Helene Postranecky

Helene Postranecky (* 12. März 1903 in Wien; † 5. Jänner 1995 ebenda) war eine österreichische Politikerin. Sie war die erste Frau, die einer österreichischen Bundesregierung angehörte.

Leben

Die Tochter einer Arbeiterfamilie besuchte zunächst die Volks- und Bürgerschule, und begann im Anschluss als Haushaltshilfe zu arbeiten. Im Alter von 16 Jahren musste sie als Hilfsarbeiterin ihren Lebensunterhalt verdienen. Im selben Jahr, 1919, trat sie der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) bei und wurde bald darauf in der Frauenbewegung ihrer Partei aktiv. Mitte der 1920er Jahre übernahm sie als noch junge Frau die Leitung des Niederösterreichischen Landessekretariats. Ab 1933 saß sie im Reichsparteivorstand ihrer Partei.

1934, als der Österreichische Bürgerkrieg herrschte, wurde sie verhaftet und musste rund acht Monate im Gefängnis verbringen. Kurz nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutsche Reich, trat sie 1938 aus der SDAP aus und schloss sich der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an. In der Illegalität betrieb Postranecky fortan Opposition zum Nationalsozialismus.

Über ihren Ehemann Karl Altmann, der nach dem Krieg Bundesminister für Elektrifizierung und Energiewirtschaft war, kam auch Helene Postranecky in Kontakt zur Politik, und wurde am 27. April 1945 in der Provisorischen Staatsregierung Renner Unterstaatssekretärin im Bundesministerium für Volksernährung. In jener Zeit, in der Österreich vom Krieg zerstört war und die Menschen hungerten, galt ihr Ressort für viele Menschen am wichtigsten. Sie war rund acht Monate Staatssekretärin, ehe sie am 20. Dezember 1945 aus dem Amt schied. Es sollten 21 Jahre vergehen, bis 1966 mit Grete Rehor eine weitere Frau in eine Bundesregierung gewählt wurde – dieses Mal jedoch als Ministerin.

1946 wurde Postranecky Mitglied im Bund Demokratischer Frauen Österreichs (BDFÖ), einer zwar von Kommunisten gegründeten Organisation, die sich jedoch als überparteilich empfand. Ihren Vorsitz hatte Margarete Schütte-Lihotzky, wie Postranecky ehemalige NS-Widerstandskämpferin. Themen, denen sich der BDFÖ widmete, waren Frieden, globale Abrüstung und die Stärkung von Rechten der Frauen.

Als im August 1968 der Prager Frühling durch den Warschauer Pakt gewaltsam niedergeschlagen wurde, trat Postranecky aus der KPÖ aus und zog sich ins Privatleben zurück.

Sie lebte danach noch rund 30 Jahre, und starb Anfang Januar 1995, im Alter von 91 Jahren.

Weblinks