Gut Aiderbichl

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Gut Aiderbichl
Rechtsform GmbH
Gründung 2000
Sitz Salzburg (Österreich)
Leitung Dieter Ehrengruber
Friedericke Grünthal[1]
Mitarbeiter 200
Umsatz 4,4 Mio. EUR (2010)
Branche Tierschutz
Website www.gut-aiderbichl.com

Gut Aiderbichl ist ursprünglich ein Bauernhof in der Gemeinde Henndorf am Wallersee im Salzburger Flachgau, auf dem alten und misshandelten Tieren das Gnadenbrot gewährt wird, ein Gnadenhof.

Gut Aiderbichl wurde im Jahr 2000 von Michael Aufhauser ins Leben gerufen. Der Henndorfer Hof ist in der Gegend auch zu einer Publikumsattraktion geworden, im Rahmen des Tierschutzkonzepts gibt es inzwischen insgesamt 20 Gutshöfe an 16 Standorten in Österreich, Deutschland, der Schweiz und bislang einen in Frankreich.

Aiderbichl bedeutet übersetzt Feuerhügel (Ayd ‚Feuer‘, Bichl, Bühel ‚Hügel‘).

Inhaltsverzeichnis

Leitbilder, Ziele und Betriebskonzept

Die Betreiber von Gut Aiderbichl sehen den Gnadenhof als Zufluchtsort für Tiere, die zumeist aus Notsituationen befreit und gerettet wurden. Hier werden Tiere aus Verwahrlosung, Verwaisung oder Tötungsstationen, gegebenenfalls auch vor dem letzten Weg zum Abdecker abgekauft und fristen hier ein unbeschwertes Dasein bis zu ihrem natürlichen Lebensende. Gut Aiderbichl sieht sich auch als eine Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier und man setzt sich ebenso für Kinder, behinderte und alte Menschen ein, teilweise erfolgt mit den Tieren auch Therapie von Krankheiten derselben.

Laut Michael Aufhauser ist das Ziel von Gut Aiderbichl, eine Verständigung zwischen Mensch und Tier in einem geschützten Umfeld zu erzeugen. Man müsse wieder lernen, die Relation Mensch - Tier auf gleicher Ebene zu sehen und beide müssen sich gegenseitig ergänzen und nicht etwa bekämpfen. Der persönliche Bezug zu Tieren und die ethischen Grundsätze im Umgang mit Tieren sollen reflektiert werden.

Entwicklung vom Hof in Henndorf zum Tierschutzbetrieb

Seit der Gründung und Fertigstellung des Baus von Gut Aiderbichl 2001 – das alte, leerstehende Anwesen wurde generalsaniert – ist der Tierbestand stetig gewachsen. Zum anderen hat sich der Hof, der für Besucher offen steht, auch zu einer touristischen Attraktion entwickelt. Neben Platzgründen gab es in Henndorf auch schon Probleme mit der Hofzufahrt und Verkehrsbelästigung der Anrainer. Daher wurde beschlossen, weitere, eigenständig geleitete Güter anzukaufen, die Tierarten aufzuteilen und die neuen Betriebstätten nach Expansion weiter zu spezialisieren.

  • Das Stammgut Aiderbichl Henndorf ist nun spezialisiert auf Esel und Ponys. Zum Gut Henndorf gehört ein landwirtschaftlicher Betrieb mit über 60 Hektar Weideland und inzwischen fünf selbständige Gehöfte sowie das Gut Spielberg.
  • Im Dezember 2006 wurde Gut Aiderbichl Bayern in Eichberg bei Deggendorf eröffnet: Hier leben vorwiegend Pferde und Esel. Auch Dienstpferde der Bayerischen Polizei sind dort eingestellt. Es beherbergt zudem ein Katzenhaus mit 300 Hauskatzen, teilweise verwildert. Ebenfalls ist dort ein Taubenschlag mit 400 Tauben ansässig.
  • Ein weiteres Gut entsteht im ehemaligen Safaripark Gänserndorf, für Schimpansen, die als Versuchstiere der Impfstoffforschung mit HIV oder Hepatitis infiziert wurden und nach Freigabe von Baxter dort beheimatet sind. Nachdem die Betreibergesellschaft des Safariparks in Konkurs ging, wurde mit der Firma Baxter ein neuer Vertrag geschlossen. Bis 2010 sollen neue Freigehege in Gänserndorf in Niederösterreich für die 45 Affen errichtet werden und firmiert dann unter Affen-Refugium Gänserndorf.
  • Der Sonnenhof ist ein Auffanghort von 1.800 Hunden, die aus ausländischen Tötungsstationen oder aus Verwahrlosung dort aufgenommen und aufgepäppelt werden. Die Tiere haben teilweise traumatisierende Vergangenheit hinter sich.[2]

Mittlerweile werden auf den 20 Gnadenhöfen über 200 Mitarbeiter beschäftigt, nicht eingerechnet die zahlreichen Helfer und selbst pflegenden Tierpaten und ehrenamtliche Volontäre. Insgesamt werden auf allen Anlagen derzeit 2.000 Tiere artgerecht gehalten (Stand: 2011).

Finanzierung

Gut Aiderbichl finanziert sich weitgehend selbst durch Eintrittsgelder, Merchandising und den Verkauf von Jahreskarten (Patenschaften). Das Gut Aiderbichl erhält keine öffentlichen Zuschüsse oder Förderungen durch Bund, Länder und Gemeinden, unterhält aber eine eigene Stiftung.[3]

Prominente Fürsprecher des Gnadenhofes sind zum Beispiel Uschi Glas, Michael und Ralf Schumacher, Thomas Gottschalk und Patrick Lindner. Daraus ergibt sich eine gewollt starke Medienpräsenz, die auch über Fernsehproduktionen aufrechterhalten wird.

Veranstaltungen und Fernsehproduktionen

  • Jährlicher Ostermarkt
  • Jährlicher Weihnachtsmarkt

Bis zum 11. August 2006 gab es eine Sendereihe im Ersten, Die Tierretter von Aiderbichl. Seit dem Jahr 2003 strahlen ORF, ARD und SF am Heiligen Abend die Eurovisionssendung Weihnachten auf Gut Aiderbichl mit zahlreichen Stars aus. Im Jahr 2008 folgte die Fortsetzung der 2007 erstmals produzierten Sendung Gut Aiderbichl - Das Goldene Herz für Tiere.

Außerdem arbeitet das Gut sehr stark mit der österreichischen Spendenaktion Licht ins Dunkel zusammen.[4]

Kritik

Das Konzept von Gut Aiderbichl und Michael Aufhauser stehen dahingehend in der Kritik, da es nicht das Ziel habe, die Nutztierhaltung abzuschaffen. So kritisiert der österreichische Tierrechtler Helmut F. Kaplan regelmäßig Aussagen Aufhausers, unter anderem solche, die dieser im Jahr 2002 in den Salzburger Nachrichten getätigt habe, beispielsweise:[5]

„Die Tatsache, dass die Tiere von Gut Aiderbichl letztendlich nicht zum Schlachter kommen, soll die Fleischproduktion nicht in Frage stellen.“

Aufhauser 2002 in den Salzburger Nachrichten

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Impressum. gut-aiderbichl.com
  2. Helmut Schödel fragt Michael Aufhauser. Interview. In: Infobroschüre Gut Aiderbichl Sommer/Herbst 2010, S. 3
  3. Geschichte, gut-aiderbichl.com
  4. Die Tierretter von Aiderbichl. Das Erste
  5. Schadet "Tierdiplomat" Aufhauser den Tieren?

47.89400713.22105Koordinaten: 47° 53′ 38″ N, 13° 13′ 16″ O