Hiller-Kaserne

48.24555555555614.328055555556Koordinaten: 48° 14′ 44″ N, 14° 19′ 41″ O Die Hiller-Kaserne[quelle 1] ist eine Kaserne des österreichischen Bundesheeres.[quelle 2] Sie wurde 1938 im Linzer Stadtteil Ebelsberg erbaut um ca. 6.000 Mann auf einer Fläche von 162.989 m² zu beherbergen. [1] Benannt wurde die Kaserne, die im Süden von Linz errichtet wurde, nach Johann von Hiller. Die Kaserne soll bis 2014 geschlossen und verkauft werden. [2][quelle 3]

Logo der Hiller-Kaserne
Gebäude der Hiller-Kaserne

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Erbauung

Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht auf Befehl von Adolf Hitler 1938 und dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich hat man in Linz mit dem Bau zahlreicher Kasernen für die Luftwaffe (Hörsching), die Donauflottille der Kriegsmarine (Oberes Donaulände) und die Pioniere (geplant aber nicht realisiert) in Ottensheim begonnen. Der SS wurden am 4. August 1938 die „Aubrunnergründe“ in Urfahr-Auhof zum Bau einer Kaserne übergeben. Diese wurde aber dann in Linz-Ebelsberg errichtet. Ursprünglich sollte sich die Großkaserne zwischen der Wienerstraße und der heutigen Hillerstraße bis zu den Abhängen zur Traun (Panholzerweg) erstrecken und es waren neben anderen militärischen Zweckbauten insgesamt etwa dreißig Mannschaftsgebäude geplant.[3]

Gedenktafel der Hiller-Kaserne

Gründungsgeschichte und Dislozierung im Barackenlager der SS-Kaserne Ebelsberg

Nach dem Einmarsch in Österreich gab man den III. Sturmbann (Bataillon), der 1. SS-Totenkopfstandarte[anmerkung 1] ab, der den Grundstock für die 4. SS-Totenkopfstandarte „Ostmark“ bilden sollte. Als Sitz dieser SS-Totenkopfstandarte (Regiment) war die SS-Kaserne in Linz-Ebelsberg vorgesehen. Die Standarte wurden unter der vorläufigen Bezeichnung „Steyr“ gebildet und ab April 1938 in Linz-Ebelsberg stationiert. Die Standarte bestand anfänglich nur aus dem I. SS-Totenkopfsturmbann, der sich in vier Hundertschaften gliederte. Im Zuge der Verlegung nach Linz-Ebelsberg erfolgte die Umbenennung der neuen Totenkopfstandarte in "Ostmark" sowie deren Verstärkung durch eine Nachrichtenhundertschaft und den II. SS-Totenkopfsturmbann, mit der 5. bis 8. Hundertschaft. In Linz-Ebelsberg wurde die 4. SS-Totenkopfstandarte "Ostmark" militärisch ausgebildet und bis August 1939 in turnusmäßigem Wechsel auch für Wachaufgaben in den sich entwickelnden Konzentrationslagerstandorten Mauthausen und Gusen eingesetzt. So wurden zum Beispiel ab Mitte Jänner 1939 auf Basis eines Führererlasses vom 17. August 1938 Angehörige der Allgemeinen SS der Geburtsjahrgänge 1903 bis 1913 in einem dreimonatigen Turnus als sogenannte "Polizei-Verstärkung" in Ebelsberg militärisch ausgebildet. Im provisorischen Barackenlager nördlich des „Mayr z´Reith“ (Sommerbauer) und in den Traunauen fand allgemein-militärischer Ausbildungsdienst statt. Der Großteil der Infanteriewaffen stammte aus tschechischen Beutebeständen. Das Barackenlager wurde bis Juli 1940 als militärische Unterkunft genutzt. Das Lager bestand aus etwa 25 Mannschaftsbaracken und aus einigen kleineren Hütten für Logistikeinrichtungen.[4]

Die Geschichte der Standarte nach Verlassen der Garnison Ebelsberg

Mit Kriegsbeginn wurden die Einheiten mit Feldpostnummern beteilt. Anfang Februar 1940 wurde der 4. SS-Standarte "Ostmark" das II. Bataillon der 5. SS-Totenkopfstandarte angegliedert. Im Juni 1940 wurde die 4. SS-Totenkopsstandarte in die Niederlande verlegt. Im November 1940 löste die 4. SS-Totenkopfstandarte die im Küstenschutz eingesetzte SS-Totenkopfstandarte 11 ab. Die meisten Angehörigen der 4. SS-Totenkopfstandarte gingen im Laufe des Krieges in der 1939 von Theodor Eicke aus Teilen von Polizei und SSTV geschaffenen SS-Totenkopf-Division auf. Die 4. SS-Totenkopfstandarte selbst war niemals ein Teil dieser Division. [5]

Die 13. SS-Totenkopfstandarte

Nach dem Abzug der 4. SS-T-Standarte „Ostmark“ wurde das Barackenlager weiterhin militärisch genutzt. Die SS-Totenkopfstandarte 5. "Dietrich Eckhardt" wurde im Frühjahr 1939 durch Umbenennung der SS-Totenkopfstandarte 2 in Berlin-Adlershof und Oranienburg aufgestellt. Mit Befehl vom 11. November 1939 ist die 5. SS-Totenkopfstandarte nach Linz und Wien verlegt worden, um dort die SS-Totenkopfstandarte 13 zu bilden. Ein Bataillon sollte dabei in Linz beheimatet werden. Im Jänner 1940 wurden daher Teile der 2. Kompanie des I. Bataillons und die 5. Kompanie des II. Bataillons der 5. SS-Totenkopfstandarte von Oranienburg kurzfristig im SS-Barackenlager Ebelsberg als III. SS-Totenkopfsturmbann zusammengezogen. Am 29. Juli 1940 erfolgte die Auflösund der Standarte und daher endete auch die im Barackenlager beim „Mayr z´Reith“ vollzogene Aufstellungsphase des III. Bataillons. [6]

Kriegsgefangenenlager und Umsiedlerlager in Ufer 3

Ab 1940 erfolgte keine weitere Belegung des Barackenlagers beim „Mayr z´Reith“ durch SS-Truppenkörper, SS-Einheiten oder SS-Teileinheiten. Die bestehenden Anlagen diente mit Fortschreiten des „Krieges im Westen“ vorübergehend als Kriegsgefangenenlager. Eine Dislozierung von bewaffneten SS-Kräften als Bewachungselement ist jedoch auszuschließen. Die Auflösung des Kriegsgefangenenlagers dürfte schon Ende 1941 bis Anfang 1942 erfolgt sein. Im Archiv der Stadt Linz wurde in einer Lagerstandsliste vom Oktober 1941 erstmals ein „Barackenlager SS Ebelsberg“ in Ufer 3 erwähnt. [7]

Unterkunft für Umsiedler und Ostflüchtlinge

Ab Frühjahr 1942 konnte die Volksdeutsche Mittelstelle (Vomi) von der SS die ersten vier bezugsfertig gewordenen Mannschaftsgebäude der Kaserne Ebelsberg für die Einquartierung der „Buchenlanddeutschen“ anmieten. Für die Schaffung und Erhaltung der notwendigen Infrastruktur war die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) zuständig. Die Vomi und die NSV betrieben in der benachbarten Gemeinde Pichling die Schweinefarm „Aumühle“. Mit der Mästung von bis zu 1.000 Schweinen diente der landwirtschaftliche Großbetrieb zur Versorgung der auf dem heutigen Kasernenareal und in den Ebelsberger Barackenlagern untergebrachten „Umsiedler und Ostflüchtlinge“. Die Anlage entstand im Rahmen des NS-Notbauprogramms und wurde als kriegswichtig für die Versorgung der Bevölkerung eingestuft. Polnische Zwangsarbeiter und schwererziehbare Jugendliche wurden dort zur Arbeit herangezogen. Die Kaserne wurde ab 1945 und bis 1951 für die US-Militärverwaltung genutzt.[8]

Die Kaserne als DP-LagerDavidstern

Der Davidstern

Um mit der großen Zahl der Displaced Persons in den Lagern und außerhalb dieser unterzubringen, wurde durch das US-Military-Government besondere Stäbe eingerichtet. Ihre Aufgabe war die Koordination der DP-Aktivitäten, die Ausführung der Politik und Instruktionen der höheren Hauptquartiere, die Erstellung von Lageberichten, die Überwachung der Vorräte und der Lagerkommandanten. Für jedes dieser DP-Lager waren ein amerikanischer Offizier und mehrere Soldaten verantwortlich. [9]

Im Spätherbst 1947 wurden die aus dem KZ Mauthausen und deren Nebenlagern befreiten sowie im Raum Oberösterreich (vor allem in Bad Ischl, Bad Gastein und Ranshofen) verteilten jüdischen Displaced Persons in Ebelsberg zusammengezogen. Die bisherigen amerikanischen Militäreinrichtungen wurden in das USFA (US Forces in Austria) Ordnance and Engineer Depot Wegscheid verlegt. Die Besonderheit des Lagers „Davidstern“ bzw. „Camp Rosen David“ war, dass sich die Lagerbewohner ausschließlich aus „Angehörigen der Israelitischen Nation “ zusammensetzen. Zu diesen jüdischen Displaced Persons kamen auch noch rumänische Juden aus dem Wiener Raum. Infolge der Schließung anderer Lager wurden auch Alte, Kranke und Invalide nach Ebelsberg gebracht und dort eigenen Rehabilitationsprogrammen zugeführt. [9]

Insgesamt entwickelte sich das Lager Davidstern zu einem Musterlager für ca. 1.600 jüdische Displaced Persons. Während zum Beispiel das Lager Wegscheid als eines der schlechtesten in ganz Österreich galt, war das Lager Davidstern in Ebelsberg im Vergleich zu anderen oberösterreichischen Lagern als Camp mit akzeptablen Lebensverhältnissen bekannt. Eine Reihe von „Volksdeutschen“ arbeitete im „Camp Davidstern“. Es gab im Linzer Raum damals verschieden Zentren des Schwarzmarktes. Im Lager Ebelsberg konnte man aus amerikanischen Beständen stammende Nahrungsmittel wie Schokolade, Reis und Südfrüchte erwerben. Auch qualitativ hochwertige alkoholische Getränke, Zigaretten und Spirituosen waren erhältlich. Aus dem gesamten Linzer Raum kamen die Käufer. „In Ebelsber kann man praktisch alles kaufen“, hieß es im Volksmund".[10]

Schließlich war das Lager auch Arbeitgeber. Eine ganze Reihe von Arbeiten wurden gegen Bezahlung durch Beschäftigte von außerhalb durchgeführt. Durch die Bewohner wurden Wintermäntel und Textilien produziert und vermarktet. Während das jüdische Lager Bindermichl in Situationsberichten immer wieder als Umschlagplatz für „Waren aller Art“ und Standort für die „Großen Geschäfte“ aufscheint, galt das Lager Davidstern unter anderem als Tipp für Spirituosen. Lagerleitung und Jüdisches Zentralkomitee griffen allerdings ein, wenn sie von größeren Machinationen Kenntnis erlangten. [11]

Es wurden Kultur- Schulungs-, und Sozialprogramme eingerichtet. Auswanderer wurden auf ein Leben in Israel vorbereitet. Im Lager erschien eine Illustrierte, das Magazin der "Obschestvo Remeslennogo i selskochosjaistvennogo Truda = O.R.T. (Organisation für handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeit). Besonders wurden die Juden durch die jüdische Hilfsorganisation, den „JOINT“ (American Jewish Joint Distribution Committee), unterstützt. Die Juden nahmen allmählich auf das wirtschaftliche Leben und die Preisgestaltung für diese Mangelware einen erheblichen Einfluss und es herrschte zum Lager ein gewisser Reiseverkehr aus der amerikanischen Besatzungszone. [12]

Wappen der Gendarmerieschule

Gendarmerieschule in der Hiller-Kaserne

Nachdem die Flüchtlinge 1951 die Kaserne verlassen hatten, wurde diese renoviert. Bei der Übernahme der Kaserne durch die Gendarmerie im Sommer 1951 waren die Gebäude in einem äußerst desolaten Zustand. Die Türen und Fenster fehlten und die Fußböden waren herausgerissen, bei einigen Objekten waren sogar die Dächer abgedeckt worden. Das bewegliche Inventar wie Tische und Kästen fehlten vollkommen. Als die Renovierung abgeschlossen war, wurde die Kaserne von der Gendarmerieschule Linz-Ebelsberg übernommen. Es wurden die Gendarmerieschulen I, II und die Fahreinheit OÖ untergebracht.[13]

Übernahme der Kaserne durch das Österreichische Bundesheer

Bezug der Gebäude

Im August 1956 wurde die 4. Brigade unter dem Kommando von Hauptmann Karl Teuschl aufgestellt und die ersten Gebäude konnten im Jahr 1957 wie folgt bezogen werden:

Kompanie Gebäude
Brigadestabskompanie4 (BrigStbKP 4) Gebäude Nr. 3
Brigadepanzerjägerkompanie 4 (BrigPzJgKp 4) Gebäude Nr. 6
Brigadeaufklärungskompanie 4 (BriAufklKp 4) Gebäude Nr. 7
Brigadefliegerabwehrzug 4 (BrigFlAzg 4) Gebäude Nr. 6 [14]

Neuaufstellung des Panzerstabsbataillon 4

Am 1. April 1964 wurde das Stabsbataillon 4 nach einer langen Vorbereitungsphase zum „Panzerstabsbataillon 4“. Die Neuaufstellung konnte noch im selben Jahr abgeschlossen werden. Das neue Panzerstabsbataillon 4 gliederte sich wie folgt:

  • Kommando Panzerstabsbataillon 4 (Kdo/PzStbB4)
  • Stabskompanie Panzerstabsbataillon 4 (StbKp/PzStbB4)
  • Panzer-Tel-Kompanie Panzerstabsbataillon 4 (PzTelKp/PzStbB4)
  • Panzerjägerkompanie Panzerstabsbataillon 4 (PzJgKp/PzStbB4)
  • Panzerpionierkompanie Panzerstabsbataillon 4 (PzPiKp/PzStbB4)
  • Nachschub- und Transportkompanie Panzerstabsbataillon 4 (NTKp/PzStbB4)
  • Panzerwerkstattkompanie Panzerstabsbataillon 4 (PzWkstKp/PzStbB4) [15]
Johann von Hiller (1754–1819)

Taufe der Hiller-Kaserne

Benannt wurde die Kaserne am 15. Mai 1967 nach Johann Freiherr von Hiller. Dieser befehligte die österreichischen Truppen im Kampf um Ebelsberg.[16] [quelle 4]

Umwandlung der Kompanien

Im März 1967 erfolgte die Zusammenlegung der Panzerwerkstattkompanie und der Nachschub- und Transportkompanie Panzerstabsbataillon 4 in eine Mobilisierungseinheiten. Daraufhin wurde der Nachschubzug, der Instandsetzungszug sowie der Transportzug von Ebelsberg nach Hörsching verlegt. Die Feldambulanz wurde dem Panzerstabsbataillon unterstellt. Mit März 1968 fanden weitere Umwandlungen in der Kaserne statt, der 1. Panzerhaubitzbatterie 4 wurde in die Ausbildungsbatterie umbenannt und zum Panzergrenadierbataillon 15 angegliedert. Zur richtigen nummerischen Abteilungszusammensetzung wurde die ehemalige 2. leichte Feldhaubitzbatterie nun als erste bezeichnet. Die dritte wurde zur zweiten und die ehemalige zweite zur dritten Feldhaubitzbatterie des Panzerstabsbataillons. Mit 1. April 1968 wurden die 3. Kompanie des Panzerbataillons 14 und die 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 13 stillgelegt. Im Juni 1968 wurde das Panzergrenadierbataillon 15 aus freigewordenen Kadersoldaten, hauptsächlich oberösterreichischer Garnisonen, neu aufgestellt und unter dem Kommando von Major Karl Kutmann in Ebelsberg stationiert. Im September 1968 erfolgt die Verlegung des Kommandos der 4. Panzergrenadierbrigade vom Fliegerhorst Hörsching in die Kaserne Ebelsberg. [17]

Wappen der Panzerstabskompanie

Mit 1. Juli 1974 nimmt das Panzerstabsbattailon 4 nach einer Umstrukturierung folgende Gliederung ein:

  • Kommando (Kdo)
  • Stabskompanie (StbKp)
  • Panzer-Fernmelde-Kompanie (PzFMKp)
  • Panzeraufklärungskompanie (PzAufklKp)
  • Panzer-Fliegerabwehrbatterie (PzFlAbt)
  • Panzer-Pionierkompanie (PzPiKp)
  • Nachschub-Transport-Instandsetzungskompanie (NTIKp). [18]

Im Jahr 1975 wurde das „Ausbildungsregiment 4“ bestehend aus dem Kommando, der Stabskompanie, Panzerjägerkompanie, der schweren Kompanie sowie aus der 1. und 2. Jägerkompanie gebildet. Am 1. Jänner 1979 erfolgte die Umbenennung des Ausbildungsregiment 4 in Landwehrstammregiment LWSR 42. [19]

Im Juli 1975 wurde die Panzerartillerieabteilung 4 aus dem Verband der 4. Panzergrenadierbrigade herausgelöst und zu einem Landwehrtruppenkörper. Die neue „Brigadeartillerieabteilung 4“ stellte das artilleristische Element der neu aufgestellten 4. Jägerbrigade dar. [19]

Mit 5. Juli 1975 schied die 4. Panzergrenadierbrigade aus dem Verband des II. Korps aus und wurde dem neu gebildeten Kommando der 1. Panzergrenadierdivision unterstellt. In Ebelsberg verblieben das Kommando mit Brigadestabszug und das Panzerstabsbataillon 4. [19]

Am 15. Juli 1975 wurde die 4. Jägerbrigade in Ebelsberg gebildet. Die Brigade stand unter der Verantwortlichkeit des Militärkommando OÖ und des Ausbildungsregients 4. Oberst Manfred Flödl wurde zum Kommandanten der 4. Jägerbrigade ernannt. Die 4. Jägerbrigade wurde am 30. September 1999 wieder aufgelöst. [19]

Wappen des Landwehrstammregiment 42

Im Befehlsbereich 4 (Oberösterreich) wurde das Landwehrstammregiment 42 in Ebelsberg gebildet. Die Landwehrstammregimenter gliederten sich in Stabskompanien und vier bis fünf Ausbildungskompanien, welche in unterschiedlichen Ausbildungselementen (Kompanien oder Zügen) die waffenspezifischen Elemente der Jägertruppe abdecken sollten. Den Landwehrstammregimentern wurden Mobtruppen zugeordnet. Diese setzten sich aus Landwehrbataillonen, leichten Landwehrbataillonen, Sperrbataillonen, Artilleriebataillonen und verschiedenen Unterstützungseinheiten (Panzerjäger-, Pionier- Granatwerfer, s-Waffen- Fernmelde- Nachschub- Transport- San- und andere Kompanien oder Zügen) zusammen. [20]

Am 1. Juni 1978 wurde die Brigadeartillerieabteilung 4 (BAA 4) mit gleichbleibender Gliederung in das „Brigadeartilleriebataillon 4“ der 4. Jägerbrigade umbenannt. Im Jänner 1979 wurde das Brigadeartilleriebataillon 4 der 4. Jägerbrigade in die neue Organisationsform eines Landwehrstammregiments (LWSR 42) geführt. [20]

Mit Wirkung vom 31. März 1994 ging die Verantwortlichkeit der 4. Jägerbrigade an den Nachfolgeverband des Landwehrstammregiments 42 über. Auch diese neu geschaffene Bezeichnung war nicht sehr langlebig, da das Regiment 1999 schon wieder aufgelöst und aus ihm das Jägerbataillon 15 der 6. Jägerbrigade in Absam/Tirol gebildet wurde. Das Jägerregiment 4 besteht aus einem Kommando, einer Stabskompanie, drei Jägerkompanien und einer schweren Kompanie. [9]

Im Zeitraum von 1980 bis 1994 besaß die 1975 aufgestellte 4. Jägerbrigade ihre höchste Kampfkraft. Die etwa 3.000 Mann starke Brigade setzt sich mit Masse aus Milizsoldaten und mit einem Kern aus Berufssoldaten zusammen. Für die Schlüsselpositionen standen ca. 300 Dienstgrade des Dienst- und Milizstandes im Einsatz. In den höheren Befehlsebenen wurden in der Regel Berufssoldaten eingesetzt. Die kleinen Verbände der 4.Jägerbrigade wurden aber durch 2 Offiziere des Dienststandes und 3 Offiziere des Milizstandes geführt. [9]

Sanierung

Das Soldatenheim

Am 4. Oktober 1982 wurde ein Gebäude errichtet, das die Bezeichnung „Soldatenheim“ trägt. Es soll den Wehrmännern der Hillerkaserne Ebelsberg sinnvolle Freizeitgestaltung anbieten. Noch im selben Jahr wurden große Veränderungen in der Infrastruktur unternommen. So gelangte das im Jahre 1945 von der „Weberei Prunner Prunnberg“ gekaufte Kasernenobjekt in völlig devastiertem Zustand wieder in die Bundesverwaltung. Nach ersten Sanierungsarbeiten wurden das Kasernkommando, die Fernsprechvermittlung, die Fernschreibstelle und die Unteroffiziersmesse in dieses Gebäude verlegt und verschiedene Magazine wurden in diesem Gebäude untergebracht. [21]

Am 15. Oktober 2009 wurde die Kaserne unter Denkmalschutz gestellt. [22] [quelle 5]

Die Umstrukturierung beim Österreichischen Bundesheer
und deren Auswirkung auf die Hiller-Kaserne

Organisationsschema des Bundesheeres 1968

1968 erfolge eine massive Reorganisation des Österreichischen Bundesheeres. Das neue Organisationsschema des Bundesheeres 1968 verlangte die Schaffung eines Reserveheeres. Hierzu waren „Reservetruppen der territorialen Verteidigungsorganisation“ zu bilden. Ein weiteres Element des Reserveheeres waren die Ersatztruppen. In der Gruppe III des Österreichischen Bundesheeres diente hierfür das schon seit 1963 existierende Ersatzbataillon 300 des Militärkommandos OÖ. mit einer Stabskompanie und 5 Landwehrkompanien. Für die Kaserne Ebelsberg wirkte sich die die Umgliederung 1968 insofern aus, als nunmehr das Panzergrenadierbataillon 15 als „Reservetruppe des Feldheeres“ vorgesehen war.[23]

Wehrgesetz-Novelle 1971

Die Wehrgesetz-Novelle vom 1. August 1971 brachte die weitreichendste Umgliederung des Bundesheeres durch die Wehrdienstzeitverkürzung des ordentlichen Präsenzdienstes von neun auf sechs Monate mit 60 Tagen Waffenübungen (Truppenübungen). Zur Reservekaderausbildung sollten freiwillige Waffenübungen (Kaderübungen) dienen. Um die Folgen des Fortfalles der Soldaten des ordentlichen Präsenzdienstes vom 7. bis zum 9. Monat zu verringern, sah die Wehrgesetznovelle die Möglichkeit eines "Durchdienens" auf 8 Monate (statt der Waffenübungen) vor. Vordringlich erschien das Bilden der Bereitschaftstruppe, da durch die Wehrdienstzeitverkürzung die bisherige Einsatzbereitschaft des Friedensheeres verloren gegangen wäre. [24]

Heeresgliederung 1972

Am 6. Juni 1972 beschloss die Bundesregierung die „Heeresgliederung 1972“. Ein Armeekommando wurde errichtet und dem BMLV nachgeordnet. Statt der bisherigen drei Befehlsbereiche gab es nur noch zwei, die Bereiche (Korps) Ost und West. In jedem Bundesland, mit Ausnahme Vorarlbergs, wurde eine Landwehrbrigade gebildet, die dem Militärkommando (MilKdo) unterstellt wurde. [25]

Heeresgliederung 1987

Am 10. Juli 1987 sah der Ministerratsbeschluss mit der „Heeresgliederung 1987“ eine Reduzierung von 200.000 Mann anstelle der angepeilten 300.000 vor. Mit ihr wurde praktisch der weitere Ausbau des Mobilmachungsrahmens gestoppt. Nur noch die Infanterieteile der Landwehr, sollte in einem bescheidenen Maß weiter ausgebaut werden. [9]

Heeresgliederung NEU

1995 wurde die im Juli 1992 verfügte „Heeresgliederung NEU“ umgesetzt. Neben die drei Panzergrenadierbrigaden traten 13 Jägerregimenter, die aus den 30 Landwehrstammregimentern formiert wurden. Die Einsatzorganisation umfasste 16 Brigaden mit einem Mobilmachungsstand von 150.000 Mann einschließlich der Reservisten. Damit verbunden war das Abgehen von der Raumverteidigung und der Übergang zu einer grenznahen Einsatzdisposition. Die drei Panzergrenadierbrigaden des Bundesheeres waren:

Wappen des Panzerstabsbataillon 4
  • 9. Panzergrenadierbrigade (Götzendorf),
  • 3. Panzergrenadierbrigade (Mautern)
  • 4. Panzergrenadierbrigade (Ebelsberg).

Der oberösterreichischen Brigade waren folgende Einsatztruppen unterstellt:

  • Panzerstabsbataillon 4 (Ebelsberg)
  • Panzerbataillon 14 (Wels)
  • Panzergrenadierbataillon 13 (Ried)
  • Panzerartilleriebataillon 4 (Gratkorn).

Im Zuge dieser Neuorganisation wurde die Brigade-Aufklärungskompanie an das Militärkommando Oberösterreich abgegeben. Dafür erhielt die 4. Panzergrenadierbrigade die 3. Jägerkompanie vom Landwehrstammregiment 43 als neue Panzeraufklärungskompanie. [26]

STRAN (Strukturanpassung zur Heeresgliederung NEU)

Im März 1998 fand die „STRAN (Strukturanpassung zur Heeresgleiderung NEU“ mit den daraus resultierenden Maßnahmen und Auswirkungen für die Wehrpflichtigen im Milizstand bis in das Jahr 2000 statt. Im Vordergrund der Strukturanpassung stand die optimierte Präsenzfähigkeit für Assistenz- und Sicherungsaufgaben bei gleichzeitiger Reduzierung der Anzahl der Kommanden, Dienststellen und Verbände. [27]

1998 wurde das Panzerbataillon 10 der 4. Panzergrenadierbrigade in Ebelsberg untergebracht. Ebenso kommt das Panzerartilleriebataillon 9 (Baden) von der 3. Panzergrenadierbrigade (Mautern) unter das Kommando der oberösterreichischen 4. Panzergrenadierbrigade. [26]

1999 kam es zur Umgliederung der Jagdpanzerkompanie des Panzergrenadierbataillons 13 in die mit dem Jagdpanzer „Kürassier“ ausgestattete Kampfunterstützungskompanie. [26]

Umgliederung REORG

Im März 2002 fand die „Umgliederung REORG“ statt. Dies führte zur Unterstellung des Aufklärungsbataillons 1 (Gratkorn) und des Aufklärungsbataillons 2 (Salzburg). Das Versorgungsregiment 2 in Salzburg wurde aufgelöst und die Nachschub-Transport-Instandsetzungs-Kompanie (NTIKp) wurde dem Panzerstabsbataillon 4 in Ebelsberg unterstellt. [28]

Das Management 2010

Mit Jahresbeginn 2005 begann sich das nur scheinbar zum Stillstand gekommene Umgliederungskarussell durch das „Das Management 2010“ erneut sehr heftig zu drehen. Die gegenwärtige Reform des Bundesheeres verfolgten unter anderem die Anpassung der militärischen Aufgaben an die geänderten sicherheitspolitischen Verhältnisse mit Schaffung von Strukturen, die eine militärische Beteiligung Österreichs am Krisenmanagement und an der multinationalen Konflikprävention ermöglichten. [29]

Die Verdichtung der Personalstände bei der Truppe wurde durch die Verringerung der Mobilmachungsstärke auf 55.000 Soldaten und durch die Verringerung der Anzahl der Brigaden von fünf auf vier erreicht werden. Die Bataillone wurden von siebenundfünfzig auf neununddreißig verringert und auch die Militärkomanden wurden unter Beibehaltung ihrer Territorialaufgaben verkleinert. [29]

Die Kasernkommandanten der Hiller-Kaserne

Beginn Ende Name
01.08.1956 31.07.1960 Oberst ROTHASEL Edmund
01.08.1060 09.10.1062 Oberstleutnant OBERMAIER Hubert
10.10.1962 31.03.1966 Generalmajor KLEIN Paul
01.04.1966 10.10.1967 Brigadier BERNADINER Ernest
11.10.1967 19.08.1968 Oberst FOLTIN Ferdinand
20.08.1968 31.03.1976 Oberst GASSLHUBER Anton
04.05.1976 31.10.1981 Oberst MITTENDORER Johann
01.11.1981 22.09.1987 Oberstd.G. WILD Günther
01.02.1988 04.12.1995 Brigadier TRAUTTENBERG Hubertus
05.12.1995 30.04.1997 Oberst. DERMAN Michael
01.10.1997 30.11.2002 Brigadier HOFMEISTER Klemens
01.02.2003 bis dato Brigadier PRADER Robert

Frauen beim Heer

Im April 1998 rückten die ersten Soldatinnen beim Österreichischen Bundesheer ein. Seither bemüht sich die Hiller-Kaserne Ebelsberg sehr die Frauenquote beim Heer zu steigern. Auch nach elf Jahren sind Frauen beim Bundesheer eine Minderheit. Gerade einmal 330 Frauen in Uniform weist die jüngste Statistik des Verteidigungsministeriums aus. Das sind nur knapp über zwei Prozent der Heeresangehörigen. Die Hiller-Kaserne bietet regelmäßig „Schnuppertage“ für Frauen an um ihnen einen Einblick in den Alltag eines Soldaten zu ermöglichen. Die interessierten Frauen dürfen dabei eine Uniform anprobieren und einen Heeresrucksack tragen. Man erhofft sich dadurch einen Anstieg der Frauenquote. [30] [quelle 6]

Verkauf der Hiller-Kaserne

Bis Ende 2014 soll das rund 20.000 m² große Areal der Hiller-Kaserne verkauft werden. Laut Landesmilitärkommando hätte eine Fortführung keinen militärischen Nutzen und die Schließung erfolgt hauptsächlich aus Kostengründen. Die verbleibenden Mitarbeiter sollen in die Kaserne Hörsching umgesiedelt werden. Die Gebäude der Kaserne, die unter Denkmalschutz stehen, sollen weitgehend erhalten bleiben und zu Wohnungen umfunktioniert werden. Die Umwandlung der Kaserne in ein Wohngebiet hätte auch Auswirkung auf die Infrastruktur, den Verkehr, und die Gewerbetreibenden in Ebelsberg. Das umgrenzende Bundesheer-Areal mit weiteren 50.000 m² soll ebenfalls verkauft werden. Der Umbau der Hiller-Kaserne wäre somit das größte Linzer Neubaugebiet. [31] [quelle 7] [32] [quelle 8]

Anmerkungen

  1. Die Standarte bestand anfänglich nur aus dem I. SS-Totenkopfsturmbann, der sich in vier Hundertschaften gliederte. Im Zuge der Verlegung nach Linz-Ebelsberg erfolgte die Umbenennung der neuen Totenkopfstandarte in "Ostmark" sowie deren Verstärkung durch eine Nachrichtenhundertschaft und den II. SS-Totenkopfsturmbann, mit der 5. bis 8. Hundertschaft.

Literatur

  1. Schreibweise gemäß Adressliste des Österreichischen Bundesheeres.
  2. Hiller-Kaserne auf http://www.linzwiki.at.
  3. Schließung und Verkauf auf http://www.linzwiki.at.
  4. Namensgebung auf http://www.linz.at.
  5. Denkmalschutz auf http://www.linz.at.
  6. Fraeunquote auf http://www.diestandard.at.
  7. Verkauf auf http://www.nachrichten.at.
  8. Verkauf auf http://www.kurier.at.
  • Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (I). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2010, Heft 33
  • Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (II). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2010, Heft 34
  • Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (VI). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2011, Heft 38
  • Manfred Carrington, Andreas Reiter: Der Süden von Linz. Vergangenheit und Gegenwart der Ortschaften. Linz 2007, ISBN 978-3-200-01044-4

Einzelnachweise

  1. Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (II). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2010, Heft 34, S.145.
  2. http://www.linzwiki.at/wiki/Hillerkaserne/
  3. Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (I). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2010, Heft 33, S.84.
  4. Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (I). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2010, Heft 33, S.87-89.
  5. Othmar Rittenschober: Die Geschichte der Hillerkaserne in Linz-Ebelsberg (I). In: Pallasch - Zeitschrift für Militärgeschichte. Salzburg 2010, Heft 33, S. 90.
  6. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 18.
  7. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 19.
  8. Manfred Carrington, Andreas Reiter: Der Süden von Linz. Vergangenheit und Gegenwart der Ortschaften. Linz 2007, S. 390.
  9. a b c d e Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 56.
  10. Stadtmuseum Nordico „Prinzip Hoffnung“ S. 365.
  11. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 57.
  12. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 58.
  13. Manfred Carrington, Andreas Reiter: Der Süden von Linz. Vergangenheit und Gegenwart der Ortschaften. Linz 2007, S. 416.
  14. Othmar Rittenschober: Die Geschichte des Kasernenstandortes EBELSBERG. Linz 2010, S. 9-10.
  15. Othmar Rittenschober: Die Geschichte des Kasernenstandortes EBELSBERG. Linz 2010, S. 15.
  16. http://www.linz.at/archiv/denkmal/default.asp?action=denkmaldetail&id=1388
  17. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 49.
  18. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 51.
  19. a b c d Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 52.
  20. a b Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 53.
  21. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 54.
  22. http://www.linz.at/archiv/denkmal/default.asp?action=denkmaldetail&id=1388
  23. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 48.
  24. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S.51.
  25. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S.51.
  26. a b c Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 57.
  27. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 57.
  28. Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 59.
  29. a b Othmar Rittenschober: Die Hillerkaserne. Linz 2010, S. 62.
  30. http://diestandard.at/1231152904307/Bundesheer-Frauenanteil-derzeit-bei-zwei-Prozent
  31. http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/Ohne-Kaserne-wird-Ebelsberg-zum-grossen-Linzer-Entwicklungsgebiet;art66,860418
  32. http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/bundesheer-gibt-hiller-kaserne-auf/773.397