Gregor Wolny

Gregor Wolny (tschechisch: Řehoř Tomáš Volný, * 20. Dezember 1793 in Freiberg/Příbor; † 3. Mai 1871 im Kloster Raigern/Rajhrad in Mähren) war ein Benediktiner, Historiker, Schriftsteller und Pädagoge im damals österreichischen Mähren des 19. Jahrhunderts.

Leben

Er stammt aus einer relativ wohlhabenden Tuchmacher-Familie, die ihm in Freiberg den Besuch des Gymnasiums ermöglichte. Er studierte in Brünn Philosophie (1811) und in Olmütz Theologie (1812–1815). Im Jahre 1816 wurde er Mönch und trat im Kloster Raigern in Mähren dem Benediktinerorden bei.

Im Kloster widmete er sich überwiegend historischen Arbeiten über Mähren, die nur durch eine pädagogische Tätigkeit als Professor für Weltgeschichte und Philologie am Brünner Gymnasium unterbrochen wurde (1821–1843). Er sammelte umfangreiches historisches und statistisches Material. Dazu gehörten zum Beispiel tausende von Urkunden, die ihm die Landtafel und die Bestände der mährischen Klöster, vorzugsweise aber die Archive des Olmützer Bistums und Kapitels zur Verfügung stellten, sowie amtliche Statistiken, ergänzt durch Berichte der Patrimonial- und kirchlichen Behörden.

Seine Forschungsarbeiten inspirierten zahlreiche Schüler und Kollegen (zum Beispiel Christian d’Elvert, Beda Dudik, Peter von Chlumecký, Boczek, Chytil und andere) Ähnliches zu leisten. Als Anerkennung für seine Verdienste erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Prag und viele weitere Ehrungen.

Werke

  • Taschenbuch für die Geschichte Mährens und Schlesiens, 1–3, Brünn, J. G. Trassler 1826–29
  • Geschichte des Benediktiner Stiftes Raygern in Mähren: ein zum Theil verbesserter Abdruck des gleichbenannten Aufsatzes im III. Jahrgange des Taschenbuches für die Geschichte Mährens und Schlesiens in Verbindung mit mehreren Geschichts-Freunden, Prag 1829
  • Die königliche Hauptstadt Brünn und die Herrschaft Eisgrub, sammt der Umgebung der Letztern, Brünn, 1836
  • Die Markgrafschaft Mähren topographisch, statistisch und historisch geschildert, 7 sv., Brünn, K. Winiker 1835–1842. Druhé vydání: 1846.
    I. Band: Prerauer Kreis (1835)
    II.Band I. Abt.: Brünner Kreis (1836)
    II. Band 2. Abt.: Brünner Kreis (1837)
    III. Band: Znaimer Kreis (1837)
    IV. Band: Hradischer Kreis (1838)
    V. Band: Olmützer Kreis (1839)
    VI. Band. Iglauer Kreis und mährische Enklaven (1842)
  • Die Wiedertäufer in Mähren, Wien [1850].
  • Excommunication des Markgrafen von Mähren Prokop und seines Anhanges im Jahre 1399, und was damit zusammenhängt: ein Beitrag zur Kirchengeschichte von Mähren, Prag 1852.
  • Kirchliche Topographie von Mähren meist nach Urkunden und Handschriften, Brünn, Selbstverlag des Verfassers 1855–1866.
    Abtheilung 1: Olmüzer Erzdiöcese: Band 1 (1855), Band 2 (1857), Band 3 (1859), Band 4 (1862), Band 5 (1863);
    Abtheilung 2, Brünner Diöcese: Band 1 (1856), Band 2 (1858), Band 3 (1860), Band 4 (1861); General Index (1866).
  • Die Korrespondenz, Brünn 1895.

Literatur