Helmut Türk

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Diplomaten siehe Helmut Türk (Diplomat)

Helmut Türk (* 24. April 1941 in Linz) ist ein österreichischer Jurist und Richter am Internationalen Seegerichtshof.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Türk besuchte das Bundesrealgymnasium in Bad Ischl, wo er 1959 die Matura bestand. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Wien und promovierte 1963 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Bis 1964 widmete er sich dem Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte am College of Europe in Brügge.

1965 trat Türk in den Auswärtigen Dienst seines Landes ein und war bis 1967 im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten tätig. Von 1967 bis 1972 arbeitete er im Generalkonsulat in Hongkong und war anschließend bis 1978 wieder im Außenministerium tätig, wo er 1977/78 die stellvertretende Leitung des Völkerrechtsbüros innehatte. Von 1978 bis 1982 wirkte er an der österreichischen Botschaft in Bonn als Stellvertreter des Missionschefs. Anschließend kehrte Türk nach Wien zurück und leitete bis 1993 das Völkerrechtsbüro im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten.

Von 1993 bis 1999 war Türk als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in den USA und auf den Bahamas tätig, und war Ständiger Beobachter Österreichs bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAU). Anschließend übernahm er bis 2004 das Amt des Kabinettsdirektors in der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei und war von 2005 bis 2006 außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter beim Heiligen Stuhl, beim Souveränen Malteser Ritterorden und in San Marino.

Seit dem 1. Oktober 2005 ist Türk Richter am Internationalen Seegerichtshof. Von 2008 bis 2011 wirkte er als dessen stellvertretender Präsident.

Türk ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er ist seit 1959 Mitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Norica Wien und seit 2006 Mitglied der katholischen Studentenverbindung Capitolina zu Rom.

Auszeichnungen

Publikationen (Auswahl)

  • Österreich im Spannungsfeld von Neutralität und kollektiver Sicherheit. Verlag Österreich, Wien 1997, ISBN 3-7046-1129-8.
  • Die Wende 1989/90 und die Obsoleterklärung einiger Artikel des Staatsvertrags. In: Arnold Suppan, Gerald Stourzh, Wolfgang Mueller (Hrsg.): Der Österreichische Staatsvertrag 1955 – Internationale Strategie, rechtliche Relevanz, nationale Identität. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3537-8, (Archiv für österreichische Geschichte 140), S. 821.
  • Die Militärischen und Luftfahrt-Bestimmungen des Österreichischen Staatsvertrags und deren Obsoleszenz. In: Waldemar Hummer (Hrsg.): Staatsvertrag und immerwährende Neutralität Österreichs. Eine juristische Analyse. Verlag Österreich, Wien 2007, ISBN 978-3-7046-5099-3, S. 121.
  • The Contribution of the International Tribunal for the Law of the Sea to International Law. In: Penn State International Law Review. 26, Nr. 2, Fall 2007, ISSN 1546-3435, S. 289.
  • The Landlocked States and the Law of the Sea. In: Revue belge de droit international. 40, Nr. 1, 2007, ISSN 0035-0788, S. 91-112.
  • Combating Terrorism at Sea – the Suppression of Unlawful Acts against the Safety of Maritime Navigation. In: University of Miami International and Comparative Law Review. 15, Special Issue Spring 2008, ISSN 1551-3289, S. 337-368.

Einzelnachweise

  1. Silbernen Komturkreuz Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952
  3. AAS 82 (1990), n. 13, p. 1598.
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952

Weblinks