Heribert Apfalter

Heribert Apfalter (* 22. September 1925 in Pregarten; † 26. August 1987 in Weistrach) war ein österreichischer Industriemanager.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Kaufmann Apfalter stieg unternehmensintern in der Voest-Alpine AG 1977 bis zum Generaldirektor auf und galt bis 1985 als der „starke Mann“ in diesem verstaatlichten Industriekonzern. Er betrieb, unter dem politischen Druck, Arbeitsplätze zu sichern, die Finalisierung der Produktion (d. h. den Vorstoß des Grundstoffunternehmens der Stahlindustrie in die Fertigwarenproduktion), und war damit teilweise erfolgreich. Apfalter führte die VÖEST in weitgehender Unabhängigkeit von der Muttergesellschaft, der Staatsholding ÖIAG. Der zum österreichischen „Manager des Jahres 1984“ gewählte Apfalter geriet allerdings 1985 durch die schweren Verluste um das in den USA gelegene VOEST-Stahlwerk Bayou in Bedrängnis, und als er gegenüber der Verstaatlichtenholding im November 1985 auch enorme Spekulationsverluste der VOEST-Tochter Intertrading einbekennen musste, führte der resultierende Intertrading-Skandal nicht nur zu seiner Abberufung sondern auch zu jener des gesamten restlichen VOEST-Vorstandes durch den zuständigen Minister Ferdinand Lacina.[1]

Zu den kurzfristig erfolgreichsten Diversifikationsaktivitäten der VOEST hatte der Einstieg ins Waffengeschäft gehört. Dieser war allerdings mit hohen politischen Risiken verknüpft. Heribert Apfalter galt in Fragen des Noricum-Skandals (betreffend neutralitätswidrige Kanonenlieferungen der Liezener VOEST-Tochter Noricum an die Kriegsgegner Iran und Irak) als Geheimnisträger und potenziell brisanter Zeuge. Sein plötzlicher Herztod im September 1987 war daher von Gerüchten umrankt.[2]

Literatur

  • Franz Summer: Das Vöest-Debakel Wien (Orac) 1987

Weblinks

Einzelnachweise

  1.  Rein ins Risiko. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1985 (online).
  2. Vor 20 Jahren: Apfalters Herz versagte rechtzeitig. In: Die Presse, 3. August 2007