Heinrich Raab

Heinrich Raab (* 3. November 1893 in St. Pölten; † 21. Dezember 1969 in Altdorf)[1] war ein österreichischer Politiker (VF) und 22. Bürgermeister von St. Pölten.

Leben

Heinrich Raab, zweiter Sohn der Baumeisterfamilie Wohlmeyer-Raab, wurde am 3. November 1893 in St. Pölten geboren. Er besuchte wie sein Bruder, der spätere Bundeskanzler Julius Raab das Seitenstettener Stiftsgymnasium und das St. Pöltner Gymnasium. Gemeinsam mit dem Gymnasiasten Leopold Figl und seinem Bruder gründete er die Mittelschulverbindung Nibelungia St. Pölten.[2] Danach studierte er in Wien Germanistik und Geschichte. Aus dem Ersten Weltkrieg kehrte der Kriegsfreiwillige als Oberleutnant zurück. Er begann als Lehrer am Stiftsgymnasium Mehrerau und wechselte 1921 an die Lehrerbildungsanstalt St. Pölten, wo er bis zu seinem Gang in Exil arbeitete. Danach lehrte er zehn Jahre am Kantonsgymnasium in Altdorf, bevor er Kultur- und Presseattaché der österreichischen Botschaft in Bern wurde.

Politisch war geprägt von den Einflüssen seines Onkels Johann Wohlmeyer und Karl Lueger. Er wurde am 18. Februar 1934 zum kommissarischen Gemeindeverwalter bestellt, am 12. Dezember des Jahres wurde er vom ständisch gegliederten Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt. Nach dem Anschluss Österreichs verlor Raab alle Funktionen, erhielt Berufsverbot und wurde kurz Inhaftiert, woraufhin er das Land verließ. Er verstarb am 21. Dezember 1969 in Altdorf.

Einzelnachweise

  1. Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten, 2003: 500 Jahre Rathaus St. Pölten
  2. Geschichte der Nibelungia St. Pölten


Vorgänger Amt Nachfolger
Stephan Buger Bürgermeister von St. Pölten
1934-1938
Franz Hörhann