Herta Kravina

Herta Kravina (* 3. Juni 1926 in Wien[1]) ist eine österreichische Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kravina absolvierte eine Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien. Ihr Debüt als Bühnenschauspielerin gab sie 1946 am Landestheater Salzburg als Buhlschaft im Jedermann. Sie hatte Theaterengagements am Landestheater Salzburg (1946), am Theater in der Josefstadt (1947), an den Wiener Kammerspielen (1947) und von 1948 bis 1950 am Kleinen Theater im Konzerthaus in Wien. Kravina ging anschließend für weitere Theaterverpflichtungen nach Deutschland. Sie war Mitglied der Hamburger Kammerspiele (1951); dort war sie im Rollenfach der „Heldin“ und der „jugendlichen Salondame“ engagiert. Weitere Engagements hatte sie in Berlin, unter anderem am Hebbeltheater (1952; als „Charakterspielerin“) und an der Tribüne (1953; als „Heldin“). Seit 1954 spielte Kravina in Berlin am Schillertheater und am Schlossparktheater.

Zu ihren Bühnenrollen gehörten unter anderem Marie in Woyzeck (1947 in Wien und auf einer Tournee durch Westeuropa in London, Amsterdam und Zürich), die Titelrolle in dem Theaterstück Medea von Jean Anouilh (Wien 1948; Berliner Festwochen 1953), die Titelrolle in Elektra von Jean Giraudoux (1951; Hamburger Kammerspiele) und die Arrongantia in dem Zauberspiel Die gefesselte Phantasie von Ferdinand Raimund (1955; Theater am Kurfürstendamm).

Ab den 1960er Jahren arbeitete Kravina schwerpunktmäßig für das Fernsehen. Sie wirkte in zahlreichen Fernsehspielen und Fernsehserien mit.

Sie wirkte als Sprecherin für den Hörfunk unter anderem bei dem österreichischen Rundfunksender Rot-Weiß-Rot Salzburg (seit 1946) und Rot-Weiß-Rot Wien und von 1947 bis 1950 bei der Radio Verkehrs AG (RAVAG). In Deutschland entstanden mit Kravina Aufnahmen beim NWDR (1951), beim Sender Freies Berlin und bei RIAS Berlin, jeweils seit 1952.

Kravina war auch als Synchronsprecherin tätig. Sie lieh unter anderem Peggy Lee, Lee Grant und Zsa Zsa Gabor ihre Stimme.

Kravina war in den 1950er Jahren mit dem Komponisten Paul Milan verheiratet. Kravina ist mit dem Schauspieler und Synchronsprecher Horst Keitel verheiratet. Sie lebt mit ihm zurückgezogen in Lloret de Mar.[2]

Filmografie

  • 1961: Heinz Erhardt Festival, Folge: Abenteuer in Norfolk (TV-Serie)
  • 1962: Heinz Erhardt Festival, Folge: Eine gewisse Marietta (TV-Serie)
  • 1962: Alpenkönig und Menschenfeind (TV)
  • 1963: Meine Frau Susanne, Folge: Jeden Donnerstag (TV-Serie)
  • 1963: Meine Frau Susanne, Folge: Das Hauskonzert (TV-Serie)
  • 1966: Nach Damaskus (TV)
  • 1970: Percy Stuart, Folge: Blüten-Anny (TV-Serie)
  • 1971: Schneewittchen
  • 1971: Der Kurier der Kaiserin, Folge: Staatsstreich (TV-Serie)
  • 1972: Max Hölz. Ein deutsches Lehrstück (TV)
  • 1974: Aux frontières du possible (dt.: Grenzfälle – Es geschah übermorgen), Folge: Le cabinet noir (TV-Serie)
  • 1974: Im Auftrag von Madame, Folge: Der Verschollene (TV-Serie)
  • 1975: Im Auftrag von Madame, Folge: Das Testament (TV-Serie)
  • 1975: Madame Princesse (TV)

Synchronarbeiten

Literatur

  • Herbert A. Frenzel und Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland – Österreich – Schweiz. De Gruyter. Berlin 1956, S. 393.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Herta Kravina – Darstellerin in: filmportal.de; abgerufen am 17. Juli 2012.
  2. Claus Wilcke – Das Exklusiv-Interview (ganz unten) in: tv-nostalgie.de vom 28. Mai 2011; abgerufen am 17. Juli 2012.