Harrach

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Freiherrliches Wappen der Harrach aus Johann Siebmachers Wappenbuch (1605)

Harrach ist der Name eines alten österreichisch-böhmischen Adelsgeschlechts. Die Herren, Freiherren und Grafen von Harrach zählten zum österreichischen Hochadel. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1195 in den Urkunden des Klosters Ranshofen, das damals zum Herzogtum Baiern gehörte. Die gesicherte Stammreihe beginnt im 13. Jahrhundert mit Przibislaus von Harrach (Přibyslav z Harachu; auch z Horochu) der einem Vladikengeschlecht aus dem südböhmischen Dorf Hora bzw. Harachy entstammte. Przibislaus Nachkommen erwarben bedeutende Besitzungen u. a. im Mühlviertel, der Steiermark und in Kärnten.

Schloss Rohrau, ein ehemaliger Stammsitz der Familie. Heute Waldburg-Zeil.

Leonhard III. von Harrach kaufte 1524 die Herrschaft Rohrau in Niederösterreich. Später wurde Schloss Rohrau zum Stammsitz der Familie.[1] Sein Sohn Leonhard IV. (1514-1590) erhielt von Kaiser Karl V. durch Diplom vom 4. Januar 1552 für sich und sein ganzes Geschlecht den Reichsfreiherrenstand und wurde 1577 in den böhmischen Herrenstand erhoben. 1585 wurde er durch Philipp II. in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.[2]

Am 6. November 1627 wurde Karl Freiherr von Harrach von Kaiser Ferdinand II. in den Reichsgrafenstand erhoben und ernannte gleichzeitig die Herrschaft Rohrau zur Grafschaft. Die Mitglieder der Familie führten den Titel Graf bzw. Gräfin von Harrach zu Rohrau und Thannhausen.[3] Durch seine Söhne Leonhard Karl und Otto Friedrich wurde Graf Karl der Stammvater der älteren Linie zu Rohrau und der jüngeren Linie zu Pruck. Zu der jüngeren Linie gehörte Graf Ferdinand Bonaventura Anton, der für sich und die Nachkommen seines Bruders Friedrich August 1752 die Aufnahme in das schwäbische Reichsgrafenkollegium und damit die Reichsstandschaft erlangte. Auf Grund dessen wurde dem Chef der jüngeren Linie durch ein Dekret der k.u.k. Hofkanzlei 1841 das Prädikat Erlaucht zugestanden.

Johann Nepomuk XII. Graf Harrach zu Rohrau und Thannhausen verkaufte zum Ende des 18. Jahrhunderts den Wiener Majoratsgarten sowie das Majoratsgut Wlkawa und übertrug das Majorat auf die Allodialherrschaft Starkenbach und errichtete darauf einen Familienfideikommiss. Sitz der älteren Linie bildete das Schloss Horní Branná, Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Franz Ernst Graf Harrach-Rohrau in der Herrschaft Sadowa das repräsentative Schloss Bürgles erbauen. Zugleich ließ er in Horní Branná als Familienbegräbnisstätte die Harrach-Gruft zum Heiligen Kreuz errichten, in die später auch die Särge aus der alten Grablege in Spitalkapelle St. Alois überführt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sämtliche Familiengüter in der Tschechoslowakei enteignet.

Das Palais Harrach in Wien wurde 1975 an die Stadt verkauft.[4] Nach der Familie ist unter anderem der Ort Harrachov in Tschechien benannt, wo seit Anfang des 18. Jahrhunderts eine Glashütte das Harrachglas herstellte.[5] Neben Harrachov führen auch Horní Branná und Zvíkov das Familienwappen der Harrach im Gemeindewappen.

Wappen

Das Stammwappen zeigt in Rot eine goldene Kugel die mit drei (im Verhältnis 2:1) silbernen Straußenfedern besteckt ist, wobei die oberen schräg nach außen gekehrt sind. Auf dem Helm ist ein geschlossener roter Flug mit dem Schildbild. Die Helmdecke ist rot-silbern.

Aloys Thomas Raimund Harrach (* 1669; † 1742)
Auguste Gräfin von Harrach (* 1800; † 1873)

Namensträger

Einzelnachweise

  1. Homepage des Familienmuseums
  2. http://www.hbranna.cz/historie-obce/branna-harrachu/
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser Bd. XIII, Aufl. 1987, S. 184ff.
  4. www.burgenkunde.at, Palais Harrach
  5. Glas- und Porzellangallerie im Palais Harrach

Literatur

Weblinks

 Commons: Harrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien