Hafning bei Trofaiach

Hafning bei Trofaiach
Wappen von Hafning bei Trofaiach
Hafning bei Trofaiach (Österreich)
Hafning bei Trofaiach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leoben
Kfz-Kennzeichen: LN
Fläche: 76,3 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 15° 0′ O47.44416666666714.998611111111685Koordinaten: 47° 26′ 39″ N, 14° 59′ 55″ O
Höhe: 685 m ü. A.
Einwohner: 1.613 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 21,14 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8793 und 8794
Vorwahl: 03847
Gemeindekennziffer: 6 11 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwabergweg 7
8793 Hafning bei Trofaiach
Website: www.hafning.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Lackner (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10
4
1
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Hafning bei Trofaiach im Bezirk Leoben
Eisenerz Gai Hafning bei Trofaiach Hieflau Kalwang Kammern im Liesingtal Kraubath an der Mur Leoben Mautern in Steiermark Niklasdorf Proleb Radmer Sankt Michael in Obersteiermark Sankt Peter-Freienstein Sankt Stefan ob Leoben Traboch Trofaiach Vordernberg Wald am Schoberpaß SteiermarkLage der Gemeinde Hafning bei Trofaiach im Bezirk Leoben (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Hafning ist eine Gemeinde mit 1613 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leoben in der Obersteiermark, nahe Trofaiach.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Hafning liegt im Vordernbergertal zwischen Trofaiach und Vordernberg an der steirischen Eisenstraße. Es liegt im Norden der Talsenke des Trofaiacher Beckens und umschließt den flächenmäßig viel kleineren Hauptort des Tales (Trofaiach) im Norden und Osten.

Ortsgliederung

Die Gemeinde Hafning besteht aus der Ortschaft Hafning im Vordernbergertal, wo sich das Gemeindeamt befindet, samt dem seit 1945 entstandenen neueren Wohngebiet Sonndorf und der Trattning bei Friedauwerk und den Seitentälern Krumpen, Rötz, Treffning und Laintal. Sie ist in folgende Katastralgemeinden eingeteilt: Hafning , Krumpen, Rötz, Treffning, Laintal.

Ein sehr großer Teil des Gemeindegebietes besteht aus Wald und Bergland über der Waldgrenze. Die Gemeindegrenzen reichen bis zu den Gipfeln, Graten und Übergängen der umliegenden Berge, wie z.B. Hochturm (Trenchtling), Lamingegg, Lamingsattel, Leobner Mauer, Klammkogel, Barbarakreuz, Fahnenköpfl, Grüblzinken, Rottörl, Eisenerzer Reichenstein, Krumphals, Hohe Zölz, Gosingsattel, Finzenkogel.

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. September 1982.[1]

Das Wappen zeigt im oberen Feld einen typischen Kohlwagen. Mit solchen von Pferden oder Ochsen gezogenen hochbordigen Wagen wurde die in den Wäldern von Hafning aber auch in anderen obersteirischen Wäldern erzeugte Holzkohle in das nahe Vordernberg geführt, wo sie in den Radwerken für die Roheisenerzeugung verwendet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Art der Roheisenerzeugung durch die Kokshochöfen abgelöst.

Geschichte

Die Gemeinde Hafning, im heutigen Sinne, entstand nach 1848 nach der Aufhebung der Grundherrschaft und der daraus resultierenden Neuordnung der Verwaltungseinheiten. Sie entstand durch die Zusammenfassung der fünf ursprünglich zum seinerzeitigen Bezirk Freienstein gehörenden Katastralgemeinden Hafning, Krumpen, Rötz, Treffning und Laintal. Der Ortsname kommt vom althochdeutschen Wort havanari, was Töpfer oder Hafner bedeutet und auf die Tätigkeit der ursprünglichen Siedler hinweist. Erhärtet wird diese Deutung des Ortsnamens durch die Ausgrabung einer frühzeitigen Hafnersiedlung nördlich des heutigen Bahnhofes, die von Historikern auf eine Zeit vor 1200 datiert wird. Die nachhaltige Besiedlung des Gemeindegebietes begann im Mittelalter. Orts- und Gebietsnamen erinnern an die slawische Besiedlung im Frühmittelalter und die bayrische Besiedlung in darauffolgenden Jahrhunderten. Für das Trofaiacher Becken kann eine bayrisch-slawische Mischbevölkerung bis zum Ende des 12. Jahrhunderts als sicher angenommen werden. Darauf weisen auch viele geographische Bezeichnungen hin. Danach verschwand der slawische Bevölkerungsanteil durch Assimilation durch die deutschsprachige Mehrheitsbevölkerung. Beispiele für Ortsnamen slawischer Herkunft sind: Krumpen von kronpa (das kleine Tal), Rötz, mittelalterlich Recz von rečica (Bächlein), Treffning von trebiti (roden), Trattning von trata (Viehweide Flur), Laintal mittelalterlich Lonktal von lonka (Wiese, Aue).

Das Gebiet von Hafning entsprach über Jahrhunderte dem einer typischen obersteirischen Landgemeinde mit bäuerlichen Strukturen und teilte die wechselvollen Geschicke der übrigen Steiermark. Durch die räumliche Nähe zu den Zentren der obersteirischen Eisenindustrie war zumeist eine gute Absatzlage für die landwirtschaftlichen Produkte gegeben. Andererseits wohnten viele Hüttenarbeiter und Bergleute in den Dörfern und Gräben der heutigen Gemeinde Hafning. Frühzeitig wurde im Gebiet von Hafning Erzabbau betrieben. Nachgewiesen ist vor allem ein ehemaliger Zinnober- und Quecksilberbergbau im hinteren Krumpengraben, und zwar im Gebiet der Zölzalpe und beim Krumpensee, sowie ein Eisenerzabbau im Rötzgraben in der Nähe des heutigen Gehöftes Höller.

In kirchlicher Hinsicht gehört das Gebiet von Hafning von jeher zur Pfarre Trofaiach. Daher ist auch der in Trofaiach bestehende Friedhof die für die Hafninger Gemeindebürger zuständige Begräbnisstätte. Auch der für den größten Teil von Hafning zuständige Polizeiposten und das Postamt befinden sich in Trofaiach. Das Gebiet des Laintales wird von der Polizei aus Sankt Peter-Freienstein betreut, und einige Häuser im nördlichsten Bereich von Hafning gehören zum Postbezirk von 8794 Vordernberg.

Mit 1. April 1939 wurden große zur Gemeinde Hafning gehörende Flächen an die Gemeinde Trofaiach angegliedert. Es handelte sich dabei um den Glögglhof und die zum Glögglhof gehörenden Wiesen und Äcker, die bis zur Gegend der heutigen Reitingstraße reichten. Auf diesen entstand die Gladensiedlung für die Arbeiter und Angestellten des Hüttenwerkes Donawitz (damals Hermann-Göring-Werke). In den folgenden Jahren wurde überhaupt die ganze Gemeinde Hafning an Trofaiach angegliedert. Dies wurde bald nach dem Zweiten Weltkrieg aber wieder rückgängig gemacht. In den Jahren um 1960 wurde dann noch der Bereich des Baumschulweges an der Ortsgrenze an Trofaiach eingemeindet.

In den letzten fünfzig Jahren sind in Hafning zahlreiche Einfamilienwohnhäuser entstanden. Dies geschah vor allem in Sonndorf, im vorderen Rötzgraben und im Laintal, während in den hinteren Teilen der Gräben immer weniger Menschen wohnen.

Anfang des Jahres 2012 begannen Gespräche zwischen den Nachbargemeinden Gai, Hafning, Trofaiach und Vordernberg, die einen Zusammenschluss dieser vier Gemeinden zum Ziel hatten. Am 30.September 2012 wurde über das Ergebnis dieser Verhandlungen eine Volksabstimmung abgehalten. Die Bewohner von Vordernberg (82 % von 62 % der Wahlberechtigten) stimmten gegen eine Gemeindefusion. In den drei übrigen Gemeinden gab es eine Mehrheit für den Zusammenschluss. Mit 78,8 und 79,8 Prozent waren die Voten in Trofaiach und Gai deutlich, allerdings lag die Beteiligung in Trofaiach nur bei 41 Prozent, in Gai bei 59 Prozent. In Hafning war das Ergebnis mit 52,7 Prozent Ja-Stimmen bei 56,9 Prozent Beteiligung knapp für den Zusammenschluss. Angestrebt wird nun die Umsetzung der Fusion der drei Gemeinden zum 1. Jänner 2013: Die neue Stadt unter dem Namen Trofaiach wird rund 11.500 Einwohnern haben.



Einwohnerentwicklung

  • 1869 1.668
  • 1900 1.698
  • 1934 1.857
  • 1951 1.730
  • 1961 1.748
  • 1971 1.778
  • 1981 1.711
  • 1991 1.689
  • 2001 1.653

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Das Naturschutzgebiet um den Eisenerzer Reichenstein mit dem Aufstieg von der Hirnalm zum Krumpensee, vorbei am Krumpenwasserfall.
  • Zeugnis römischer Besiedlung: Am 23. September 1977 wurde in Laintal bei Grabarbeiten auf einem Grundstück des Bauern Judmaier vulgo Ott eine aus der Römerzeit stammende marmorne Bekrönung eines Grabdenkmals entdeckt. Dieser bisher bedeutendste römerzeitliche Fund im Trofaiacher Raum kann im Heimatmuseum Trofaiach besichtigt werden.
  • Waldlehrpfad: Im Prevenhueberwald der Leobner Realgemeinschaft wurde 2011 ein Waldlehrpfad errichtet, der von dem hinter dem Gehöft Schloßbauer abzweigenden Forststraße erreicht werden kann.
  • Anton Webern war wohl der berühmteste Sommergast Hafnings. Er wohnte 1927 einige Wochen in der Kranewitterhube (heute Krumpen 28) und komponierte dort Teile seines Streichtrios op.20.

Sport

  • Die Krumpenloipe ist eine Langlaufloipe in mittlerer Höhenlage im Krumpengraben (695–845 m). Sie führt 5 km taleinwärts und danach retour durch Wälder und den Krumpenbach entlang, insgesamt 10 km als Klassische und Skating-Loipe parallel verlaufend. Eine ca. 2,5 km lange Trainingsloipe ist mit Beschneiungsanlage und Flutlicht ausgestattet.
  • Bergsteigen – Im Gemeindegebiet befinden sich einige bekannte Berge der Eisenerzer Alpen (der Eisenerzer Reichenstein (2165m) und die Vordernberger Mauer, über deren Grat der Grete-Klinger-Steig führt) sowie der Hochschwab-Gruppe (der Trenchtling mit dem Hochturm (2081m) als höchstem Gipfel).
  • Der Grete Klinger Steig ist ein versicherter Weg über den Kamm der Vordernberger Mauer. Der einem Klettersteig ähnliche Teil nimmt etwa ein Drittel ein, zwei Drittel sind Kammwanderung und Abstieg. Der Steig ist gut abgesichert, mäßig schwierig mit einer C Passage, stellt aber insgesamt eine lange Bergtour dar.

Regelmäßige Veranstaltungen

Hafninger Gasslfest - Anfang Juni wird von den Gewerbetreibenden von Hafning das "Gasslfest" veranstaltet, an welchem die gesamte Bevölkerung von Hafning und den umliegenden Gemeinden teilnimmt.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

  1. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 33, 1983, S. 32

Weblinks

 Commons: Hafning bei Trofaiach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien