Hermann Kusmanek von Burgneustädten

Hermann Kusmanek von Burgneustädten, Verteidiger von Przemyśl

Hermann Kusmanek von Burgneustädten (* 16. September 1860 in Hermannstadt; † 7. August 1934 in Wien) war ein Generaloberst der k.u.k. Armee.

Er war der Sohn des Polizeirates Josef Kusmanek und seiner Ehefrau Juliana geb. Wiehner. Kusmanek absolvierte die Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weißkirchen, die Militärakademie in Wiener Neustadt und dann von 1882 - 1884 die Kriegsschule. Als Oberleutnant wurde er dem Generalstab zugeteilt und in Budapest, Foča und Laibach eingesetzt. Ab dem Jahre 1888 wurde der nunmehrige Generalstabshauptmann zum Stab des III. Korps nach Graz kommandiert und war in den Jahren 1889 bis 1893 als Konzeptoffizier beim Kriegsministerium in Wien tätig. Danach wurde er in den Truppendienst versetzt und versah einen zweijährigen Dienst als Kompaniekommandant beim Böhmischen Infanterieregiment in Eger. 1894 zum Major befördert trat er einen zweijährigen Dienst beim Landesbeschreibungsbüro des Generalstabes in Wien und in der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Kriegsarchivs an. 1895 kam er als Oberstleutnant wieder in den Truppendienst beim Infanterieregiment Nr. 63 in Bistritz und von dort 1899 zurück an das Kriegsministerium, wo er seit März 1903 als Vorstand des Präsidialbüros fungierte. Bereits 1903 war er zum Oberst und dann 1906 zum Generalmajor befördert worden. Im Oktober 1908 wurde er Kommandant der 65. Infanteriebrigade in Raab und im April 1910 Divisionskommandant in Innsbruck. Am 1. November 1910 wurde er zum Feldmarschalleutnant befördert und im Januar 1911 Kommandant der 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Festungskommandanten von Przemyśl ernannt.

Das österreich-ungarische Heer musste sich nach dem Sommerfeldzug von 1914 wieder nach Westen zurückziehen, ohne dass jedoch die Festung Przemyśl aufgegeben wurde. Der Divisionskommandant der Festung Árpád Tamásy von Fogaras und dessen 23. Honvéd-Infanterie-Divisionsowie vier Landsturmbrigaden wurden durch starke russische Kräfte eingeschlossen. Die Festung war bereits veraltet, von den 38 Gürtelwerken des Verteidigungsrings waren nur zwölf modernisiert und mit verstärkten Decken versehen worden. Von den 988 vorhandenen Festungsgeschützen entsprachen nur 28 dem damaligen Stand der Technik.

Eine erste Belagerung vom 16. September bis zum 9. Oktober 1914 konnte nach erfolgreichem Entsatz durch österreichische Truppen abgewehrt werden. Die zweite Belagerung jedoch, die vom 5. November bis zum 22. März 1915 andauerte, verlief für die Angreifer erfolgreich. Kusmanek musste sich nach zäher Verteidigung ergeben und ging mit seinen 120.000 verbliebenen Männern in Gefangenschaft. Hier sollte er bis zum Februar 1918 verbleiben. Noch vor Beginn der zweiten Belagerung war er am 1. November 1914 zum General der Infanterie und nach seiner Rückkehr am 25. Februar 1918 mit Wirkung vom 1. Mai 1917 zum Generaloberst befördert worden.

In Anerkennung seiner Verdienste bei der zweimaligen Verteidigung von Przemyśl wurde Kusmanek noch 1921 das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens verliehen.

Kusmanek war katholisch und seit 1890 mit der Johanna Zeschko verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter.

Auszeichnungen

  • Ehrendoktor d. TH Brunn (1914) .

Werke

  • „Der Sanitätsdienst im Krieg“, 1897 (mit H. v. Hoen).

Literatur

  • J. Svoboda, Die Theresian. Mil.-Ak. zu Wiener-Neustadt II, 1894, S. 714 f., III, 1897, S. 84; O. v. Hofmann u. G. v. Hubka, Der Mil.-Maria Theresien-Orden, Die Auszeichnungen im Weltkrieg 1914–18, 21944, S. 175-80 (P); Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914–18, 2 Bde., 1930 f.; ÖBL. - Eigene Archivforschungen.
  • Egger, Rainer, „Kusmanek von Burgneustädten, Hermann“, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 340 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136223907.html