Herbert Müller-Guttenbrunn

Herbert Müller-Guttenbrunn (* 5. Juni 1887 in Wien; † 10. April 1945) war ein österreichischer Publizist, Schriftsteller und Satiriker. Er wurde besonders als Herausgeber der Zeitschrift Das Nebelhorn bekannt.

Herbert Müller-Guttenbrunn wurde in Wien als Sohn des deutschnationalen Schriftstellers Adam Müller-Guttenbrunn und Bruder des Schriftstellers Roderich Müller-Guttenbrunn geboren. Nach seiner Ausbildung zum Juristen wurde er zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen und begann mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit.

Müller-Guttenbrunns größter Erfolg als Dramatiker war 1914 die Komödie Die Frauen von Utopia. Von 1927 bis 1934 gab er die Zeitschrift Das Nebelhorn heraus, die sich an der Fackel orientierte und auch deren Herausgeber Karl Kraus gewidmet war, in Bezug auf ihre Verbreitung jedoch weit hinter dem Vorbild zurückblieb. 1934 folgten noch vier Nummern einer satirischen „Encyclopädie der Maschinenzeit“.

Müller-Guttenbrunn vertrat kontroverse individualistische, anarchistische, pazifistische und vegetaristische Ideen, die er auch als Selbstversorger mit seiner biologischen und viehlosen Landwirtschaft umzusetzen versuchte. Bekannt wurden seine Experimente mit der asiatischen Ackerbeetkultur. Er wurde mehrmals wegen seiner Pamphlete gegen Staat und Kirche verurteilt und verbüßte deshalb auch eine mehrmonatige Haftstrafe. In der NS-Zeit hingegen hatte er als Angehöriger der bekannten deutschnationalen Schriftsteller Adam und Roderich Müller-Guttenbrunn mit verhältnismäßig wenigen Repressionen zu kämpfen.

1945 wurde Herbert Müller-Guttenbrunn irrtümlich von einem russischen Soldaten erschossen.

Literatur

Weblinks