Hedy Fassler

Hedy Fassler (* 12. Dezember 1922 in Wien; † 12. April 2012[1] ebenda) war eine österreichische Operettensängerin (Sopran) und Filmschauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hedy Fassler absolvierte zunächst von 1936 bis 1938 eine Ausbildung als Balletttänzerin an der Ballettschule Willy Fränzel, entschloss sich jedoch später, Gesang zu studieren. Die Gesangsausbildung erhielt sie ab 1948 (in der Folgezeit weiterhin noch bis 1954) bei Fritzi Lahr in Wien.

Ihr Bühnendebüt gab Fassler 1948 am Stadttheater Wien als Franzi in der Operette Ein Walzertraum.

Sie hatte in der Folgezeit Engagements als Soubrette an der Wiener Staatsoper (Spielzeit 1947/48; Spielzeit 1954/55), am Stadttheater Wien (1948–1954), am Bürgertheater Wien und am Raimundtheater (1953/54, als Franzi in Ein Walzertraum)). Zu ihren Bühnenrollen gehörten Eros in Orpheus in der Unterwelt (Wiener Staatsoper 1947/48), Hanni in Frühlingsluft (Bürgertheater Wien 1952), Nelly in Der Obersteiger (Raimundtheater 1953), Wanda in Polenblut (Wiener Staatsoper 1954/55), Wally in Tausend und eine Nacht nach Johann Strauss (Wiener Staatsoper 1954/55), Pepi in Wiener Blut (Wiener Staatsoper 1954/55), Ciboletta in Eine Nacht in Venedig (Wiener Staatsoper 1955), Juliette Vermont in Der Graf von Luxemburg (Wiener Staatsoper 1954/55) und Valencienne in Die lustige Witwe (Wiener Staatsoper 1955).

Ihre einzige Opernrolle war die Esmeralda in Die verkaufte Braut; diese sang sie im Februar/März 1955 an der Wiener Staatsoper.[2]

Von 1955 bis 1976 war Fassler festes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper; bis 1978 trat sie dort noch als Gast weiterhin auf.[1]

Ende der 1940er Jahre wirkte Fassler auch in einigen Filmen mit, hauptsächlich in Filmkomödien und eher seichten musikalischen Lustspielen.

Die Stimme Fasslers ist durch einige Tondokumente überliefert. In einem Querschnitt der Operette Wenn die kleinen Veilchen blühen ist sie, unter der musikalischen Leitung von Robert Stolz, in der Soubrettenrolle der Liesel neben Melitta Muszely und Ferry Gruber zu hören. Beim ORF entstand 1960 eine Gesamtaufnahme der Operette So macht man Karriere von Nico Dostal, in der sie die Partie der Michou übernahm. Außerdem sang sie die Rolle der Spelunken-Jenny in Ausschnitten aus Brecht/Weills Die Dreigroschenoper.

Fassler war mit dem Operettenbuffo, Komiker und Regisseur Otto Fassler (1904–1990) verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn war der Heldentenor Wolfgang Fassler (1944–1997), der bei einem Autounfall tödlich verunglückte.

Filmografie

  • 1946: Praterbuben
  • 1947: Die Welt dreht sich verkehrt
  • 1947: Triumph der Liebe
  • 1947: Das singende Haus
  • 1948: Der Herr Kanzleirat
  • 1951: Schwindel im Dreivierteltakt

Literatur

  • Herbert A. Frenzel und Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland – Österreich – Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, S. 161.
  • Karl J. Kutsch und Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. Band 2: Castori–Frampoli. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 1405.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Hedy Fassler 91-jährig verstorben Nachruf in: Kurier vom 17. April 2012
  2. Rollenverzeichnis von Hedy Fassler in: Chronik der Wiener Staatsoper 1945–2005, S. 393f. Löcker Verlag, Wien 2006, ISBN 3-85409-449-3.