Helmut Debatin

Helmut Felix Debatin (* 26. September 1926 in Konstanz; † 14. Dezember 2011) war ein deutscher Jurist und Hochschullehrer, der als Fachmann für Finanz- und Steuerpolitik sowohl Ministerialdirigent im Bundesministerium der Finanzen als auch Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen war.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Debatin, Sohn eines Beamten studierte nach dem Schulbesuch Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und legte dort 1949 sein Erstes Staatsexamen ab. 1951 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. mit einer Dissertation zum Thema Die dogmatische Auslegung des § 145d des Strafgesetzbuches. Nachdem er 1955 sein Zweites Staatsexamen abgelegt hatte, absolvierte er ein postgraduales Studium der Rechtswissenschaften an der Harvard University und erwarb dort 1956 einen Master of Laws (LL.M.).

Nach seiner Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland wurde er anschließend Mitarbeiter im Bundesministerium der Finanzen, in dem er zu einem anerkannten Fachmann für Fragen der Doppelbesteuerung wurde. 1969 erfolgte seine Beförderung zum Ministerialdirigenten im Bundesfinanzministerium.

Nach der Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die Vereinten Nationen wurde Debatin 1973 Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen (Assistant Secretary General for the Office of Financial Services) und war als solcher für die Haushalts- und Programmplanung der Vereinten Nationen verantwortlich.[1]

Nach Beendigung dieser Tätigkeit hatte er eine Professur am Institut für Ausländisches und Internationales Finanz- und Steuerwesen an der Universität Hamburg inne. Während dieser Lehrtätigkeit war die heutige Professorin für Deutsches und Internationales Finanz- und Steuerrecht an der Universität Trier, Gabriele Burmester, zwischen 1986 und 1992 seine Hochschulassistentin und zuletzt von 1992 bis 1994 auch Lehrstuhlvertretung.[2]

1993 wurde er Gründungspartner der in Köln ansässigen Anwaltskanzlei und Steuerberatungsgesellschaft Schlütter Bornheim Seitz und war dort insbesondere auf dem Gebiet des Steuerrechts tätig.[3]

Sein Sohn Jörg Debatin ist ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und seit 2008 Mitglied des Aufsichtsrates des Hamburger SV.

Veröffentlichungen

  • Die dogmatische Auslegung des § 145d des Strafgesetzbuches, Konstanz, 1951
  • Doing business in Germany, Frankfurt/Main, 1960
  • Inländischer Wohnsitz, ausländischer Wohnsitz und Steuerpflicht, Freiburg im Breisgau, 1961
  • Harmonisierungsarbeiten auf dem Gebiete der indirekten und der direkten Steuern, Herne, 1962
  • Finanz- und Steuerpolitik aus amerikanischer Sicht, Herne, 1963
  • Grundzüge der Abkommen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung, Freiburg im Breisgau, 1963
  • Inländischer Wohnsitz, ausländischer Wohnsitz und Steuerpflicht, Freiburg ím Breisgau, 1966
  • Das neue Doppelbesteuerungsabkommen USA- Bundesrepublik Deutschland, München, 1990
  • Die grenzüberschreitende Sitzverlegung von Kapitalgesellschaften, Hamburg, 1990
  • Unternehmensbesteuerung in Deutschland, Düsseldorf, 1994

Hintergrundliteratur

  • Gabriele Burmester/ Dieter Endres: Aussensteuerrecht, Doppelbesteuerungsabkommen und EU-Recht im Spannungsverhältnis. Festschrift für Helmut Debatin zum 70. Geburtstag, München, 1997

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bonner Kulisse. In: Die Zeit vom 9. August 1974
  2. Gabriele Burmester (Universität Trier)
  3. Sozietät Schlütter Bornheim Seitz
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952