Gudenus

Stammwappen derer von Gudenus

Gudenus ist der Familienname eines österreichischen Adelsgeschlechtes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es stammte ursprünglich aus Spangenberg in Hessen und erschien 1594 zuerst urkundlich. Ursprünglich katholischer Konfession wurde ein Teil der Familie protestantisch.[1]

Der rittermäßige Reichsadelsstand wurde am 5. März 1668 für die Brüder Christoph, Johann Daniel, Urban Ferdinand und Johann Moritz Gudenus verliehen. Der Reichsritterstand mit der Anrede "Edler Herr" erfolgte am 7. Mai 1696 und der Reichsfreiherrnstand mit Anrede "Wohlgeboren" am 20. September 1696.[1]

Das ungarisches Indigenat wurde am 5. Dezember 1703 verliehen. Die Würde des niederösterreichischen alten Ritterstandes erfolgte am 10. Februar 1714. Das böhmische Inkolat im Herrenstande wurde am 15. April 1756 für Franz de Paula Freiherrn von Gudenus verliehen.[1]

Als eines von 64 gräflichen Geschlechtern erhielt die Familie am 14. Juni 1907 einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des österreichischen Reichsrates.[1]

Die Deszendenz von Gabriel Freiherr Gudenus wurde durch Allerhöchste Entschließung am 16. August 1907 in Ischl in den Grafenstand erhoben. Das Diplom wurde am 22. Oktober 1907 in Wien ausgestellt.[1]

Vertreter der Familie waren:

Exlibris des Freiherrn Valentin Ferdinand von Gudenus (1732)
  • Johann Daniel von Gudenus (1624–1694), Weihbischof in Erfurt
  • Johann Moritz von Gudenus (1639–1688)
  • Christoph Ignatius von Gudenus (1674–1747), Weihbischof in Erfurt
  • Johann Leopold Freiherr von Gudenus (1676–1713), Weihbischof in Worms
  • Valentin Ferdinand Gudenus (1679–1758), kurmainzischer Jurist und Historiker
  • Daniel Moritz Gudenus (1681–1749), kurmainzischer Regierungsrat und Stadtschultheiß zu Erfurt
  • Philipp Franz von Gudenus (1710–1783), Freiherr und Militär, Zeichner der Gudenus-Handschrift
  • Josef von Gudenus (1841–1919), österreichischer Gutsbesitzer und Politiker
  • Leopold von Gudenus (1843–1913), österreichischer Gutsbesitzer und Politiker
  • Johann Baptist Gudenus (1908–1968), österreichischer Olympiateilnehmer
  • John Gudenus (* 1940), österreichischer Politiker
  • Johann Gudenus (* 1976), österreichischer Politiker (FPÖ)

Benannt nach der Familie ist die Gudenushöhle in Niederösterreich.

Stammlinie

Christoffel Gudenus zu Melsungen ∞ (1) Ursula vom Hoffe († 1624), (2) Katharina[2]

Mauritius Gudenus (*1596 † 1680) ∞ Beata Stein († 1691)[2]
Johann Daniel Gudenus (* 1624 † 1694)[2]
Anna Katharina (* 1626 † 1663)[2]
Anna Beate (* 1628 † 1670) ∞ Heinrich Adam Streit[2]
Anna Christiana (* 1630 † 1683) ∞ Johann Dietrich Heiland[2]
Johann Christoph Freiherr von Gudenus (* 1632 † 1705) ∞ Maria Clara Baronesse Thavonath[2]
Maria Franziska Paulina (*1675) ∞ Franz Wilderich von Menshengen[2]
Damian Hugo von Gudenus (* 1676 † 1678)[2]
Susanna Josefa Felizitas (* 1678 † 1742) ∞ Johann Jakob Lincker von Luetzenwick[2]
Maximiliana Magdalena Isabella (* 1679 † 1727)[2]
Jakob Christoph Rudolf Freiherr von Gudenus (* 1680 † 1742)[2]
Friedrich Philipp Ferdinand Freiherr von Gudenus († 1731) ∞ Maria Constantia Josefa Elisabeth Freyin Scheller von Ungershausen[2]
Carl Josef Johannes von Gudenus[2]
Leopold Franz de Paula Josef von Gudenus[2]
Maria Walburga Josefa[2]
Johann Baptist Franz de Paula von Gudenus[2]
Maria Agnes Josefa[2]
Franz de Paula Philipp Josef von Gudenus[2]
Franz de Paula Josef Johann Nepomuk von Gudenus[2]
Philipp Josef Anton von Padua von Gudenus[2]
Ludovika (Aloisia) Theresia Barbara († 1715) ∞ Anno Heinrich Freyherr von Kellern[2]
Johann Albert Freiherr von Gudenus (*1684 † 1746)[2]
Gisberta Theresia (* 1686 † 02.1766)[2]
Anton Franz Freiherr von Gudenus (* 1687, † 1754) ∞ (1) Karoline Charlotte Maria Seip (*1692. † 1749), (2) Maria Theresia von Bertram († 1766)[3]
Susanna Charlotte Margarete(* 1712 † 1756) ∞ Franz Ferdinand Freiherr von Thomasi († 1779)[3]
Maria Karol Antonia Theresia (* 1715 † 1768) ∞ Johann Georg Friedrich Freiherr von Lasser (* 1713 † 1769)[3]
Johann Albert David Christoph Freiherr von Gudenus (* 1716 † 1795)[3]
Franz Fortunat Engelhard Anton Freiherr von Gudenus (* 1718 † 1734)[3]
Maria Theres Franziska Antonia Charlotta (* 1720 † 1770) ∞ Franz Brual von Tiefenau († 1767)[3]
Sigmund Christoph Julius Freiherr von Gudenus (* 1723 † 1767) ∞ Elenore von Bielstein (* 1722 † 1786)[3]
Ferdinand Joseph Freiherr von Gudenus (* 1726 † 1787)[3]
Wilhelmine Maria Ursula ∞ Achatius Freiherr von Rebentisch[3]
Josefa Susanne Eva Gertrude (* 1730)[3]
Eleonora Franziska (* 1731) ∞ Lorenz Daniel Freiherr Vargyas[3]
Aloisia (* 1733 † 1735)[3]
Christoph Franz Anton Freiherr von Gudenus (* 1735 † 1815) ∞ Antonia Freiin von Creenberg († 3. Juli 1796)[3]
Joseph Christoph Freiherr von Gudenus († 1815)[3]
Ferdinand Kasimir Mauritius von Gudenus († 1689))[2]
Josefa Maria Clara (* 1689 † 1690)[2]
Leopoldina Maria Anna (* 1692)[2]
Philippina Charlotta[2]
Philippina Maria Anna (* 1693 † 1767)[2]
Johanna Elisabeth Katharina (* 1696 † 1776) ∞ (1) Johann Josef Freyherr Brasican von Emerberg, (2) Wolf Anton Graf von Uiberacker auf Sieghartstein und Pfanngau[2]
Eleonora Leopoldina (* 1698 † 1760) ∞ (1) Josef Reichard Graf Kletzl von Altenach, (2) Franz Maria Graf Ferrari[2]
Urban Ferdinand Gudenus (* 1634)[2]
Georg Friedrich Gudenus (* 1636 † 1701) ∞ (1) Johanna Franziska von Birkig († 1680), (2) Dorothea Sibylla von der Weser († 1689), (3) Magdalena Franziska Isselbach († 1733)[2]
Johann Moritz Gudenus (*1639 † 1688) ∞ Maria Katharina Böning (* 1648 † 1730))[2]
Johanna Klara (†1648)[2]
Johannes Gudenus (* 1600) ∞ Anna Elisabeth Schimmelpfennig)[2]
Margaretha(*1608))[2]
Johannes (*1612))[2]

Wappen

Das gräfliche Wappen von 1907 war geviert mit einer zwischen Feld 3 und 4 eingeschobenen schwarzen Spitze und belegt mit blauem Herzschild, darin auf grünem Boden eine Frauengestalt mit wallendem goldenen Gewand und eisernem Brustharnisch, in der Rechten einen grünen Palmzweig haltend, mit der Linken einen goldenen Stab auf den Boden setzend, der oben in einem Kreuz und darüber einer Krone endet. 1 und 4 von Silber und Rot sieben Mal schrägrechts geteilt; 2 und 3 in von Schwarz und Gold geteiltem Feld auf natürlichem Felsboden ein dreizinniger roter Turm mit Toröffnung und aufgezogenem goldenen Fallgatter.

Oben befinden sich drei Helme; auf dem rechten mit rot-silbernen Decken ein offener Adlerflug; auf dem mittleren mit blau-goldenen Decken ein silberner Geharnischter wachsend; auf dem linken mit schwarz-goldenen Decken der Zinnenturm zwischen zwei Büffelhörnern. Die Schildhalter sind zwei widersehende goldene Löwen.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f edelleute.eu Gudenus
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al GeneAll.net-Gudenus Abruf am 2. Juni 2012
  3. a b c d e f g h i j k l m n Mutterstamm Goethe Abruf am 2. Juni 2012

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1848 bis 1941
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1908 bis 1941