Herbert Link

Herbert Link (* 1944 in Wien) ist ein österreichischer Filmemacher und Medienpädagoge.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herbert Link wurde 1944 in Wien geboren. Seine Kindheit verbrachte er im 15. Wiener Gemeindebezirk, wo er schon im Alter von 15 Jahren erste Filme drehte. Mit 18 Jahren stieg er als Kameramann ins Filmbusiness ein. Ab 1962 war er als Kameraassistent bei einer Werbe- und Trickfilmproduktion tätig, bald übernahm er die Konzeption und Gestaltung von Sachtrickfilmen.

Ab 1967 war Link vorwiegend freiberuflich als Kameramann, Cutter und Filmgestalter in den Bereichen Dokumentar-, Industriefilm und Werbung tätig. Zwischen 1969 und 1986 wirkte er an rund 150 Unterrichts- und Schulfernsehfilmen und Werbeproduktionen mit. Zu dieser Zeit engagierte er sich verstärkt in Richtung frei produzierter Filmprojekte und Medienpädagogik. Ab 1985 war er als Autor und Regisseur tätig, seit 1989 realisiert er vorwiegend eigene Dokumentarfilmkonzepte.

Neben der filmischen Tätigkeit war Herbert Link von 1989 bis 2006 auch Lehrbeauftragter an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Er hat zahlreiche schulpraxisnahe Film- und Videoprojekte mit Studenten des Institutes für das künstlerische Lehramt umgesetzt, Medienworkshops und Lehrerfortbildungsseminare geleitet. Link betreute auch eine ganze Reihe von Medienprojekte an Schulen. Auch aus diesen Schüler-Profi-Projekten sind zahlreiche Dokumentarfilme entstanden.

Werk

Herbert Links Filme sind geprägt von einer sehr behutsamen und respektvollen Herangehensweise an größtenteils sehr schwierige Themen. Link gelingt es eine sehr persönliche Atmosphäre zu schaffen und den Erfahrungen, Erlebnissen und Gedanken seiner InterviewpartnerInnen im Film Raum und Anerkennung zu geben. Unterstützt wird er dabei in vielen Projekten von seiner Frau Inge Link, die im Schnitt und in der musikalischen Gestaltung die Atmosphäre der Filme noch unterstreicht.

Auch aufgrund persönlicher Erfahrungen beschäftigt sich Herbert Link in seinem Werk sehr intensiv mit dem Thema Tod, Trauer, Hospizarbeit und Pflege. Das Thema Tod ist auch einer der Verbindungspunkte mit dem Maler Herwig Zens, über den Link zahlreiche Filme gestaltet hat. Zwischen 1982 und 2012 sind 21 Filme von, über und mit Herwig Zens entstanden. Herbert Link ist ein passionierter Sammler, der sich des Wertes von scheinbar alltäglichen Dingen bewusst ist. In diesem Sinne dokumentiert er seit 1962 Jahr für Jahr das Weihnachtsfest seiner Familie und überlässt die Videos der Österreichischen Mediathek. Über die Jahre ist damit ein beeindruckendes kulturgeschichtliches Zeugnis entstanden.

Filmographie (Auswahl)

Filme zum Thema Sterben, Tod und Trauer

  • Plötzlich und unerwartet (1989, 45 Minuten)
  • Die gewisse Zeit (1993, 45 Minuten)
  • Das wirkliche Leben (1995, 45 Minuten)
  • Michaela – ein Leben mit und ohne Drogen. Ein Schüler-Profi-Projekt (1995, 11 Minuten)
  • Ich hätte noch so viel zu sagen (1996, 24 Minuten)
  • Zwischen Macht und Ohnmacht (1997, 45 Minuten)
  • Die andere Seite (2000, 22 Minuten)
  • Eris quod sum (2001, 15 Minuten)
  • Totentanz (2001, 12 Minuten)
  • Der Traum vom Schmetterling (2005, 60 Minuten)
  • Die fallenden Blätter geben dem Wind die Gestalt - 20 Jahre Mobiles Caritas Hospiz (2008, 40 Minuten)
  • … ein ganz langsamer Walzer (2009, 30 Minuten)
  • Letzte Bilder mit Hildegard (2009, 6 Minuten)
  • Mehr als ich kann - Ein Film über die Pflege im Verborgenen (2011, 45 Minuten + Zusatzfilm Was es noch dazu zu sagen gibt, 13 Minuten)

Filme über Bildende Kunst, Musik und Medien

  • Kunst können – Bildhauerei – Franz Xaver Ölzant (1993, 17 Minuten)
  • Kunst können – Medienkünstler Graf&Zyx (1993, 18 Minuten)
  • Kunst können – Grafik – Gunter Damisch (1996, 17 Minuten)
  • Schiele, bitte setzen (1999, 45 Minuten)
  • Der mit dem Tod tanzt. Herwig Zens malt für die Marienkirche in Lübeck einen Totentanz (2003, 30 Minuten)
  • Gesang der Geister über den Wassern - Herwig Zens - Arnold Schoenberg Chor (2004, 12 Minuten)
  • Haimatochare (2007, 17 Minuten)
  • Der Tod auf Urlaub (2007, 15 Minuten)
  • Zens – Das radierte Tagebuch (2007, 25 Minuten)
  • Die Reihe von Sternstunden. Erwin Ortner und sein vokales Kraftwerk (2007, 23 Minuten)
  • Zens rafft die Zeit (2009, 12 Minuten)
  • König Ubu und sein Gefolge (2010, 21 Minuten)

Filme zum Dialog zwischen den Generationen

  • Erzählcafé (1998, 12 Minuten)
  • Herrn Aldos Harmonika. Ein Schüler-Profi-Projekt (1999, 11 Minuten)
  • Was glauben Sie? Ein Schüler-Profi-Projekt (1999, 9 Minuten)
  • Ich bin einfach da – und fertig. Begegnung mit dem Jugendseelsorger P. Friedrich Debray (2002, 17 Minuten)
  • Das Theater auf der Mauer. Herr Podingbauer erinnert sich. Ein Schüler-Profi-Projekt (2003, 12 Minuten)
  • In der Mitte liegt das Glück. Die Menschen vom neunerHaus. Ein Schüler-Profi-Projekt (2006, 28 Minuten)
  • Apropos Valerie. Porträt einer Neugierigen (2007, 25 Minuten)
  • Endlich. Wie haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Nachkriegszeit erlebt? (2005, 55 Minuten)
  • Endlich darüber reden – eine Kriegsgeneration beginnt zu erzählen. (2007, 53 Minuten)
  • Endlich 1968 (2008, 55 Minuten)
  • Aya, Kais & Helena. Ein Schüler-Profi-Projekt (2009, 27 Minuten)
  • Die Kunst des Erinnerns. (2011, 25 Minuten)

Publikationen

  • Leben mit Grenzen. Texte aus und zu den Filmen von Herbert Link. Mit Martin Jäggle, Oliver Bentz, Herwig Zens auch mit Illustrationen, Hildegard Teuschl, Nikolaus Gerdes, Michaela Wilhelmer, Walfried Hauser, Manfred Dvorak, Susanne Krucsay, Ludmilla Link, Leopold Link. Wagner Verlag, Linz Wien 2012, ISBN 978-3-902330-68-0.

Auszeichnungen

  • 1993 Fernsehpreis der österr. Volksbildung für „Die gewisse Zeit“
  • 1998 Staatspreis für Journalismus im Interesse der Familien für „Erzählcafé“
  • 2011 Österreichischer Pflege- und Betreuungspreis und Gesundheitspreis der Stadt Wien zu Medien/Öffentlichkeitsarbeit für „Mehr als ich kann“

Weblinks