Grassermühle

Die Grassermühle in Frankenfels beim Frankenfelser Feuerwehrfest am 6. September 2009

Die Grassermühle ist ein etwa 600 Jahre altes[1] historisches und kulturell bedeutendes Gebäude in Frankenfels. Sie ist seit 1964 im Besitz der Marktgemeinde Frankenfels[2] und wird heute von der Gemeinde vielseitig verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Grassermühle befindet sich in der Rosenbühelgegend, etwas südlich vom Ortszentrum der Marktgemeinde Frankenfels bei der Abzweigung der Pielachtal Straße B 39 zum Fischbachgraben.

Geschichte

Die Grassermühle war einst Sägemühle[3] sowie Rotthaus und wurde nach der Grasserrotte benannt. Als Grass wurde und wird in der Umgebung das Nadelholz bezeichnet.

1837 schreibt Franz Xaver Schweickhardt in seinen historisch-topographischen Beschreibungen, dass sich eine Mahlmühle in der Grassa-Rotte befindet, welche vom Nattersbach getrieben wird.[4]

Ende der 1980er Jahre bis 1997 wurde das Objekt, unter besonderer Berücksichtigung der jahrhundertealten Bausubstanz, zu einem Veranstaltungszentrum umgebaut und am 21. September 1997 feierlich unter der Leitung von Bürgermeister Friedrich Griesauer und Landeshauptmann Erwin Pröll eröffnet. Die Kosten waren 20.000.000 Schilling und wurden von der Gemeinde und aus Mitteln der Aktion NÖ schön erhalten - schöner gestalten und der Niederösterreichischen Wohnbauförderung finanziell unterstützt. Anwesend waren bei der Feierlichkeit auch die Nationalräte Johann Kurzbauer, Hermann Mentil, die Landtagsabgeordneten Martin Michalitsch und Marie-Luise Eggerer, sowie der Bezirkshauptmann Josef Sodar und die Bürgermeister der Nachbargemeinden.[5]

Bis 1964 war der Besitz in privater Hand, heute dient das Objekt der Gemeinde als Wohnung, Veranstaltungszentrum, sowie als Lagerplatz, Garage und als Gemeindebauhof. Unter anderem werden dort Feuerwehrfeste, Oktoberfeste und sonstige Events abgehalten.

Sonstiges

Ein mit dem Jahre 1651 datierter Durchzugsbaum ist noch heute erhalten.[6]

Gemeinsam mit der Eröffnung der neuen Grassermühle wurde auch das 659 Seiten starke Frankenfelser Buch, vorgestellt. Die beiden Herausgeber, Bernhard Gamsjäger und Ernst Langthaler (jun.), erhielten als Anerkennung für ihre Pionierarbeit das Goldene Ehrenzeichen der Marktgemeinde Frankenfels. Dem für den Umbau verantwortliche Baumeister Franz Sauprügl (heutiger Name: Franz Strasser) wurde das Silberne Ehrenzeichen überreicht. Der ausführende Gemeindepolier Josef Niederer erhielt das Goldene Verdienstzeichen. Die Fotografen Gerhard Groiss und Johann Marsam wurden mit dem Silbernen Verdienstzeichen ausgezeichnet.[7]

Einzelnachweise

  1. ÖVP Frankenfels: Frankenfels Aktuell. Ausgabe Nr. 79 vom März 1997, Seite 3
  2. Bernhard Gamsjäger: Das Frankenfelser Häuserbuch. Frankenfels 1987, Seite 337
  3. Bernhard Gamsjäger und Ernst Langthaler (Hrsg.): Das Frankenfelser Buch. Frankenfels 1997, Seite 159
  4. Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, Viertel Ober-Wienerwald (heute etwa Mostviertel), 6. Band: Haimfeld bis Schwerbach-Gegend (Herrschaft Kirchberg), Wien 1837, Seite 276
  5. ÖVP Frankenfels: Frankenfels Aktuell. Ausgabe Nr. 79 vom März 1997, Seite 3
  6. Bernhard Gamsjäger: Das Frankenfelser Häuserbuch. Frankenfels 1987, Seite 109
  7. ÖVP Frankenfels: Frankenfels Aktuell. Ausgabe Nr. 79 vom März 1997, Seite 4

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, Viertel Ober-Wienerwald (heute etwa Mostviertel), 6. Band: Haimfeld bis Schwerbach-Gegend (Herrschaft Kirchberg), Wien 1837 (Online-Version)
  • Bernhard Gamsjäger: Frankenfelser Häuserbuch, Frankenfels 1987
  • Bernhard Gamsjäger und Ernst Langthaler (Hrsg.): Das Frankenfelser Buch. Frankenfels 1997

Weblinks

47.97836111111115.317027777778Koordinaten: 47° 58′ 42″ N, 15° 19′ 1″ O