Heinrich Goldemund

Heinrich Goldemund (* 13. August 1863 in Kojetín, Mähren; † 2. März 1947 in Salzburg) war österreichischer Architekt, Stadtplaner und Baumanager.

Heinrich Goldemund schloss seine Schulausbildung in Wien ab und besuchte von 1886 bis 1890 die Technische Hochschule Wien. 1890 trat der junge Ingenieur als Volontär ins Wiener Stadtbauamt ein. Als Fachmann und Anhänger der christlichsozialen Partei Karl Luegers erlebte er einen raschen beruflichen Aufstieg. Von 1913 bis 1920 wirkte Goldemund als Stadtbaudirektor in Wien. Vom 4. März 1919 bis zum 9. November 1920 war Goldemund christlichsozialer Abgeordneter zur Konstituierenden Nationalversammlung.

Angesichts des durch die Realisierung des allgemeinen gleichen Wahlrechts auf kommunaler Ebene vorgefallenen Machtwechsels in Wien (absolute Mehrheit der SDAP) entschied sich Goldemund, in die Privatwirtschaft zu wechseln. Von 1921 bis 1945 war er als Generaldirektor der Universale Bau AG, eines Großunternehmens der österreichischen Bauwirtschaft, tätig.

Goldemunds Bestreben als Stadtplaner war es, die 1890 / 1892 und 1904 / 1905 vorgenommene Vergrößerung Wiens um die Vororte und um Gebiete am linken Donauufer planerisch unter Rücksicht auf das gewachsene Stadtbild und dessen Maßstab umzusetzen. Er hat sich unter anderem um die 1905 beschlossene Einrichtung des Wiener Grüngürtels (Wald- und Wiesengürtel) und um die 1908–1910 durchgeführte Erweiterung des Türkenschanzparks verdient gemacht.

Goldemund erhielt ein Ehrendoktorat der Wiener Technischen Hochschule. Er hat neben seinen Memoiren zahlreiche Publikationen hinterlassen.

Im Jahr 1958 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) der Goldemundweg nach ihm benannt.

Literatur

Weblinks