Hemdglunker

Hemdglonker in Radolfzell am Bodensee mit Hemdglonkerpuppe, 2010

Als Hemdglunker oder Hemdglonker bezeichnet man Teilnehmer eines Hemdglunker-Umzugs (auch Hemdglunki-Umzug), der in vielen Orten Teil der Fastnacht ist. Dabei ziehen die Hemdglunker in weißen Nachthemden und -mützen durch den Ort und lärmen z. B. mit Glocken, Schellen und alten Topfdeckeln. Der Umzug findet in der Woche vor Aschermittwoch statt; in der Schwäbisch-alemannischen Fasnet meist am Abend oder am frühen Morgen des Schmotzigen Dunschtigs.

Das Wort Glunker stammt aus dem Alemannischen und bedeutet so viel wie verlottert, gammelig.[1]

Regionale und lokale Besonderheiten

In Konstanz am Bodensee werden in den Schulen von den einzelnen Schulklassen Transparente vorbereitet, auf denen in Bild- und Versform Lehrer kritisiert und veralbert werden. Diese Transparente werden auf hölzerne Gestelle montiert, von innen beleuchtet und beim Umzug mitgeführt. Die Gestelle wurden früher am Ende des Umzugs durch die Niederburg, dem ältesten, mittelalterlich geprägten Konstanzer Stadtviertel, verbrannt. Am Umzug im Fackelschein nehmen als musikalische Begleitung ein Großteil der Konstanzer Fanfarenzüge teil, auch wenn die Schulen diesen Umzug unabhängig von den örtlichen Fastnachtsgesellschaften organisieren.

Teilweise werden auch Hemdglonkerkönig und -königin gewählt.

Eine weitere Besonderheit sind mitgeführte überlebensgroße Hemdglonkerpuppen, Gole genannt (siehe Bild). Das Wort könnte eine Abwandlung von Goliath sein.[2]

Im Schweizerischen Solothurn gibt es einen ähnlichen Brauch, die sogenannte Chesslete.

Einzelnachweise

  1. http://www.badische-seiten.de/wissen/hemdglunker.php
  2. Xenia Brönnle in ihrem Vortrag zur Geschichte des Hemdglonkerumzugs am 15. Februar 2012 im Museum Rosenegg in Kreuzlingen.

Weblinks