Hartheimkonferenz

Die Internationale Hartheim Konferenz findet seit 2007 in Oberösterreich im Schloss Hartheim statt. Das Schloss war von 1940 bis 1941 eine Tötungsanstalt des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms „T4“. Die Konferenzen zu Themen der Ethik, des Sozialen Wandels und der Biopolitik finden in unregelmäßigen zeitlichen Abständen statt.

Inhaltsverzeichnis

Historischer Hintergrund

Von 1941 bis Ende 1944 wurden hier arbeitsunfähige Häftlinge der Konzentrationslager Mauthausen, Dachau, Buchenwald und Ravensbrück sowie kranke und nicht mehr einsatzfähige Zwangsarbeiter ermordet. Seit 2003 ist das Schloss eine Stätte der Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen, sowie mit gegenwärtigen gesellschaftspolitischen und ethischen Entwicklungen, die die Gefahr in sich tragen, dass der Wert des menschlichen Lebens relativiert wird. Die Internationale Hartheim Konferenz wurde 2007 durch eine Initiative von Georg Starhemberg und Reinhard Dyk ins Leben gerufen.

Erste Internationale Hartheimkonferenz 2007

Das Thema der ersten Konferenz, die von 20. – 22. April 2007 in Schloss Hartheim stattfand, befasste sich unter dem Titel „Sinn und Schuldigkeit. Fragen zum Lebensende“ mit der Problematik der Sterbehilfe und Euthanasie. Es diskutierten unter anderem Franz Welser-Möst, Nikolaus Harnoncourt, Josef Pühringer und Christoph Schönborn.

Zweite Internationale Hartheimkonferenz 2009

Die zweite Konferenz vom 13. und 14. November 2009 zum Thema „Ambivalenzen der Biowissenschaften“ befasste sich mit den Konsequenzen der neueren Entwicklungen in Humangenetik und Gentechnik. Die Zielvorstellungen der Biowissenschaften, gesellschaftspolitische und ethische Konsequenzen ihrer Entwicklung, das Verhältnis von Humangenetik und Eugenik, Biopolitik und Gouvernementalität waren Themen der Tagung. Der Eröffnungsvortrag „Von den alten und den neuen Träumen der Genetiker“ von Michael Wunder, Gründungsmitglied des „Arbeitskreises zur Erforschung der NS-Euthanasie und Zwangssterilisation“ setzte sich mit den Zielsetzungen der modernen Humangenetik auseinander und eröffnete einen kritischen Blick auf Kontinuität und Diskontinuitäten der Entwicklung dieses Wissenschaftsfeldes.

Dritte Internationale Hartheimkonferenz 2012

Von 9. – 10. März 2012 fand die dritte Konferenz statt. Themen waren die in Deutschland und Österreich feststellbare wachsende Tendenz biologischer Deutungsversuche sozialer Gegebenheiten in Bezug auf Phänomene wie soziale Schichtung, Migration und Intelligenz. Josef Weidenholzers Eröfffnungsvortrag hatte zum Thema die „Biologisierung des Sozialen – die Faszination der Machbarkeit“.

Weblinks