Guntram Brattia

Guntram Brattia (* 21. November 1966 in Tirol) ist ein österreichischer Schauspieler und Theaterregisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Brattia legte in Österreich ein Staatliches Examen in Schauspiel ab. Sein erstes Engagement bekam er 1987 am Bayerischen Staatsschauspiel und war bis 1993 Ensemblemitglied des Hauses. Dort hat er sich als junger Protagonist etabliert und arbeitete mit Regisseuren wie Robert Lepage (Sommernachtstraum als Puck für das Theater der Welt) und blieb in Erinnerung als Romeo in der legendären "Romeo und Julia" Inszenierung von Leander Haußmann.

Weitere Engagements als Schauspieler führten ihn von 1993 bis 2000 an das Deutsche Theater Berlin, wo er unter anderem unter der Leitung von Thomas Langhoff, Alexander Lang, Amelie Niermeier,Wolfgang Engel spielte, sowie von 2002 bis 2005 an das Schauspiel Frankfurt, wo er eine seiner wichtigsten Hauptrollen spielte: die des Hamlet im gleichnamigen Stück von Shakespeare unter der Regie von Anselm Weber und Stanley Kowalski in Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams.

Andere Engagements führten ihn an das Schauspiel Bonn, das Schauspiel Essen als Jason in Roger Vontobels Inszenierung von Grillparzers "Das goldene Vliess" und zuletzt an das Schauspielhaus Düsseldorf, wo er als Protagonist in vielen Rollen auftrat und u.a. mit Wolfgang Engel (Josef und seine Brüder von Thomas Mann) und Karin Henkel zusammenarbeitete. Er ist jetzt wieder am Residenztheater/Bayerischem Staatsschauspiel unter Martin Kusej als Schauspieler engagiert . Zuletzt zu sehen in Pippo Delbono´s " Erpessung".

Sein Regiedebüt feierte er 2000 am Ende seines Engagements am Deutschen Theater Berlin mit dem Stück Ein Kind unserer Zeit von Ödön von Horváth. Es folgten verschiedene Inszenierungen als Regisseur in Frankfurt (2002), Freiburg (2003), Potsdam (2004) und 2006 in Bad Gandersheim bei den Domfestspielen und am Innsbrucker Landestheater (2009). Er ist Vorstandsmitglied der Tiroler Volksschauspiele, wo er auch regelmäßig als Schauspieler (als Alpenkönig 2008) und Regisseur (zuletzt 2010 mit Ambrosia von Roland Schimmelpfennig) in Erscheinung tritt. Neben seiner Arbeit als Theaterschauspieler und Regisseur ist Guntram Brattia auch in vielen Film- und Fernsehproduktionen hervorgetreten.

1987 erhielt er seine erste Fernsehrolle in dem österreichischen Film Die wilde Frau von Regisseur Joseph Kuderna. Weitere Rollen folgten in den Fernsehserien Doppelter Einsatz, Polizeiruf 110, Tatort und Alarm für Cobra 11. Ein Jahr vor seinem Regiedebüt kam es zu seiner ersten Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rudolf Thome beim Kinofilm Paradiso. Es folgten vier weitere gemeinsame Filme.

Filmografie

Kino

  • 1999: Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen – Regie: Rudolf Thome
  • 2000: Commercial Man – Regie: Lars Kraume
  • 2000: Venus.de – Regie: Rudolf Thome
  • 2001: In den Tag hinein – Regie: Maria Speth
  • 2001: Andreas Hofer 1809 – Die Freiheit des Adlers – Regie: Xaver Schwarzenberger
  • 2005: Rauchzeichen – Regie: Rudolf Thome
  • 2005: Mutterseelenallein – Regie: Bernd Böhlich
  • 2006: Du hast gesagt, dass du mich liebst – Regie: Rudolf Thome
  • 2006: Gegenüber – Regie: Jan Bonny
  • 2008: Das Sichtbare und das Unsichtbare – Regie: Rudolf Thome
  • 2009: Pink – Regie: Rudolf Thome

Fernsehen

Theaterengagements

als Darsteller (kleine Auswahl)

  • 1993: Romeo und Julia (Romeo), Regie: Leander Haußmann
  • 1993: Ein Sommernachtstraum (Puck), Regie: Robert Le Page
  • 1996: Geschichten aus dem Wieder Wald (Alfred), Regie: Thomas Langhoff
  • 2000: Der Widerspenstigen Zähmung (Petruccio), Regie: Johanna Schall
  • 2000: Minna von Barnhelm (von Tellheim), Regie: Amélie Niermeyer
  • 2000: Don Carlos (Carlos), Regie: Amélie Niermeyer
  • 2001: Wallenstein (Piccolomini), Regie: Anselm Weber
  • 2002: Hamlet (Hamlet), Regie: Anselm Weber
  • 2004: Endstation Sehnsucht (Kowalski), Regie: Burghard Kosminsky
  • 2006: Die Wildente (Gregers Werle), Regie: Anselm Weber
  • 2007: Das goldene Vlies (Jason), Regie: Roger von Tobel
  • 2007: Amphytrion (Amphytrion), Regie: Karin Henkel
  • 2007: Was ihr wollt, Regie: Jürgen Gosch
  • 2008: Der Menschenfeind (Alceste), Regie: Franziska Steiof
  • 2008: Der Fall der Götter, Regie: Karin Henkel
  • 2009: Joseph und seine Brüder, Regie Wolfgang Engel

als Regisseur

  • 2000: Ein Kind unserer Zeit nach Ödön von Horváth (Deutsches Theater Berlin)
  • 2002: Tiny Dynamite nach Abi Morgan (Schauspiel Frankfurt)
  • 2003: Die Affäre Rue de Lourcine nach Eugène Labiche (Städtische Theater Freiburg)
  • 2003: Die Versprochene nach Xavier Durringer (Städtische Theater Freiburg)
  • 2004: Bedeutende Leute nach Terry Johnson (Hans Otto Theater Potsdam)
  • 2006: Besuch der alten Dame nach Friedrich Dürrenmatt (Domfestspiele Bad Gandersheim)
  • 2009: "Kasimir und Karoline" von Ödon v.Horvath (Tiroler Landestheater)
  • 2010: "Ambrosia" von Roland Schimmelpfennig (Tiroler Volkschauspiele Telfs)

Weblinks