Hanak-Museum

Hanak-Museum Langenzersdorf 2008

Das Hanak-Museum ist ein Museum in Langenzersdorf, welches dem Werk des Bildhauers Anton Hanak gewidmet ist.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Anton Hanak verbrachte über zwanzig Jahre seines Lebens in der Marktgemeinde Langenzersdorf. Der Bildhauer hatte von 1901 bis 1921 seinen Wohnsitz in der Kellergasse. Unweit seines Wohnhauses, in der Oberen Kirchengasse, wurde das Hanak-Museum errichtet. Dem Museum ist ein Skulpturengarten angeschlossen.

Anfangs bestand das Museum aus dem Garten und dem oberirdischen Gebäude des so genannten „Champagnerkellers“, welche dem Museumsverein von der Gemeinde zur Verfügung gestellt worden waren. Nach den Umbauarbeiten konnten erstmals die vom Land Niederösterreich aus dem Nachlass angekauften Werke der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Eröffnung des Hanak-Museums erfolgte am 6. Juni 1970. Seit 1972 ist das Hanak-Museum Außenstelle des Niederösterreichischen Landesmuseums.

Der amtierende Leiter des Museums ist Gregor Anatol Bockstefl. Derzeit ist das Museum wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. [1]

Bestand

Zahlreiche Großplastiken und vorbereitende Studien sind in der Schausammlung des Hanak-Museums zu finden. Hervorzuheben sind Werke, die Anton Hanak im Auftrag der Gemeinde Wien entworfen hatte, so beispielsweise die Viktor-Adler-Büste für das Republikdenkmal an der Wiener Ringstraße oder die Schmerzensmutter am Wiener Zentralfriedhof. Auch Werke, die Hanak für seinen Mäzen Otto Primavesi schuf, sind hier dokumentiert. Im Museum befinden sich Studien zur überlebensgroßen Skulptur der Margarethe Stonborough-Wittgenstein und zur Pietà. Die Entwürfe zum monumentalen „Emniyet-Denkmal“ in Ankara sind hier aufbewahrt. Anton Hanak konnte dieses letzte Werk nicht mehr selbst vollenden.

Einige Originale wurden 2002 ins Niederösterreichische Landesmuseum überstellt, wo sie im „Hanakgang“ aufgestellt sind.[2]

Werke

  • 1922 Gipsentwurf: „Der brennende Mensch“
  • 1923 bronzierter Gipsentwurf: „Prof. Dr. Emil Zuckerkandl“
  • 1924 Gipsentwurf: „Schmerzensmutter“, Kriegerdenkmal am Zentralfriedhof
  • 1925 „Selbstporträt“
  • 1928 „Viktor Adler-Büste“, Entwurf zum Republik-Denkmal an der Wiener Ringstraße
  • 1930 bronzierter Gipsentwurf der 2. Fassung: „Pietà“
  • 1925 1. und 3. Fassung Gipsentwurf „Margarethe Stonborough-Wittgenstein“
  • 1933 Gipsentwurf „Die junge Türkei“
  • 1933/34 bronzierter Gipsentwurf „Porträtbüste des Wiener Bürgermeisters Karl Seitz“

Schüler von Anton Hanak

Die Arbeiten der Schüler von Anton Hanak, darunter Fritz Wotruba, werden in einem eigenen Raum präsentiert.

Sonderausstellungen

Weggefährten und Zeitgenossen Hanaks werden in Sonderausstellungen dokumentiert. Darüber hinaus finden Ausstellungen zeitgenössischer bildender Künstler im Hanak-Museum statt.

Anton-Hanak-Archiv

Das Anton-Hanak-Archiv, das den schriftlichen Nachlass des Künstlers beinhaltet, ist dem Museum angeschlossen. Hier befindet sich auch umfangreiches Bild- und Tonmaterial über Anton Hanak und seine Werke.

Literatur

  • 900 Jahre Langenzersdorf, Hrsg. von der Marktgemeinde Langenzersdorf 2008
  • 900 Jahre Langenzersdorf - Geschichte und Heimatkunde, Hrsg. Franz Karl Schwarzmann, mit Beiträgen von Josef Germ und Erich Gusel, 2008;
  • Anton Hanak (1875-1934) von Friedrich Grassegger und Wolfgang Krug, Böhlau Verlag, Wien 1997
  • Anton Hanak. Kunst und Künstlerkult - Ein Beispiel von Gerhardt Kapner, Verlag Jugend und Volk, Wien-München 1984
  • Anton Hanak, Museumskatalog anlässlich der Eröffnung des Anton Hanak Museums

Einzelnachweise

  1. Informationen der Marktgemeinde Langenzersdorf, Adresse, Kontaktdaten (abgerufen am 21. März 2010)
  2. Hanakgang im Niederösterreichischen Landesmuseum

Weblinks

48.30983333333316.363722222222Koordinaten: 48° 18′ 35″ N, 16° 21′ 49″ O