hauptschule zur Verfügung. Weiters gibt es in der Gemeinde einen Arzt.

Im Gemeindegebiet existieren fünf Freiwillige Feuerwehren, in: Grünbach, Helbetschlag, Lichtenau, Mitterbach und Rauchenödt.

Persönlichkeiten

Grabstein Franz Blöchl
  • Franz Blöchl, 1892 Abgeordneter in OÖ Landtag, 17. Juni 1907 Reichratsabgeordneter in Wien bis zu seinem Tod am 5. Februar 1909[7]
  • Job Hartmann von Enenkel,* 14. September 1576 in Heinrichschlag, Oberösterreich; † 9. Februar 1627, österreichischer Genealoge und Historiker.

Einzelnachweise

  1. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf)
  2. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf)
  3. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf)
  4. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Grünbach (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  5. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPErgebnisEingelangtNEU.jsp?BezirksListe=6&GemeindeListe=40602&cmdAktualisieren=&bezirkAlt=6&wahlKreisAlt=&wahlNameKurz=G09&gemeindeNummerLink=(abgerufen am 2. Dezember 2009)
  6. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Grünbach (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  7. Parlament - Franz Blöchl

Literatur

Weblinks

 Commons: Grünbach, Upper Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weitere Infos über die Gemeinde Grünbach (Oberösterreich) auf dem Geo-Infosystem des Bundeslandes Oberösterreich