Höhensiedlung Burg in Schwarzenbach

Das keltische Freilichtmuseum am Burgberg

Die Höhensiedlung Burg in Schwarzenbach war eine keltische stadtartige Großsiedlung (Oppidum) am Burgberg der Marktgemeinde Schwarzenbach in Niederösterreich. Mit einer Innenfläche von rund 15 ha war sie einer der größten keltischen Wallanlagen auf dem Gebiet des heutigen Österreich.[1]

Beschreibung

H. P. Schad´n schreibt 1938, dass am Gipfel des Burgberges laut einer alten Schwarzenbacher Sage die Burg Anchenstein gestanden sei.[2] Dieses Missverständnis, dass diese slowenische Burg am Schwarzenbacher Burgberg gestanden haben soll, entstand dadurch, dass die Burg Schwarzenbach und die Burg Anchenstein 1337 im Frieden von Pressburg in ein und derselben Urkunde erwähnt werden [3] und die Menschen damals auf Grund der geringeren Mobilität natürlich die slowenische Gemeinde Cirkulane, in der die Burg Anchenstein steht, nicht kannten. Am Burgberg sah man schon immer die Reste der keltischen Wallanlage und wusste im späten Mittelalter wahrscheinlich nicht, dass es sich hierbei um die Reste einer keltischen Stadt handelt. So erklärte man sich diese Zusammenhänge durch die Sage Hie Anchenstein - hie Suerzenbach!, laut der die Burg Anchenstein am Schwarzenbacher Burgberg gestanden haben soll.

Die Anlage wurde im 2. Jahrhundert vor Christus angelegt; seit 1920 ist die prähistorische Fundstelle bekannt und wird seit 1992 archäologisch untersucht. Die keltische Wallanlage wird von der Marktgemeinde touristisch intensiv vermarktet. Zu diesem Zwecke wurde am höchsten Punkt der Wallanlage in den Jahren 1998/99 ein Museumsturm errichtet und ein Freilichtmuseum, für das mehrere Gebäude rekonstruiert wurden, im Jahr 2005 offiziell eröffnet. Außerdem wird seit 1998 jährlich zur Sommersonnenwende ein mehrtägiges Keltenfest initiiert.

Einzelnachweise

  1. Die Stadt der Kelten in der Online-Zeitung der Universität Wien, abgerufen am 6. Okt. 2009
  2. Marktgemeinde Schwarzenbach - Sehenswürdigkeiten, abgerufen am 18. Feber 2010
  3. Ungarisches Nationalarchiv - Transkribtion des Friedens zu Preßburg (September 1337), abgerufen am 9. März 2010

Weblinks

47.63565716.362376Koordinaten: 47° 38′ 8″ N, 16° 21′ 45″ O