Hilde Olsinger

Hilde Olsinger (* 1898 in Wien) war eine österreichische Gerechte unter den Völkern.

Olsinger was Polizistin. Da sie als politisch unzuverlässig galt, wurde sie nach dem Anschluss Österreichs zur Post versetzt. Die strenge Katholikin, deren Mann im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht diente, nahm 1943 Cornelia Storfer und deren Mann in ihrer Wohnung auf, ohne die geringste Gegenleistung anzunehmen. Hilde Olsinger versteckte das jüdische Ehepaar und verpflichtete ihre Kinder, nichts über seinen Aufenthalt in ihrem Haus zu verraten. Ihr Mann wusste, dass sie in seiner Wohnung einem jüdischen Ehepaar Unterschlupf gewährte, hinderte sie jedoch nicht daran.

Hilde Olsinger teilte ihre Lebensmittelkarten mit ihren Schützlingen. Sie war arbeitsverpflichtet, aber an freien Tagen unterließ sie es, bei Luftangriffen, in den Luftschutzkeller zu gehen, um mit der Familie Storfer in der Wohnung zu bleiben. Bei Luftangriffen beruhigte sie Frau Storfer und ihren Mann: „Gott hat euch zu uns geschickt, damit wir euch helfen. Er wird nicht zulassen, dass unser Haus von Bomben getroffen wird.“

Hilde Olsinger hielt die Familie Storfer in ihrer Wohnung, auch nachdem die Gestapo nach versteckten Juden in der Umgebung suchte. Sie versteckte die Familie Storfer bis zum Kriegsende und rettete sie damit vor einer Deportation in ein Konzentrationslager und damit vor dem sicheren Tod.

Literatur

  • Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-900-7; S. 345 f.

Weblinks