Heinz Koch (Skispringer)

Heinz Koch (* 22. Oktober 1961 in Villach) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer und Skisprungtrainer. Er war Cheftrainer der österreichischen, tschechischen, slowenischen, französischen und chinesischen Nationalmannschaft und ist momentan Stützpunkttrainer des Deutschen Skiverbandes in Willingen. Während Koch als Aktiver keine großen Erfolge feiern konnte, gewann er als Trainer Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

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Laufbahn

In seiner aktiven Karriere erreichte Koch bis auf die Silbermedaille bei der ersten Junioren-Skisprung-Europameisterschaft 1978 in Murau / Österreich keine größeren Erfolge. Er nahm zwischen 1980 und 1985 an sieben Vierschanzentourneespringen teil. Dabei war ein 38. Rang sein bestes Resultat. Seine beste Weltcup-Platzierung außerhalb der Tournee erreichte er 1985 in Lahti mit einem 21. Rang, damit blieb er ohne Weltcup-Punkte.

Seinen ersten Trainerjob bei einer Nationalmannschaft bekam Heinz Koch im Jahr 1992, als er Anton Innauer als Cheftrainer des erfolgreichen österreichischen Teams ablöste. In den drei Jahren, die Koch diesen Posten belegte, knüpften die österreichischen Skispringer trotz guter Ergebnisse, wie zum Beispiel dem Gesamtsieg der Vierschanzentournee 1992/93 durch Andreas Goldberger, nicht ganz an die Erfolge unter Innauer an. Während das Alpenland bei den olympischen Wettkämpfen 1992 noch fünf von sieben möglichen Medaillen gewonnen hatte, waren es bei der Weltmeisterschaft ein Jahr später drei. An allen drei Medaillen war Andreas Goldberger beteiligt, der von Koch auch privat betreut wurde. Auch bei den Olympischen Spielen 1994 präsentierte sich Goldberger stark und gewann eine Bronzemedaille im Einzel und eine mit dem Team. Im Anschluss an den Teamwettbewerb bei der Ski-WM 1995 erklärte der Trainer seinen Rücktritt. Er hatte eine Fehlentscheidung in der Mannschaftsaufstellung getroffen und den 18-jährigen Weltmeisterschaftsdebütanten Andreas Widhölzl als Startspringer eingesetzt. Dieser war dem Druck nicht gewachsen und sprang lediglich 89 Meter, weswegen sich Österreich auf dem sechsten und letzten Rang platzierte.[1] Im letzten Wettkampf der Weltmeisterschaft sicherte sich Goldberger die Silbermedaille und widmete sie dem zurückgetretenen Koch.[2]

Sein nächstes Engagement als Auswahltrainer hatte Heinz Koch in Slowenien. Nachdem er das slowenische Team nach nur einem Jahr wieder verließ, nahm er einen Job als Trainer der französischen Nationalmannschaft an. Mit kleineren Einzelerfolgen, wechselte er nach 2 Jahren in diesem Job nach China. Dort baute er ab Januar 2003 das erste Skisprungteam des Landes auf. Im Januar 2004 traten die chinesischen Athleten erstmals in der Qualifikation für die Vierschanzentournee an, scheiterten aber frühzeitig.[3] Auch ein Jahr darauf starteten Skispringer aus China bei der Tournee, Koch meinte allerdings gegenüber den Medien[4]: „Für den Weltcup stimmt die Leistung noch nicht, die Vierschanzentournee machen wir nur für den Sponsor.“ Es gelang in diesem Jahr allerdings, dass sich Tian Zhandong mit einem guten Qualifikationssprung für den Hauptbewerb qualifizieren konnte. Ansonsten gingen die Chinesen überwiegend im zweitklassigen Continentalcup an den Start, wo beispielsweise Tian Zhandong als beste Platzierung Rang elf erreichte.[5] und Li Yang sogar einmal den Sprung auf Podium mit einem dritten Platz in Braunlage schaffte. Bis 2006 nahmen Kochs Sportler an der Weltmeisterschaft und an den Olympischen Spielen teil, weiterhin belegten die Chinesen jedoch die hinteren Plätze.

Nach drei Jahren als Cheftrainer in China wechselte Heinz Koch nachdem der Chinesische Skiverband auch finanzielle Probleme aufwies, im Sommer 2006 wieder nach Europa. Gemeinsam mit drei anderen Österreichern arbeitet er seitdem für den Deutschen Skiverband als Stützpunkttrainer.[6] In Willingen betreut Koch unter anderem den 17-jährigen Stephan Leyhe, der als C-Kader-Athlet bereits die Gesamtwertung des Deutschlandpokals gewann.[7] Anfang 2009 wurde er als möglicher Privattrainer für den polnischen Weltmeister Adam Małysz gehandelt[8], Małysz' Manager entschied sich jedoch für den Finnen Hannu Lepistö.[9]

Privates

Heinz Koch ist mit der Schwester des Skisprung-Olympiasiegers von 1992, Ernst Vettori, verheiratet. Sein Sohn Björn Koch wurde 1993 geboren und ist ebenfalls aktiver Skispringer. Er schaffte in der Saison 2009/10 auch den Sprung in den Österreichischen B-Kader. Sein Bruder Fritz Koch war ebenfalls Weltcupspringer. Ebenfalls mit dem Trainer verwandt ist Martin Koch, der seit einigen Jahren Mitglied der österreichischen Skisprungnationalmannschaft ist. Er ist Heinz Kochs Neffe.[10]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Andreas Widhölzl/Heinz Schnürle: Mein Höhenflug. SCM Hänssler, 2009 Holzgerlingen. Seite 79.
  2. Der "Floh" soll 1996 weiter hüpfen auf berlinonlinde.de. Erschienen am 20. März 1995.
  3. Maos fliegende Erben auf berlinonline.de. Erschienen am 2. Januar 2004.
  4. Chinesische Skispringer: 30 von 1,3 Milliarden auf handelsblatt.com. Erschienen am 4. Januar 2005.
  5. FIS-Profil von Tian Zhandong auf fis-ski.com.
  6. Späth siegt in Hinterzarten auf rp-online.de. Erschienen am 6. August 2006.
  7. Profil von Stephan Leyhe auf kombiundspezinachwuchs.de.
  8. Weltcup-Splitter auf weltcup-willingen.de. Erschienen am 1. Januar 2009.
  9. Malysz stellt Lepistö als Privatcoach an auf handelsblatt.com. Erschienen am 12. Februar 2009.
  10. Weltcup-Splitter auf weltcup-willingen.de. Erschienen am 1. März 2009.