Heinrich Graf Larisch von Mönnich

Heinrich Graf Larisch von Mönnich (* 13. Februar 1850 in Ebelsberg (Oberösterreich); † 8. Dezember 1918 auf Schloss Solza bei Karwin) war ein österreichischer Industrieller und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Familie

Heinrich Graf Larisch von Mönnich entstammte einer uradeligen schlesischen Familie, die sowohl im preußischen wie im österreichischen Teil Schlesiens ansässig und begütert war. Er gehörte dem österreichischen Zweig und dem Ast Karwin der Familie an, die bereits 1664 in den böhmischen Freiherrnstand und 1748 in den böhmischen Grafenstand erhoben worden war.[1] Sein Vater war der spätere österreichische Finanzminister Johann Graf Larisch von Mönnich (1821–1884). Er heiratete 1871 eine Cousine, Henriette Gräfin Larisch von Mönnich (1853–1916). Das Paar hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Er starb am 8. Dezember 1918 auf Schloss Solza bei Karwin in Österreichisch-Schlesien.

Berufliche und politische Laufbahn

Heinrich Graf Larisch erbte nicht nur zahlreiche Güter in Österreichisch-Schlesien (außer Karwin auch Steinau, Albersdorf und Tzerlitzko), sondern war auch noch Fideikommissherr auf Freistadt, Deutsch-Leuten, Markdorf, Piersna, Oderberg, Ober-und Niederseibersdorf, Schönhof, Roy und Ernsdorf, alle ebenfalls im österreichischen Teil Schlesiens gelegen. Darüber hinaus war er Fideikommissherr auf Bluschczan und Rogau im Kreis Ratibor, ferner Gutsherr auf Klein-Gorschütz, Lazisk und Godow, alle in Preußisch-Schlesien gelegen. Zu den ererbten landwirtschaftlichen Besitzungen kamen zahlreiche gewerbliche Betriebe hinzu, namentlich ertragreiche Kohlenzechen. Er widmete sich besonders dem Ausbau der Kohlengruben durch Verbesserung der technischen Ausrüstung, vermehrte die Schächte und errichtete eine Koksanlage. Er hatte eigene Elektrizitätswerke und nahm die erste elektrische Förderanlage in Betrieb. Auf diese Weise verdreifachte er die Kohleförderung und die Koksproduktion.[2]

Neben einer von seinem Großvater, dem Grafen Heinrich Larisch von Mönnich (1793−1859), geerbten Zinkweißfabrik in Peterwald gründete er 1852 auch eine Sodafabrik. Da er sich nicht nur um seine eigenen Kohlengruben kümmerte, sondern ganz allgemein den Kohlenbergbau in Österreich förderte, wurde er 1890 zum Präsidenten des Vereins der Montan-Eisen- und Maschinenindustriellen in Österreich gewählt. 1897 war er Mitbegründer des Zentralvereins der Bergwerksbesitzer Österreichs, dessen Präsident er bis zu seinem Tode 1918 blieb.

Neben seinen wirtschaftlichen Aktivitäten war er auch politisch engagiert. Zunächst erbte er von seinem Vater 1884 dessen erblichen Sitz im Herrenhaus des österreichischen Reichsrates. Im selben Jahr wurde er auch gewähltes Mitglied des Schlesischen Landtages und ab 1886 Landeshauptmann des Herzogtums Schlesien.

Bei der Vielzahl seiner wirtschaftlichen und politischen Tätigkeiten blieb es nicht aus, dass ihm zahlreiche Ehrungen zuteil wurden. So wurde er 1879 K.u.K. Kämmerer, 1889 Geheimrat, Präsident der österreichisch-schlesischen land-und forstwirtschaftlichen Gesellschaft und Ehrenritter des Souveränen Malteser-Ritterordens.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Band G X, Seiten 252 u. 253, C.A. Starke-Verlag, Limburg 1981
  2. Österreichisches Biographisches Lexikon, Band V, Seiten 27/28, Verlag Böhlau, Wien Köln Graz, 1972
  3. Österreichisches Biographisches Lexikon, aaO. Seite 28