HTBLA Kaindorf

HTL Kaindorf
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Schulform Höhere Technische Bundeslehranstalt
Gründung 1993
Ort Kaindorf an der Sulm, Österreich
Staat Österreich
Koordinaten 46° 48′ 5″ N, 15° 32′ 28,5″ O46.80137815.541261Koordinaten: 46° 48′ 5″ N, 15° 32′ 28,5″ O
Schüler ca. 850
Lehrkräfte ca. 90
Leitung Günter Schweigler
Website www.htl-kaindorf.ac.at/

Die Höhere Technische Bundeslehranstalt Kaindorf ist eine berufsbildende höhere Schule in Kaindorf an der Sulm, Österreich. Sie wurde 1993 gegründet und beheimatete damals die Abteilungen EDV und Organisation sowie Automatisierung. Seit 2002 besteht auch die Abteilung Mechatronik, die seit 2004 ihren Sitz in Arnfels hat. Derzeitiger Schulleiter ist Günter Schweigler.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

HTBLA Kaindorf

Am 13. September 1993 nahm die HTBLA Kaindorf den Schulbetrieb mit drei Jahrgängen der höheren Abteilung für EDV und Organisation als dislozierte höhere Lehranstalt in der Hauptschule Lebring-St. Magarethen auf. Ein Jahr später erfolgte die Übersiedlung in den Neubau der HTBLA Kaindorf und der Start der Abteilung Automatisierungstechnik mit zwei Jahrgängen. Im September 2002 wurde die Abteilung für Mechatronik als Dislozierung am Standort Arnfels eröffnet.[1]

Im Jahr 2009 wurde die Abteilung EDV und Organisation vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur für zwei Schulversuche[2] auserwählt. Zum einen wurde für die Jahrgänge 2006 und 2007 ab der vierten Schulstufe die Semestrierung[3] eingeführt. Der zweite Schulversuch startete im selben Jahr mit den ersten Klassen der Abteilung EDV und Organisation. Hier wurde ein neuer Lehrplan eingeführt, der den Unterricht praxisorientierter gestalten sollte.

Ausbildungszweige

An der HTBLA Kaindorf werden drei Zweige primär unterrichtet: Informatik und Organisation (Info), Automatisierungstechnik – Maschineningenieurwesen (EDVA) sowie Mechatronik – Automatisierung – Automobil-Elektronik und EDV (EDVM). Für alle drei Zweige existiert eine höhere Abteilung (HTL), deren fünfjährige Ausbildung mit der Matura und damit der Hochschulreife endet. Außerdem besteht eine Kooperation mit dem TZ Arnfels und dem WIFI Steiermark.

Informatik

Die Abteilung Informatik bietet eine Ausbildung mit technischen und wirtschaftlichen Aspekten an. [4] [5]

Schwerpunkte sind Software- und Datenbankengineering (auch für Multimedia- und Internetbereich), Planung und Aufbau und Betrieb von Netzwerken, kaufmännische Ausbildung in betrieblicher Organisation und Rechnungswesen, Ausbildung im Umgang mit SAP sowie Planung und Abwicklung von Projekten. [6]

Das heißt, den Schülern werden Kenntnisse und Fertigkeiten, um Softwaresysteme in allen relevanten Bereichen der Informationstechnik einzusetzen, gelehrt. Dies bedeutet, wie sie entwickelt, adaptiert und betrieben werden. Des Weiteren ist es auch Ziel der Ausbildung, den erfolgreichen Systementwicklungsprozess unter Verwendung aktueller Werkzeuge zu planen und zu überwachen, mit den Methoden des Projektmanagements auszuführen, sowie betriebswirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse für die Modellierung geeigneter Informationsstrukturen und Abläufe sowie deren Implementierung.

Weiters können die Schüler folgende Industrizertifikate erlangen:

Englisch als Arbeitssprache

Die Schülern dieser Abteilung können auch Englisch als Arbeitssprache wählen. [7]

Das bedeutet, dass sie eine zusätzliche Englischstunde haben. Darauf aufbauend werden die Schüler auf Cambridge-Sprachzertifikate vorbereitet (FCE, BEC, CAE). Vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr wird der Unterricht intensiver, durch den Einsatz eines Native Speakers, gestaltet. Im vierten Ausbildungsjahr haben die Schüler die Möglichkeit, eine Intensivsprachreise in ein englischsprachiges Land zu unternehmen.

Teilbereiche des Fachunterrichtes werden auf Englisch abgedeckt. In der modernen Sprachpädagogik wird dies als „Content and Language Intgrated Learning“ (CLIL) bezeichnet.

Um die Qualität der fachlichen Ausbildung sicherzustellen, werden weiterführende beziehungsweise vertiefende Stoffgebiete auf Deutsch erarbeitet.

Des Weiteren steht es den Schülern frei, Prüfungen auf Deutsch oder Englisch abzulegen.

Berufsbilder

Die Absolventen der Höhrenen Lehranstalt für Informatik können ingenieurmäßige Tätigkeiten als Applikations- und Softwareentwickler, Informationssystem-Organisator, System- und Anforderungsanalytiker, Applikationsdesigner, Datenbankdesigner und -programmierer, Anwendungs- und Systemprogrammierer, Software Engineer, Systemberater, Projektmanager, Datenschutz- und Datensicherheitstechniker, Systemadministrator, Systemmanager oder Informatiktrainer ausführen.

Automatisierungstechnik

Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen vor allem in der Werkstättenausbildung, wodurch ein breitgefächertes technisches Fachwissen erlangt werden soll. [8] [9]

Schwerpunkte sind die technische und wirtschaftliche Ausbildung in Elektronik, Maschinenbau, EDV und Betriebstechnik. Weiterhin die Ausbildung für die Bereiche Automatisierung von Arbeitsabläufen, Konstruktion, Steuerungsprogrammierung sowie Abwicklung von Projekten und die praktische Ausbildung in Werkstätten und Laboratorien. [10]

Das heißt, den Schülern wird das Automatisieren von Maschinen und Anlagen sowie das Planen und Betreiben sowie die Steuerung von Arbeitsabläufen mit Hilfe von CNC (numerische Steuerung), SPS (speicherungsprogrammierbarer Steuerung) und Prozessleitsystemen gelehrt. In den Werkstätten werden die handwerklichen Fertigkeiten gefördert. Den Schülern wird ein praxisorientierter Unterricht angeboten, so zum Beispiel die Abwicklung von Projekten – von der Idee bis zum fertigen Produkt.

Die Automatisierung bildet ein Bindeglied zwischen Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik/Elektronik und EDV.

Das Reife- und Diplomprüfungszeugnis ersetzt die Unternehmerprüfung und die Lehrabschlussprüfung bei bestimmten Berufen.

Berufsbilder

Die Absolventen können in der Privatwirtschaft Tätigkeiten als Automatisierungstechniker in industriellen und gewerblichen Fertigungsbetrieben, in Dienstleistungsbetrieben und Planungsbüros (Automobilindustrie, Anlagenbau, Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung, Papiererzeugung, Heizungs- und Klimatechnik, Umwelttechnik, usw.) ausführen. Im gehobenen Dienst (Verwendungsgruppe B) in Bund, Land und Gemeinde.

Mechatronik

Mechanik und Elektronik bilden das Grundgerüst der Ausbildung der Abteilung Mechatronik.[11][12]

Zusammensetzung Mechatronik

Die Abteilung Mechatronik besteht seit 2002 und ist am Standort Arnfels untergebracht. Der Spatenstich für den Umbau des alten Militärsgebäudes erfolgte am 19. November 2004[13], der Umbau selbst dauerte ein Jahr.[14]

Schwerpunkte sind technische und wirtschaftliche Ausbildung in Elektronik, Maschinenbau, Informatik und Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Ausbildung im Bereich Kfz-Systemtechnik, Abwicklung von Projekten und praktische Ausbildung in Werkstätten und Laboratorien.[15]

Hierbei wird zum Beispiel die Konstruktion, der Bau und die Programmierung von Robotern erlernt. Auch werden Mess- und Prüfaufgaben im Bereich Kfz-Technik durchgeführt. Wie im Bildungszweig Automatisierung wird auch hier das handwerkliche Können in Werkstätten erlernt. Des Weiteren wird die praxisorientierte Abwicklung von mechatronischen Projekten – von der Idee bis zum fertigen Produkt – erlernt.

Das Reife- und Diplomprüfungszeugnis ersetzt die Unternehmerprüfung und die Lehrabschlussprüfung bei bestimmten Berufen.

Berufsbilder

Durch Kooperationen mit der Industrie während der Ausbildung ergeben sich Berufsmöglichkeiten unter anderem in der Automobil- und Autozulieferindustrie (Automobilcluster), weiters als Mechatroniker in industriellen und gewerblichen Fertigungsbetrieben, in Dienstleistungsbetrieben und Planungsbüros (Anlagenbau, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, usw.) sowie im Bereich Inbetriebnahme und Wartung technischer Anlagen. Im gehobenen Dienst (Verwendungsgruppe B) in Bund, Land und Gemeinde.

Absolventenverband

Der Absolventenverband ist ein Karriere-Netzwerk, das Mitglieder über Jobangebote informiert. Er umfasst etwa 1000 Absolventen.

Schulversuch – Semestrierung

2009 wurde die Abteilung EDV und Organisation vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur für zwei Schulversuche[2] auserkoren. Mit dem ersten Schulversuch wurde für die Jahrgänge 2006 und 2007 ab der vierten Schulstufe die Semestrierung eingeführt. Das Schuljahr ist somit in zwei unabhängige Semester aufgeteilt, und das Wiederholen einer Klasse wegen zu vielen „Nicht Genügend“ wurde abgeschafft. Damit sollen die Schüler besser auf das Studium an weiterführenden Bildungseinrichtungen sowie für die Berufslaufbahn vorbereitet werden. Dieses System sollte zusätzlich zum einen die sehr hohe Abbrecherrate senken und zum anderen den Lehrkräften helfen, die Schüler individueller zu betreuen. Nachdem sich das Modell der Semestrierung in der Abteilung EDV und Organisation bewährt hat, wurde es auch in den restlichen Abteilungen Automatisierungstechnik und Mechatronik eingeführt.

Der zweite Schulversuch startete im selben Jahr mit den ersten Klassen der Abteilung EDV und Organisation. Für die kommenden zwei ersten Jahrgänge wurde ein neuer Lehrplan eingeführt, der den Unterreicht vor allem praxisorientierter gestalten sollte. Dabei wurde auch der Name der Abteilung in Informatik und Organisation (Inf&O) umbenannt und einige Gegenstände den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Der Schulversuch mit dem Namen „EDV goes Informatik“ endet mit dem Jahrgang 2013/2014.[16]

Änderungen der Leistungbeurteilung

Jeder Gegenstand wird pro Semester beurteilt, das heißt, die Note vom vorherigen Semester ist für das aktuelle nicht mehr relevant. Am Ende jedes Semesters erhalten die Schüler ein Semesterzeugnis. Negative Beurteilungen müssen durch Kolloquien ausgebessert werden, diese können beliebig oft wiederholt werden. Von der Schule werden schulautonom vier Kolloquiumstermine pro Jahr angeboten. Die freiwillige Wiederholung von Gegenständen des Semesters ist möglich, jedoch bleibt die Schulzeitbegrenzung auf sieben Jahre erhalten.

Die Reife- und Diplomprüfung (RDP)

Im Rahmen der Reife- und Diplomprüfung kann maximal eine negative Beurteilung eines Unterrichtsgegenstandes in einem Semester ausgebessert werden. Schüler mit mehr als einer negativen Beurteilung werden zum Haupttermin der RDP nicht zugelassen. Es müssen zuerst die notwendigen Kolloquien absolviert werden (ohne zahlenmäßige Begrenzung). Sobald der Schüler die Zahl der „Nicht Genügend“ auf eines reduziert hat, ist er zum nächsten Termin der RDP zugelassen.

Partner der Schule

Partnerfirmen der HTBLA Kaindorf sind:

  • Salomon Automation
  • Evolaris
  • Infonova
  • Knapp
  • Raiffeisenbank Leibnitz
  • ISA Logistics
  • ACL
  • eLC
  • Europäische Sozialfonds (esf)
  • Styria Print
  • BGD – Beschriftung Grafik Druck
  • Karl Fink – Druckguss + Metallwaren
  • Automation

Schuleinrichtungen

Einer der EDV-Säle

Das Gebäude der HTBLA Kaindorf beheimatet unter anderem mehrere EDV-Säle, Laboratorien (Cisco, Technische Informatik), Werkstätten (z.B. Blechbearbeitung, Schmiede, Fräsen, Tischlerei, Steuerungstechnik, Robotik, usw.).

Weiterhin gibt es noch einen Turnsaal inklusive Kraftraum und einen Sportplatz für Leichtathletik, Fußball und Beachvolleyball.

Schulleitung

In der gesamten Zeit der HTBLA Kaindorf gab es erst zwei Schulleiter. Von 1993 bis 1998 war Hansjörg Trummer Direktor der Schule. Da Hansjörg Trummer im Jahre 1998 verstarb, übernahm Günter Schweigler die Schulleitung.

Name Von Bis
Hansjörg Trummer 1993 1998
Günter Schweigler 1998 heute

Weblinks

Einzelnachweise

  1. HTBLA Kaindorf - Informationsmappe
  2. a b HTBLA Kaindorf - Schulversuche. Abgerufen am 6. September 2011.
  3. HTBLA Kaindorf - Semestrierung. Abgerufen am 6. September 2011.
  4. http://www.htl-kaindorf.ac.at/index.php?id=2
  5. HTBLA Kaindorf - EDVO Diplomarbeiten. Abgerufen am 5. März 2012.
  6. Inf&O Ausbildung - Lehrpläne, usw. Abgerufen am 5. März 2012.
  7. Englisch als Arbeitssprache. Abgerufen am 5. März 2012.
  8. http://www.htl-kaindorf.ac.at/index.php?id=3
  9. HTBLA Kaindorf - Automatisierung Diplomarbeiten. Abgerufen am 5. März 2012.
  10. [http:http://www.htl-kaindorf.at/index.php?id=27 Automatisierung Ausbildung - Stundentafel, usw.] Abgerufen am 5. März 2012.
  11. http://www.htl-kaindorf.ac.at/index.php?id=4
  12. HTBLA Kaindorf - Mechatronik Diplomarbeiten. Abgerufen am 5. März 2012.
  13. http://www.htl-kaindorf.ac.at/index.php?id=246
  14. http://www.htl-kaindorf.ac.at/index.php?id=244#c653
  15. Mechatronik Ausbildung - Stundentafel, usw. Abgerufen am 5. März 2012.
  16. EDV goes Informatik. Abgerufen am 6. September 2011.