Heinrich Leopold

Grabstätte, Stubenrauchstraße 43–45, in Berlin-Friedenau

Heinrich Leopold (* 1937 in Wien; † 2005 ebenda) war ein österreichischer Jurist und Schriftsteller. Er veröffentlichte in Wiener Literaturzeitschriften und Anthologien Gedichte (Strophen aus dem Nichts) und Essays. Seine kulturphilosophischen Arbeiten umfassen u.a. eine Untersuchung über Paradoxon, Witz und Ironie bei Alfred Polgar.

Leben

Heinrich Leopold promovierte zunächst in Rechts- und Staatswissenschaft und hielt sich als Handelsattaché im Auftrag der Wiener Wirtschaftskammer mehrere Jahre in Moskau, New York City und Kinshasa auf. 1999 nahm er in Wien und Berlin das Studium der Philosophie und Kulturanthropologie auf und bereitete sich bei Konrad Liessmann, Alfred Pfabigan, Stephan Haltmayer, Franz Martin Wimmer, Hartmut Böhme und Sybille Krämer auf eine Arbeit über den deutschen Kulturphilosophen Jean Gebser vor, mit dessen tiefgreifenden Untersuchungen über das archaische und mythische Erbe der menschlichen Natur er von Jugend an aufs engste vertraut war. Seine 2005 an der Wiener Universität eingereichte Dissertation trägt den Titel: Globalisierung und integrales Bewußtsein. Wechselbeziehungen nach der Eteologie Jean Gebsers. Heinrich Leopold hinterließ nur ein schmales literarisches Werk, das aber in seiner Nähe zur Poesie (Gedichte) wie auch zum Wienerischen Sprachgeist (Aphorismus) eine außergewöhnliche formale Spannweite aufweist und ebenso von der Fähigkeit der präzisen Verknüpfung geistesgeschichtlicher Traditionen mit einer gesellschaftlich relevanten Thematik zeugt (die Veröffentlichung über Jean Gebser).

Leopold wurde auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Schöneberg beigesetzt.

Werke

Weblinks