Hans Lothar von Schweinitz

Hans Lothar von Schweinitz (* 30. Dezember 1822 auf Gut Klein Krichen, Landkreis Lüben, Niederschlesien; † 23. Juni 1901 in Kassel) war ein preußischer General der Infanterie, Generaladjutant und kaiserlich deutscher Botschafter in Wien und Sankt Petersburg.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er entstammte dem alten schlesischen Adelsgeschlecht von Schweinitz und war der Sohn des Gutsbesitzers Heinrich von Schweinitz (1796–1872). Er wurde auf dem väterlichen Schloss von einem Hauslehrer unterrichtet. Ab seinem 14. Lebensjahr kam er nach Breslau, wo er bis zum Abitur das Maria-Magdalenen-Gymnasium besuchte.

Er heiratete am 18. Oktober 1872 in London Anna Jay (* 12. August 1849 in New York City; † 19. Juni 1925 in Kassel), die Tochter von John Jay, Gesandter der USA in Wien, und Urenkelin des gleichnamigen Gründervaters, und der Eleanor Kingsland Field. Das Ehepaar hatte sechs Söhne und zwei Töchter.

Seine Tochter Eleonore von Schweinitz (1875–1948) heiratete 1901 den preußischen Staatsminister August von Trott zu Solz (1855–1938). Sein ältester Sohn Wilhelm von Schweinitz (1873–1932) war bis 1918 Soldat, während des Ersten Weltkriegs Militärattaché in Rom und Den Haag. Er war verheiratet mit Victoria (1882–1966), Tochter des preußischen Hausministers August zu Eulenburg.[1]

Militärischer Werdegang

Schweinitz trat 1840 in das 1. Garderegiment zu Fuß in Potsdam ein und kam 1854 infolge seiner Schriften Die Armeen des westlichen Europa und Die Geschichte des Ordens vom Goldenen Vließ als Adjutant zum Oberkommando der Deutschen Bundestruppen nach Frankfurt am Main.

1857 wurde Schweinitz Adjutant beim Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, 1861 Major im Generalstab und Militärattaché in Wien. 1863 kehrte er an den kronprinzlichen Hof zurück und nahm 1864 am Deutsch-Dänischen Krieg teil.

1865 wurde Schweinitz Flügeladjutant des Königs und Militärbevollmächtigter in Sankt Petersburg. 1869 ging er als Gesandter des Norddeutschen Bundes nach Wien und wurde gleichzeitig zum Generalmajor befördert. Hier hatte er 1870 die Aufgabe, eine Annäherung Österreichs an Frankreich während des Deutsch-Französischen Krieges zu verhindern.

1869 wurde Schweinitz zum Botschafter in Wien ernannt und gleichzeitig Generalleutnant. 1876 ging er in gleicher Eigenschaft nach Sankt Petersburg. 1884 wurde er zum General der Infanterie à la suite ernannt. Ende 1892 nahm Schweinitz seinen Abschied.

Hans Lothar von Schweinitz starb am 24. Juni 1901 in Kassel.

Orden und Ehrenzeichen

Literatur

  • Johanna Seligmann: Hans Lothar von Schweinitz : Die Bedeutung seiner politischen Tätigkeit, Bern 1936.
  • Otto Weber-Krohse: Hans Lothar von Schweinitz, der Botschafter Wilhelms des Ersten als Charakter und Staatsmann, Königsberg 1937.
  • Jörg Kastl, Am straffen Zügel. Bismarcks Botschafter in Rußland, 1871-1892, München 1994.
  • Hans Lothar von Schweinitz: Denkwürdigkeiten des Botschafters General v. Schweinitz. Herausgegeben von seinem Sohn Wilhelm v. Schweinitz. 2 Bände. Berlin 1927.

Quellen

Weblinks

Anmerkungen

  1.  Ekkehard Klausa: Ein altpreussischer Konservativer als Comic-Autor. In: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte. 20. Band, 2010, S. 93–121.


Vorgänger Amt Nachfolger
Carl von Werther Deutscher Botschafter in Österreich
1869–1876
Otto zu Stolberg-Wernigerode