Haim Harari

Haim Harari (hebräisch ‏חיים הררי‎; * 1940 in Jerusalem) ist ein israelischer Elementarteilchenphysiker und Wissenschaftsorganisator.

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Leben

Harari stammt aus einer Familie, die seit dem 19. Jahrhundert in Palästina lebt. Er wurde 1967 der bis dahin jüngste Professor (Associate Professor) am Weizmann-Institut, wo er 1970 eine volle Professur erhielt und 1999 Instituts-Professor wurde. Von 1988 bis 2001 war er Präsident des Weizmann-Institut für Wissenschaften.

Seine Hauptbeiträge zur Physik der Elementarteilchen sind die Vorhersage des top- und bottom-Quarks und die erste vollständige Darstellung des Standardmodells mit drei Familien - sechs Quarks und sechs Leptonen (1975). Er schlug auch ein Modell der Elementarteilchen vor, in dem Quarks und Leptonen aus noch fundamentaleren Bausteinen aufgebaut sind (Rishon-Modell).

1972 bis 1978 war er Dekan der Graduate School und 1988 bis 2001 war er Präsident des Weizmann-Instituts, dessen finanzielle Ausstattung er durch geschickte Anlagepolitik und Spenden-Einwerbung[1]erheblich stärkte.

1979 bis 1985 war er Vorsitzender des Planungs- und Haushaltskomitees im israelischen Rat für höhere Bildung, das unter anderem die Forschungsgelder in Israel verteilt und die Universitäts- und Schulgründungen steuert. Er stand 1991/92 dem nationalen israelischen Bildungsrat vor und war Gründer des Davidson Institute of Science Education in Rehovot und des Hemda Science Center in Tel Aviv.

Er ist Mitgründer von Perach, einem Stipendienprogramm für Studenten, die als Ausgleich unterpriviligierte Schüler unterrichten. Das Programm, an dem rund 30.000 Studenten teilnehmen, erhielt 2008 den Israel-Preis.

2005 veröffentlichte er ein Buch A View from the Eye of the Storm - Terror and Reason in the Middle East (Harper-Collins), das seine Sicht der Nahostsitutation wiedergibt.

1997 bis 2006 war er Internationalen Beratungsgremium von Daimler-Chrysler. Haim Harari ist der Leiter des sechsköpfigen Exekutivkomitees, das mit der Gründung der österreichischen Uni in Gugging nahe Klosterneuburg (Niederösterreich) - derzeit Institute of Science and Technology Austria (ISTA) genannt - beauftragt wurde.

Harari ist seit 1979 Mitglied der Israelischen Akademie der Wissenschaften. Er gewann 1976 den Rothschild Preis, 1989 den Israel-Preis, 2004 den EMET Preis, das Bundesverdienstkreuz und die Harnack-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. 2011 erhielt er das Goldene Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich

Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Schriften

  • Quarks and Leptons, Physics Reports, Bd.42, 1978, S.235-309
  • The structure of quarks and leptons, Scientific American, April 1983
  • Composite models, in Solvay Congress 1982, Physics Reports Bd.104, 1984
  • A View from the Eye of the Storm - Terror and Reason in the Middle East, Neuauflage als Taschenbuch: ReganBooks 2010 ISBN 978-0-06-083912-3

Weblinks

Verweise

  1. nach Angaben auf seiner Webseite wurden in seiner Amtszeit über 1 Milliarde Dollar an Spendengeldern geworben