Herwig Lenau

Herwig Richard Josef Sulzenauer Lenau (* 4. August 1926 in Wien; † 22. Dezember 2010 in St. Pölten, Niederösterreich) war ein österreichischer Theaterintendant, Schauspieler und Regisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herwig Lenau verbrachte seine Kindheit und Schulzeit hauptsächlich in Wien. Nach dem Studium bei Prof. Zdenko Kestranek,[1] Lehrer am Max Reinhardt Seminar in Wien, und Frau Prof. Dr. Warda legte er die Bühnenreifeprüfung ab. Schon mit 15 Jahren gründete er ein eigenes Ensemble, Berufsschauspieler wurde er jedoch erst 1965 im Stadttheater Klagenfurt. Davor stand er in den Jahren 1948 bis 1965 als Angehöriger der Sicherheitswache im Dienst der Wiener Polizei.

Im Zweiten Weltkrieg kam er in sowjetische Kriegsgefangenschaft und war in Brjansk, Nowosybkow und Klinzy interniert. Nach seiner Entlassung Ende 1947 trat er 1949 der Bühne in der Postgasse bei, dort wurde er Stellvertreter des Sektionsleiters. Er war Oberspielleiter für Schauspiel der Neuen Wiener Bühne, der Wiener Boulevard Bühne, dasselbe auch am Girardi-Theater von Hans Fretzer. Im Jahr 1965 ging er als Regisseur und Schauspieler nach Klagenfurt. Eine Saison war er an der Landesbühne Schleswig-Holstein in Rendsburg tätig, ab 1969 war er Oberspielleiter für alle drei Sparten und Direktor-Stellvertreter am Stadttheater St. Pölten.

Von 1972 bis 1975 war er Direktor am Stadttheater Leoben, und von 1975 bis 1991 Intendant des Stadttheater St. Pölten, welches später zum Landestheater umbenannt wurde. In diesen Jahren konnten über 1,1 Millionen Besucher gezählt werden und die Gesamtauslastung betrug über 90 %. Die anfängliche Länge der Theatersaison konnte von sieben Monaten auf fast elf Monate verlängert werden.

Die letzten beiden Engagements beinhalteten nicht nur die alleinige künstlerische, sondern auch die finanzielle und administrative Leitung, von drei Sparten (Schauspiel, Oper, Operette), der genannten Bühnen.

Er betreute als Theaterleiter über 4.000 Vorstellungen, inszenierte fast 200 Stücke oder Werke und spielte 280 Rollen. Lenau verstarb am 22. Dezember 2010 und wird am St. Pöltner Hauptfriedhof bestattet.[2]

Auszeichnung

Würdigung

Als Anerkennung seiner Theaterarbeit wurde das Lenautheater in Stockerau neben dem Dichter und Namensvetter Nikolaus Lenau auch nach ihm benannt.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Professor Zdenko Kestranek (…). In: Arbeiter-Zeitung. Wien 09. September 1976, S. 12., rechts unten
  2. Ehemaliger Theater-Intendant Lenau tot noe.orf.at vom 24. Dezember 2010
  3. Jakob-Prandtauer-Preis 1991 abgerufen am 24. Dezember 2010