Hans Jörg Schelling

Hans Jörg Schelling (* 27. Dezember 1953 in Hohenems, Vorarlberg als Johann Georg Schelling) ist ein österreichischer Unternehmer und Politiker (ÖVP).

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Berufliche Karriere

Nach der Matura am Bundesgymnasium Feldkirch 1972 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Johannes Kepler Universität Linz und schloss 1978 mit dem Magister rer.soc.oec (Diplomarbeit: Die Absatzchancen von Silhoutte Modellbrillen) und 1981 mit dem Doktorat (Thema: Möglichkeiten zur Förderung des Exports von Klein- und Mittelbetrieben) ab. Schelling wurde mit dem Ed. Haas Preis und mit dem Rudolf-Sallinger-Preis ausgezeichnet. Der Universität blieb er bis 1996 weiterhin als Prüfungskommissär und Lektor verbunden.

1981 begann er seine berufliche Karriere als Assistent der Geschäftsleitung in der Leiner/Kika Unternehmensgruppe. 1988 wurde er dort Geschäftsführer. 1990 gründete er die Firma Schelling GesmbH für Unternehmensberatung. 1992 wechselte er nach Differenzen mit dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Koch über die strategische Ausrichtung von Leiner/Kika zum Konkurrenten XXXLutz und war dort bis 2005 Geschäftsführer. Nach der rechtlichen Neuorganisation von Lutz 2005 wurde er Geschäftsführer der neuen Muttergesellschaft und Aufsichtsrat in der XXXLutz GmbH. Mit 1. Jänner 2009 hat er planmäßig seine Funktion als Geschäftsführer zurückgelegt und ist nur mehr als Aufsichtsrat des Unternehmens tätig.

Schelling wurde mit dem Staatspreis für Werbung und mit dem Staatspreis für Marketing ausgezeichnet. Schelling ist auch geschäftsführender Gesellschafter der BIG DEAL Marken- und Marketingberatung in Wien. Darüber hinaus war er seit 1999 im Aufsichtsrat der Palmers Textil AG (ausgeschieden mit dem Verkauf der Palmers AG), und seit 2003 im Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG vertreten (bis 5. Februar 2007). Im selben Jahr wurde er auch Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates des Fussballclubs SKN St. Pölten.. Seit 2006 war er auch im Aufsichtsrat der Telekom Austria (Mandat zurückgelegt am 6. Februar 2007). Er ist Vorsitzender des Beirates der JGS Privatstiftung. Schelling ist seit 2000 Ausschussmitglied der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer NÖ. Er ist seit 2006 auch CMC (CertifiedManagementConsultant). 2007 wurde Schelling auch Vorsitzender des Aufsichtsrates des SKN St. Pölten (2. Bundesliga Österreich)Diese Funktion hat er anlässlich seiner Wahl zum Vorsitzenden des HVB der Sozialversicherungsträger zurückgelegt. Schelling ist auch Vorsitzender des Vorstandes der Danubia Privatstiftung in Krems.

Seit 1. Mai 2008 ist er Obmann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Nachdem er für den Vorstand des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger als Arbeitgebervertreter nominiert wurde, legte er diese Funktion mit Beginn 2009 zurück. Am 21. Jänner 2009 wurde er einstimmig für 4 Jahre zum Vorsitzenden des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gewählt.

Seit 1. Jänner 2009 betreibt er als Winzer das Stiftsweingut Herzogenburg, eines der ältesten Weingüter des Traisentales im Ortsteil Wielandsthal der Gemeinde Herzogenburg. Mit seinen Weinen hat er bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erreicht, 2012 wurde sein Traminer 2011 niederösterreichischer Landessieger und für den österreichischen Weinsalon nominiert.

Am 26. April 2012 wurde er zum Vorsitzendes des Aufsichtsrates der Österreichischen Volksbanken-Aktiengesellschaft (ÖVAG) gewählt.[1]

Politische Karriere

2001 wurde er für die ÖVP Mitglied des Gemeinderates von St. Pölten und Stadtrat für städtische Unternehmen. Während seiner Amtszeit galt er als besonders streitbar. Er und der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Anton Heinzl verklagten sich mehrmals gegenseitig. 2002 wurden er und der damalige Vizebürgermeister Alfred Brader (ÖVP) wegen Übler Nachrede gegen den damaligen Bürgermeister Willi Gruber (SPÖ) gerichtlich verurteilt. Die bedingte ausgesprochene Strafe ist bereits getilgt. Auch innerhalb der ÖVP galt er als umstrittener Intimfeind von Bezirksparteichef Alfred Brader. Für die Landtagswahl 2003 kandidierte er ebenfalls, da er aber kein Direktmandat erreichte, lehnte er das Angebot in den Bundesrat zu gehen ab. 2004 legte er sein Stadtratsmandat zurück. Er blieb aber Stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftbundes der Stadt und des Bezirks St. Pölten, sowie Mitglied der Bundes- und Landesleitung des österreichischen Wirtschaftsbundes.

Seit 1. April 2004 ist Schelling Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und ist dort federführend für die Reform der Wirtschaftskammer verantwortlich. 2010 wurde er für weitere 5 Jahre als Vizepräsident vom Wirtschaftsparlament bestätigt.

Von 1. Februar 2007 bis 28. Oktober 2008 war Schelling Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat. Schelling wurde in den Verfassungsausschuss sowie in die Ausschüsse Unterricht, Bauten, sowie Forschung, Innovation und Technologie des Nationalrats berufen.

Bei der Wahl zum Nationalrat 2008 verfehlte Schelling ein Direktmandat im Wahlkreis NÖ Mitte. Ein Mandat im Nationalrat wäre allerdings mit seiner Wahl zum Vorsitzenden des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger unvereinbar. Er ist allerdings seit Jänner 2009 wieder kooptiertes Mitglied des ÖVP Parlamentsklubs.

Privates

Schelling ist verheiratet und hat zwei Töchter (* 1978 bzw. 1980).

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Neuer ÖVAG-Aufsichtsrat: Vergangenheit "unter Kontrolle". auf: Die Presse.com, 27. April 2012.