HITIAG

Die HITIAG (Hanf-, Jute- und Textilindustrie-Aktiengesellschaft) entstand 1869 durch die von Paul Pacher von Theinburg gegründetete Erste österreichische Jute - Spinnerei und - Weberei in Wien-Simmering.[1] Fünf Jahre später wurde eine Jutefrabrik in Floridsdorf erworben, 1882 folgte die Errichtung einer Jutespinnerei und -weberei in Budapest.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wachstum

1899 erfolgte die Eingliederung in den Konzern der Bodencreditanstalt.[2]

Im letzten Kriegsjahr des Ersten Weltkrieges wurden eine Papierfabrik in Neudeck, eine Jutefabrik in Triest sowie Beteiligungen an einer Jutefabrik in Bielitz und einer Textilosefabrik in Eger erworben. 1919 folgte eine Gründerbeteiligung an der Pielachberger Hanfspinnerei und Bindfadenfabrik Ges.m.b.H. bei Melk sowie die Übernahme der Ersten österreichischen mechanischen Hanfspinnerei, Bindfaden- und Seilfabrik Lieser & Duschnitz in Neuda. 1922 kam es zur Übernahme der Ersten ungarischen Jutespinnerei und -weberei in Neufeld an der Leitha.[3]

Zu Beginn der 1920er Jahre erstreckte sich der Konzern über sechs Länder und hatte 6500 Mitarbeiter. Nach 1945 gingen die Besitzanteile außerhalb Österreichs verloren.

Schrumpfung

Uhrturm der HITIAG in Neufeld an der Leitha

1959 wurden die Wiener Werke stillgelegt und die Maschinen nach Neufeld und Neuda transportiert.

AUTEXA: 1971/72 wurde die Jutespinnerei und -weberei in Neufeld stillgelegt und mit den verbliebenen Maschinen und einem deutschen Partner der Textilausrüstungsgesellschaft Schroers (seit 2007 TAG Composites & Carpets GmbH) eine Fabrik zur Veredelung von Textilgarn eingerichtet, am Nachfolgebetrieb AUTEXA hielt die HITIAG 50 Prozent. Teile der ehemaligen HITIAG-Werkshallen wurden bereits seit 1972 von Myrtle Mill der heutigen Österreichischen Kuvertindustrie Ges.m.b.H. als Produktionsstandort genutzt, 1989 wurde diese Produktion nach Hirm verlegt.[4] Am 31. Juli 1985 endete mit dem Konkurs der Firma AUTEXA die Existenz der Firma HITIAG in Neufeld.[5] Im September 1997 wurde aus dem Uhrturm der ehemaligen HITIAG ein Denkmal errichtet. Der Uhrturm wurde so dargestellt, als ob die gesamte Fabrik versunken wäre und nur noch derselbe hervorragen würde. Das Denkmal soll kommende Generationen an die industrielle Blütezeit der ehemaligen Industriehochburg Neufeld erinnern

1995 brach der Umsatz der Lambacher Hitiag AG um die Hälfte ein und fiel auf 266,45 Millionen ATS, das Unternehmen bestand zu dieser Zeit nur noch aus der Lambacher Hitiag AG als Obergesellschaft der August Kohl & Wäntig Seilerwaren-Handels-GesmbH (Wien) und der Karolina Kft. (Budapest).[6]

Verlagerungen

Im Jahr 2001 wurde das Werk in Neuda geschlossen und die Nassgarnproduktion in das Werk Tolna verlegt, es folgte die Stilllegung der Produktion in Stadl-Paura dort verblieb nur noch die Konzernzentrale der Lambacher Hitiag Leinen AG.[7]

Ende der Produktion

Die derzeitige Firmierung lautet LHL Immobilien Beteiligungs-GmbH[8][9]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Franz Mathis, Big Business in Österreich: Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen, Seite 149
  2. Franz Mathis, Big Business in Österreich: Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen, Seite 149
  3. Franz Mathis, Big Business in Österreich: Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen, Seite 150
  4. Geschichte der ÖKI Abruf am 1. Juni 2012
  5. Absenger Albert Gernot, Chronik Neufeld III, Neufeld 2007, Seite 223
  6. Wirtschaftsblatt - Lambacher Hitiag rutschte in die Verlustzone 10. Juli 1996 Abruf am 11. Juni 2012
  7. Stadlinger Post Jänner bis März 2005
  8. Konzernabschluss 2010 der Oberbank Abruf am 31. Mai 2012
  9. LHL im Handelsregister Abruf am 9. Juni 2012