Gustav Binder (SS-Mitglied)

Gustav Binder (* 13. Oktober 1910 in Bergen[1], Österreich; † 3. Mai 1947 in Hameln (hingerichtet)) war österreichischer SS-Unterscharführer und stellvertretender Betriebsleiter der Häftlingsschneiderei im KZ Ravensbrück.

Leben

Binder, von Beruf Schneider, trat 1933 der SS und 1938 der NSDAP bei. Im KZ Dachau absolvierte er 1934 zunächst einen qualifizierenden Lehrgang für die Tätigkeit in Konzentrationslagern. Im Juli 1939 wurde er in der Schneiderei im KZ Ravensbrück eingesetzt. Dort mussten weibliche Häftlinge Uniformen für die Waffen-SS und KZ-Häftlingskleidung im Schichtbetrieb produzieren.

Das SS-Unternehmen „Deutsche Gesellschaft für Textil- und Lederverarbeitung mbh (Texled)“ (ab 1944 „Deutsche Textil- und Bekleidungswerke GmbH“) übernahm 1940 offiziell die Häftlingsschneiderei des KZ Ravensbrück. In der Folge wurde Binder der Stellvertreter des Betriebsleiters SS-Oberscharführer Joseph Graf und übte diese Tätigkeit bis zur Auflösung des Lagers im April 1945 aus.

Binder soll nach Aussagen ehemaliger weiblicher Häftlinge der Schneiderei regelmäßig schwere Misshandlungen an den Häftlingen vorgenommen haben. Gustav Binder wurde im ersten Ravensbrück-Prozess am 3. Februar 1947 zum Tode verurteilt, das Urteil wurde am 31. März 1947 bestätigt. Trotz eines von ihm eingebrachten Gnadengesuches wurde das Todesurteil durch Erhängen am 3. Mai 1947 vollstreckt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die Quellenlage ist unklar, deshalb keine Verlinkung zu einem Ort.