Gustav Adolf von Deines

Adolf von Deines (1892)

Gustav Adolf von Deines (* 10. März 1852 in Hanau; † 30. Mai 1914 in Halensee) war ein preußischer Offizier zuletzt General der Artillerie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gustav Adolf war der Sohn des Kommerzienrates Konrad Otto Deines (1824-1886) und dessen Ehefrau Friederike Karoline, geborene Textor (1827-1885). Nach dem Besuch der Hohen Landesschule in Hanau trat er am 29. März 1870 als Dreijährig-Freiwilliger in das Feldartillerie-Regiment „von Holtzendorff“ (1. Rheinisches) Nr. 8 in Saarlouis ein und nahm 1870–1871 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Hier beteiligte er sich an den Kämpfen bei Gravelotte, Beaumont, an der Hallue sowie der Belagerung von Metz. Am 1. März 1872 zum Sekondeleutnant befördert, studierte er von 1877 bis 1880 an der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule und diente seit 1881 in Potsdam als Stabsoffizier im Großen Generalstab, dort zeitweise Chef der Abteilung „Fremde Festungen West“.

Deines war von 1894 bis 1896 als Major Kommandeur des Garde-Fußartillerie-Regiments in Spandau. Von 1901 bis 1903 war er im Großen Generalstab Chef der 4. Abteilung „Fremde Festungen West“. 1906 wurde er als Generalleutnant zum Oberquartiermeister der Artillerie ernannt.

Deines galt als Spezialist für den Festungskrieg und als Schöpfer der Schweren Artillerie. Er reformierte grundlegend die Artillerie von der Festungsartillerie hin zur Artillerie des Feldheeres[1] und war maßgebend beteiligt an der Dienstvorschrift „Kampf um Festungen“.

1888 heiratete er in Schöneberg b. Berlin Ida Clara Poppe (1862-1939). Aus der Ehe gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor. Durch allerhöchste Kabinettsorder wurde Deines am 8. Oktober 1910 auf Gut Cadinen mit Diplom vom 18. Oktober 1910 in Potsdam (Neues Palais) in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.[2]

Wie sein großer Förderer General Alfred von Schlieffen hatte er in seinen letzten Jahren Kaiser Wilhelm II. und den Generalstab vor der Stärke der französischen Festungen gewarnt und den tatsächlichen Verlauf des wenige Monate nach seinem Tod ausgebrochenen Ersten Weltkriegs vorausgesagt, in dem seine Schöpfung, die Schwere Artillerie, eine entscheidende Rolle spielen sollte.

Er galt als großer Kenner der Werke von Goethe, mit dem er mütterlicherseits entfernt verwandt war, und arbeitete bereits an seiner Dissertation über das Werk des Dichters, als er in seinem Haus in Dahlem plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt verstarb. Er wurde auf dem Friedhof Halensee bei Berlin beigesetzt.

Deines wird regelmäßig mit dem General der Kavallerie Adolf von Deines (1845–1911) verwechselt, der in den Jahren 1903 bis 1906 Kommandierender General des VIII. Armee-Korps in Koblenz war.

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die Kasernen im Standort Koblenz-Lahnstein, Heeresführungskommando.
  2. Adelslexikon. Band II, Seite 442 (= Genealogisches Handbuch des Adels, Band 58), C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1974.
  3. Deinesstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins