Hans Adam (Marineoffizier)

Hans Adam (* 5. März 1883 in Wesel; † 23. Juni 1948 in Düsseldorf) war ein deutscher Marineoffizier und im Ersten Weltkrieg U-Boot-Kommandant.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adam trat am 10. April 1901 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein, absolvierte seine Grundausbildung auf dem Schulschiff SMS Stein und kam dann an die Marineschule, wo er am 22. April 1902 zum Fähnrich zur See ernannt wurde. Nach erfolgreichem Abschluss folgte seine Versetzung an Bord des Linienschiffes SMS Wettin und am 29. September 1904 die Beförderung zum Leutnant zur See. Als solcher war Adam vom 1. Oktober 1905 bis 31. März 1906 Kompanieoffizier in der II. Matrosen-Division und anschließend Wachoffizier auf dem Kleinen Kreuzer SMS Ariadne. In gleicher Funktion wurde er am 23. September 1906 auf den Großen Kreuzer SMS Friedrich Carl versetzt und zwischenzeitlich am 27. April 1907 Oberleutnant zur See. Es folgten Verwendungen an Bord des Kleinen Kreuzers SMS Lübeck sowie auf SMS König Wilhelm, bevor man Adam am 1. Oktober 1910 zur Verfügung der Inspektion des Torpedowesens stellte und er eine U-Boots-Ausbildung durchlief. Man teilte ihn dann der U-Boots-Abteilung zu und setzte ihn zunächst als Wachoffizier ein. Mit der Beförderung zum Kapitänleutnant am 22. März 1913 ernannte man Adam zum Chef der 5. U-Boot-Halbflottille sowie zum Kommandanten des Torpedobootes SMS D 10.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs behielt Adam das Kommando zunächst inne, wurde im März 1915 ins Mittelmeer verlegt und dort Leiter des Marine-Spezialkommandos Pola. Nachdem der dortige Marinestützpunkt einsatzbereits war, fungierte er als Kommandant von SM U 82 und konnte mit seiner Besatzung feindlichen Schiffraum von über 100.000 BRT versenken bzw. beschädigen. Er zählt damit zu den erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten des Ersten Weltkrieges. Im April wurde Adam Chef der U-Boot-Halbflottille Konstantinopel. Nach Kriegsende beurlaubte man Adam und versetzte ihn am 18. November 1919 unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Korvettenkapitän in den Ruhestand.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Adam am 1. Juni 1940 reaktiviert und zunächst zur Verfügung der 1. U-Boot-Lehrdivision in Kiel gestellt. Einen Monat später folgte seine Kommandierung zur 25. U-Flottille, die zu diesem Zeitpunkt in Memel stationiert war und als Ausbildungsflottille diente. Bereits am 19. August 1940 versetzte man ihn zum U-Boot-Stützpunkt Stettin und stellte ihn vom 14. November 1940 bis 3. Februar 1941 zunächst zur Verfügung des Befehlshabers der U-Boote sowie des Kommandierenden Admirals der Nordseestation. Adam wurde anschließend zum Leiter der Außenstelle Rotterdam der Rüstungsinspektion der Niederlande ernannt und als solcher am 1. April 1942 zum Fregattenkapitän v.V. sowie am 1. November 1944 zum Kapitän zur See z.V. befördert. Von diesem Posten entband man Adam am 15. November 1944, stellte ihn zur Verfügung und beurlaubt ihn. Am 28. Februar 1945 wurde seine z.V.-Stellung aufgehoben und Adam endgültig in den Ruhestand verabschiedet.

Auszeichnungen

Literatur

  • Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs Band 1: A-G, Biblio Verlag Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2505-7, S.3-4
  • Andreas Michelsen: Der U-Bootkrieg 1914-1918, v. Hase & Koehler Verlag, Leipzig 1925

Einzelnachweise

  1. a b c d e Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine, Hrsg.: Marinekabinett, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1918, S.34