Hans Hollmann (Regisseur)

Hans Hollmann (* 4. Februar 1933 in Graz) ist ein österreichischer Regisseur.

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Lebenslauf

Hans Hollmann ist der Sohn eines bekannten Schulmusikers und einer Lehrerin. Nach Universitätsstudien und der 1956 erfolgten Promotion zum Doktor juris an der Karl-Franzens-Universität in Graz, studierte er Schauspiel und Regie am Max-Reinhardt-Seminar der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien.

Er wurde, nach Anfängen als Schauspieler und Regisseur am Theater in der Josefstadt in Wien, 1967 mit einer Inszenierung von Ödön von Horvaths „Italienischer Nacht“ am Staatstheater Stuttgart überregional bekannt. Mit der ersten umfangreichen Inszenierung von Karl KrausDie letzten Tage der Menschheit, 1974 an zwei Abenden im Foyer des Basler Theaters, reihte er sich in die Reihe der führenden Regisseure des deutschsprachigen Gebiets ein. Er wiederholte diese Inszenierung bei den Wiener Festwochen 1980 im Wiener Konzerthaus mit Helmut Lohner, Peter Weck, Paulus Manker, Alexander Goebel und Götz Kauffmann. Hollmann inszeniert an allen großen Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Einer der Schwerpunkte seiner Arbeit war sein starkes Engagement für das zeitgenössische Theater, das in vielen Ur- und- Erstaufführungen von Stücken von Bertolt Brecht, Tankred Dorst, Rainald Goetz, Peter Handke, Elfriede Jelinek, Heiner Müller und Botho Strauss seinen Ausdruck findet, der andere sein großes Interesse für das Musiktheater. Von 1975 bis 1978 war er Direktor der Basler Theater.

1993 erhielt er einen Ruf als Professor für Theaterregie an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und leitet von 1998-2003 als Dekan den Fachbereich Darstellende Kunst. In dieser Eigenschaft konzipierte er den Studien- und Produktionsverbund Hessische Theaterakademie, eine Vernetzung der zu Bühnenberufen ausbildenden hessischen Hochschulen untereinander und mit den hessischen Staats- und Stadttheatern. Die Hessische Theaterakademie wurde unter seiner Leitung 2002 gegründet und stellte einen gänzlich neuen Weg praxisnaher künstlerischer Ausbildung dar. Sie umfasst derzeit vier Hochschulen und fünfzehn Theater. Nach dem hessischen Vorbild wurde 1994 in Hamburg die Theaterakademie Hamburg gegründet.

Neben zahlreichen Bearbeitungen, Übersetzungen und Drehbüchern verfasste Hans Hollmann zahlreiche Essays über das Theater und theoretische Beiträge zum Theater. In vielen Lesungen interpretiert er vor allem Autoren wie Elias Canetti, Karl Kraus und Heinrich Heine.

Hans Hollmann ist verheiratet mit der Schauspielerin Reinhild Solf.

Inszenierungen

Zu den wichtigsten Inszenierungen von Hans Hollmann der letzten Jahre zählten im Sprechtheater:

Seine wichtigsten Inszenierungen für das Musiktheater in diesem Zeitraum waren:

  • „Arabella“ (1992 Semperoper Dresden)
  • „Andrea Chenier“ (1994 Opernhaus Zürich)
  • Das schlaue Füchslein“ (1994 Semperoper Dresden)
  • „Tannhäuser“ (1995, Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf,)
  • Le Nozze di Figaro“, und „Die Frau ohne Schatten“. (1995 und 1996 Semperoper Dresden)
  • Parsifal“ (1997, Opernhaus Zürich)
  • „Sly“ (1998, Opernhaus Zürich)
  • „Die Wände“ von Adriana Hölszky, (2000, Oper Frankfurt)
  • „Sly“ (2000, Opera Liceu, Barcelona)
  • „Dalibor“ (2002 Staatstheater Karlsruhe)

Filmografie (Auswahl)

  • 1962: Gasparone
  • 1962: Mit den besten Empfehlungen
  • 1964: Happy-End am Wörthersee (Happy-End am Attersee)
  • 1965: Das ist mein Wien
  • 1966: Schöne Geschichten mit Papa und Mama
  • 1972: Zur schönen Aussicht
  • 1995: Die Dreigroschenoper

Ehrungen

Seit 1967 wurden Inszenierungen von Hans Hollmann häufig zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Hans Hollmann ist Mitglied der Deutschen Akademie für Darstellende Kunst, Ehrenmitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins, Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark sowie Inhaber der Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien und der Goethe-Plakette des Landes Hessen.

Literatur

Weblinks