Gustav Reingrabner

Gustav Reingrabner (* 4. Oktober 1936 in Wien) ist ein österreichischer evangelisch-lutherischer Theologe. Er war von 1975 bis 1994 Superintendent der Evangelischen Superintendentur A. B. Burgenland. Von 1986 bis 2005 lehrte er Kirchenrecht an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Als Wissenschaftler ist Reingrabner auf die Geschichte des Protestantismus in Österreich spezialisiert.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Die Familie von Gustav Reingrabner stammte aus Zurndorf im Burgenland. Reingrabner ging in seiner Geburtsstadt Wien zur Schule und studierte anschließend Evangelische Theologie an der Universität Wien. Von 1960 bis 1963 war er Vikar an der Gustav-Adolf-Kirche im Wiener Stadtteil Gumpendorf.

Als Hans Gamauf 1962 zum Superintendenten der Evangelischen Superintendentur A. B. Burgenland gewählt wurde, übernahm Gustav Reingrabner dessen Pfarrstelle in der burgenländischen Gemeinde Großpetersdorf. Von 1964 bis 1973 war er außerdem als Jugendpfarrer für die evangelisch-lutherischen Gemeinden im Burgenland tätig. Er unterrichtete evangelische Religion an mehreren höheren Schulen, darunter am Evangelischen Oberstufengymnasium in Oberschützen, an der Handelsakademie in Oberwart und am Oberstufenrealgymnasium in Güssing. Hinzu kamen Lehraufträge an der Expositur Oberschützen der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. 1973 veröffentlichte er seine Dissertation zum Thema Adel und Reformation.

Als gewählter Nachfolger von Hans Gamauf trat Gustav Reingrabner am 1. Oktober 1975 das Amt des Superintendenten der Evangelischen Superintendentur A. B. Burgenland an. Seine Tätigkeit als burgenländischer Superintendent beendete Reingrabner 1994. Seine Nachfolgerin in diesem Amt wurde Gertraud Knoll.[1] 1986 habilitierte sich Reingrabner an der Universität Wien, wo er 1990 - als Nachfolger von Albert Stein - den Lehrstuhl für Kirchenrecht erhielt. Nach seiner Emeritierung 2005 wurde das Institut für Kirchenrecht und Evangelische Kirchenordnung aufgelöst. Reingrabner war Projektleiter für die Erforschung der Nationalsozialismus-kritischen Predigten von Arnold Köster.

Auszeichnungen

Schriften

  • Vorige Zeiten. Großpetersdorf 1970.
  • Aus der Geschichte der evangelischen Kirche und Gemeinde in Kukmirn. Kukmirn 1977.
  • Protestantismus in Niederösterreich. Sankt Pölten, Wien 1977.
  • Evangelisch im Burgenland. Eisenstadt 1981.
  • Protestanten in Österreich. Böhlau, Wien 1981.
  • Aus der Kraft des Evangeliums. Erlangen 1986.
  • Quellentexte zur österreichischen evangelischen Kirchengeschichte zwischen 1918 und 1945. Wien 1989.
  • Zwischen Herren und Ackersleuten. Bürgerliches Leben im Waldviertel 1500–1700. Horn 1990.
  • Unterwegs zum Leben. Wien 1995.
  • Evangelische in Österreich. Wien 1996.
  • Evangelischer Glaube. Wien 1997.
  • Stationen der Geschichte. Wien 1998
  • Als man um die Religion stritt. Reformation und katholische Erneuerung im Waldviertel 1500–1660. Horn 2000.
  • Evangelisch! St. Pölten 2002.
  • Was ist des Menschen Leben? Oberwart 2005.
  • Um Glaube und Freiheit. Frankfurt am Main 2007.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Norbert Frank: Religiöses Leben im Burgenland. In: Roland Widder (Hrsg.): Geschichte der österreichischen Bundesländer seit 1945. 5. Burgenland. Böhlau, Wien 2000, ISBN 3-205-98786-1, S. 160.
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952